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Pandemieresiliente Räume für nachhaltige Städte - Städtische Räume für die Pandemieresilienz junger Menschen

Ein transformatives Forschungsprojekt

Auf einen Blick

Beschreibung

Ausgangspunkt dieses Projekts ist die Kombination folgender drei Aspekte:

  • Die COVID-19-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf das Leben junger Menschen. Gleichwohl mussten ihre Bedürfnisse lange Zeit zum Schutz vulnerabler Gruppen zurückstehen.
  • Städtische Räume/Orte haben eine enorme Bedeutung für junge Menschen allgemein. Unter den Bedingungen der Pandemie hat sich die Bedeutung zum Teil stark verändert bzw. intensiviert.
  • Die Beziehung zwischen jungen Menschen und städtischen Orten findet zumeist nur dann Beachtung, wenn Konflikte entstehen.

Zu den genannten Themen gibt es einige Untersuchungen und Empfehlungen für die Praxis. Diese schauen aus der Perspektive von Fachleuten auf Jugendliche und ihre Lebenswelt; Jugendliche werden beispielsweise nach ihrem Wohlbefinden befragt.

In dieser Studie nehmen wir die Jugendlichen als Expert:innen sowohl für ihr Umfeld als auch für ihre Vorstellungen und Wünsche zu dessen Entwicklung ernst. In diesem transdisziplinären und transformativen Projekt stehen sie auf Augenhöhe mit den Fachleuten der Planung, Entwicklung und Pflege städtischer Räume und mit uns als Wissenschaftler:innen.

Das Projekt basiert auf einem relationalen Verständnis von Raum. In diesem Verständnis entsteht Raum durch Spacing und Syntheseleistung (Löw 2001), also durch das Handeln sowie auf Grundlage der Erfahrungen und des Wissens der Jugendlichen. Der Raum der Jugendlichen umfasst ein Kontinuum von privat bis öffentlich und von physisch bis virtuell. Innerhalb dieses Raums konzentriert sich das Projekt auf spezifische städtische Orte. Dabei handelt es sich mehr oder weniger um frei zugängliche Orte der Freizeitgestaltung für Jugendliche, wie Parks, Brachflächen, Schulen oder Jugendräume. Das Projekt verfolgt wissenschaftliche (1, 2, 6) und praxisbezogene (3, 4, 5) Ziele, die aufeinander aufbauen:

  1. Zunächst geht es um das Verstehen der Handlungen und Bedürfnisse junger Menschen an städtischen Orten und damit verbunden,
  2. um das Verstehen der Bedeutung des urbanen Raums für die Pandemieresistenz junger Menschen.
  3. Durch die Fokussierung auf die Bedeutung des urbanen Raums für die Pandemieresistenz junger Menschen, wird der Diskurs über den Beitrag des urbanen Raums zur nachhaltigen Entwicklung und seine pandemiebezogene Gestaltung angeregt.
  4. Die direkte Beteiligung von Jugendlichen soll auch Einblicke in die partizipative Ausrichtung von Gestaltungsprozessen geben und
  5. damit Jugendlichen ermöglichen, Selbstwirksamkeit in politischen Prozessen zu erfahren.
  6. Die Reflexion des Forschungsprozesses wird auch zur Weiterentwicklung von partizipativen, transdisziplinären und transformativen Methoden unter Krisenbedingungen beitragen.

Das Projekt arbeitet mit qualitativen Methoden der Sozialforschung. Es folgt dem Paradigma der Grounded Theory in ihrer Weiterentwicklung zur Situationsanalyse (Clarke 2012). Kreative Methoden werden in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt. Mit Fachkräften der unterschiedlichen Fachrichtungen werden problemzentrierte Interviews geführt. Die Materialien werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und zusammen mitmenschlichen und nicht-menschlichen Elementen, wie Orte und Diskurse in periodische Situationsanalysen integriert wurden.

Ein intersektionaler Blick auf Jugendlichen ermöglicht es, vielfältige Formen von Raumbedürfnissen und Bewältigungsstrategien aufzuzeigen. Die Beteiligung von Jugendlichen am gesamten Forschungsprozess verspricht tiefere Einblicke in das Forschungsfeld als es Studien "über Jugendliche" ermöglichen. Die Analyse der Entwicklung der verschiedenen Stadien der Pandemie verspricht Informationen über die Pandemie-Resilienz des städtischen Raums, eingebettet in die Anforderungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Dank der Beteiligung von Fachleuten am Forschungsprozess knüpft das gemeinsam produzierte Wissen direkt an den Herausforderungen der Praxis an und kann sofort angewendet werden. Die Reflexion der angewandten Methoden soll sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis Hinweise für zukunftsorientiertes Handeln unter Krisenbedingungen geben.

Der Forschungsprozess wird durch eine transdisziplinäre Workshopreihe strukturiert. Am Projekt beteiligt sind Jugendliche aus allen Schulformen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren (diese waren zu Beginn der Pandemie zwischen 12 und 18 Jahren alt) sowie Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen, die mit der Planung, Entwicklung, Pflege und Bespielung städtischer Orte in der Stadt Zürich befasst sind. Ein interdisziplinäres und internationales Sounding Board unterstützt zudem die Reflexion von Ergebnissen und Methoden.

Weiterführende Informationen

Publikationen