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Blutversorgung 2035

Auswertung der Blutentnahmen und Bluttransfusionen im Zeitraum 1996-2013 mit einer Projektion bis 2035

Auf einen Blick

Beschreibung

Bislang konnte in der Schweiz die Versorgung mit Blut und Blutprodukten durch die hohe Blut-spendebereitschaft der Bevölkerung problemlos sichergestellt werden. In den letzten Jahren mehren sich allerdings Stimmen, die davor warnen, dass die demografische Alterung der Bevölkerung zu einem markanten Anstieg des Verbrauchs an Blut und Blutprodukten in den nächsten Jahren führen könnte. Die demografische Alterung führt aber potentiell nicht nur zu einem Anstieg beim Verbrauch an Blutprodukten. Vielmehr wird ein doppelter Effekt befürchtet: steigender Verbrauch bei gleichzeitiger Reduktion der aktiven und potentiellen Blutspender aufgrund der Erreichung des maximalen Spendenalters eines Grossteils der spendefähigen Population.


Die Studie verfolgt das Ziel, auf der Basis unterschiedlicher Szenarien Auskunft über die Entwicklung des Bedarfs nach und der Verfügbarkeit von Blut und Blutprodukten in der Schweiz im Zeitraum 2015-2035 zu geben. Insbesondere sollen folgende Fragen geklärt werden:

  • Welche nationalen Trends zeigen sich im Zeitraum 1996-2013 bei den Blutentnahmen und den transfundierten Blutprodukten?


  • Wie entwickelt sich die nationale Versorgungssituation mit Blutprodukten unter Einbezug unterschiedlicher Szenarien bis 2035?

Mikrodaten von Blutspendern und Blutentnahmen für den Zeitraum 1996-2013 wurden durch die Regionalen Blutspendedienste SRK zur Verfügung gestellt (8 Millionen Individualdatensätze). Mikrodaten transfundierter Blutprodukte wurden in neun Kliniken und Spitälern erhoben (Zentrumsversorger Niveau 1 und 2; 1.2 Millionen Individualdatensätze). Daten zu transfundierten Blutprodukten in Spitälern und Klinken im Zeitraum 2007-2013 wurden durch Swissmedic zur Verfügung gestellt. Datenanalysen erfolgten mittels unterschiedlicher parametrischer und nichtparametrischer Regresssionsanalysen.


Die wichtigsten Befunde lassen sich wie folgt zusammenfassen:


  • Auf der Ebene der Gesamtschweiz zeigte sich in der Periode 1996-2013 ein signifikant abnehmender Trend bei den Vollblutentnahmen. Ebenso war die Anzahl Blutspender rückläufig. Ein abnehmender Trend zeigt sich ebenso bei den transfundierten Erythrozytenkonzentraten (EK) und beim frisch gefrorenen Plasma (FGP). Demgegenüber war beim Thrombozytenkonzentrat (TK) ein signifikant zunehmender Trend auszumachen.

  • Die Versorgungssituation der Schweiz wurde anhand von drei Versorgungsszenarien untersucht. Im Szenario «Trend» gingen wir davon aus, dass sich die Trends der vergangenen Jahre bei den Vollblutentnahmen und den EK-Transfusionen fortsetzen. Im Szenario «Konstanz» wurden sowohl Vollblut-Entnahmeraten wie auch EK-Transfusionsraten auf dem Niveau von 2013 konstant gehalten und das Szenario «Trend und Stabilisierung» verbindet Elemente der beiden vorherigen Szenarien, indem einerseits von sinkenden Transfusionsraten und andererseits von konstanten Vollblutentnahmeraten ausgegangen wird. Bei den Szenarien «Konstanz» und «Trend» zeichnete sich ab 2020 bzw. ab 2018 eine graduell zunehmende Versorgungslücke ab, deren Umfang bis 2035 auf bis zu 90‘000 bzw. bis zu 76‘000 EK anwachsen könnte. Im Szenario «Trend und Stabilisierung» konnte der Bedarf an Blut und Blutprodukten in der gesamten Periode gedeckt werden.

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