Tagung: Alternativen zu Jugendstrafen – Aktuelle Trends in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Der Ruf nach harten Strafen gerade auch im Umgang mit jugendlichen Straftätern wird länderübergreifend immer lauter. Die Tagung soll Anlass sein, über diesen Trend zu sprechen und Raum für den Austausch über wirksamere Alternativen zu bieten.
Die Fachtagung widmet sich der Frage, wie vor dem Hintergrund zunehmender Punitivitätsdiskurse und dem Ruf nach harten Strafen in der Gesellschaft tragfähige Alternativen zu Jugendstrafen weiterentwickelt und gestärkt werden können. Aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten, etwa zur Herabsetzung der Strafmündigkeit, zur Erhöhung von Strafmassen oder zur geschlossenen Unterbringung, bilden dabei einen Ausgangspunkt.
Ziel der Tagung ist es, Fachpersonen aus drei Ländern zusammenzubringen und einen länderübergreifenden Austausch über bestehende und potenzielle Alternativen im Umgang mit Jugendkriminalität zu ermöglichen. Im Fokus stehen dabei nicht nur bewährte Ansätze und deren Entwicklungspotenziale, sondern ebenso neue Konzepte und Ideen. Die Tagung möchte gezielt Impulse zur Weiterentwicklung von Alternativen setzen. Dabei wird diskutiert, an welchen Punkten des Jugendstrafrechts und der Intervention konkret anzusetzen ist. Dazu sollen auch die rechtlichen, institutionellen und fachlichen Grundlagen thematisiert werden, die für eine nachhaltige Implementierung von Alternativen erforderlich sind. Durch den internationalen Vergleich sollen Länderspezifika im Umgang mit Jugendkriminalität sichtbar gemacht werden. Dies ermöglicht ein vertieftes Verständnis unterschiedlicher rechtlicher Rahmenbedingungen und professioneller Handlungskulturen.
Die Tagung richtet sich primär an Praktiker:innen aus den Bereichen Jugendstrafverfolgung und Intervention, aber ebenso an Wissenschaftler:innen aus diesem Themenfeld sowie sonstige am Thema interessierte Personen. Übergeordnetes Ziel ist es, Praktiken zu Alternativen zu Jugendstrafen kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam das Handlungsfeld weiterzuentwickeln.
Eckdaten
- Wann: Freitag, 24. April 2026, 08.45 - 17.00 Uhr
- Wo: Campus Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich
- Teilnahmegebühr: 100 CHF
- Verantwortliche: Prof. Dr. Dirk Baier, Prof. Dr. Miryam Eser
- Anmeldeschluss: Donnerstag, 16. April 2026
Eine gemeinsame Veranstaltung der ZHAW Soziale Arbeit, der Hochschule München, der Hochschule Campus Wien sowie INUAS
Programm
08.45 Uhr - 09.10 Uhr
Begrüssung durch die Organisator:innen, Einführungs ins Thema
09.10 Uhr - 10.40 Uhr
Die rechtliche Perspektive
- Grundsätze des deutschen Jugendstrafrechts (Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Streng)
- Grundsätze des Schweizer Jugendstrafrechts (Patrick Killer)
- Grundsätze des österreichischen Jugendstrafrechts (Prof. Verena Musil)
- Podiumsdiskussion
11.20 Uhr - 12.40 Uhr
Die sozialarbeiterische Perspektive
- Deutschland: Monika Betz, Prof. Dr. Christian Ghanem
- Schweiz: Prof. Dr. Patrick Zobrist
- Österreich: Melanie Ehring
- Podiumsdiskussion
12.40 Uhr - 13.30 Uhr
Mittagspause
13.30 Uhr - 14.30 Uhr
Workshops: erste Durchführung
- Workshop 1: Mediation – Erfahrungen des Kantons Zürich
(Monika Holzer) - Workshop 2: Seehaus Akademie/Richtungswechsel
(Ingrid Steck, Tamara Höfer) - Workshop 3: Neustart in Österreich
(Johannes Pircher-Sanou) - Workshop 4: Erfahrungen aus Leseprojekten
(Prof. Dr. Caroline Steindorff-Classen, Prof. Dr. Miryam Eser, Maria Kamenowski) - Workshop 5: Punitivität in der Sozialen Arbeit mit Fokus auf Studierende
(Prof. Dr. Christian Ghanem, Prof. Dr. Dirk Baier)
14.45 Uhr - 15.45 Uhr
Workshops: zweite Durchführung
16.00 Uhr - 17.00 Uhr
Paneldiskussion mit Workshopleitenden und Publikum