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SAMS: Studie zum Arbeitsleben von Menschen mit Sehbehinderung

Menschen mit Sehbehinderung treffen in ihrem Arbeitsalltag auf unterschiedliche Rahmenbedingungen. Wie können das Sehbehindertenwesen, die Arbeitgebenden, die betroffenen Menschen selbst und das Umfeld allgemein zu einer gelingenden beruflichen Situation beitragen? Diese Frage stand im Zentrum von SAMS, der nationalen Studie zum Arbeitsleben von Menschen mit Sehbehinderung.

Ausgangslage

Die Arbeitssituation von Menschen mit Sehbehinderung war in der Schweiz ein nur am Rande erforschtes Thema. Im Rahmen des SAMS-Projekts beschäftigten sich Forschende verschiedener Departemente der ZHAW sowie der Haute école de travail social et de la santé in Lausanne mit den förderlichen und hinderlichen Faktoren im Arbeitsleben von Menschen mit Sehbehinderung. SAMS bezieht sich auf die Arbeit im ersten Arbeitsmarkt.

Ziel

Ziel war es, Grundlagen für die Entwicklung von Massnahmen zur Verbesserung der beruflichen Integration von Menschen mit Sehbehinderung zu erarbeiten. Diese wurden den Organisationen des Sehbehindertenwesens zur Verfügung gestellt. Die Trägerschaft besteht aus dem Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen (SZB), dem Schweizerischen Blindenbund (SBb) und dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV). Die Resultate wurden Ende 2015 mit Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB in einer Broschüre für betroffene Menschen, in einem Handbuch für Arbeitgebende und an Tagungen und Kursen für Fachpersonen veröffentlicht.

Fragestellungen

Die Studie ging folgender Hauptfrage nach: Welches sind förderliche und hinderliche Faktoren für den beruflichen Erfolg von Menschen mit Sehbehinderung?

Teilfragen waren:

Methodik

Die Studie beinhaltet fünf Module, in welchen verschiedene Forschungszugänge gewählt wurden.

Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass Personen, die blind oder sehbehindert sind, in vielen Aspekten ähnliche oder bessere Werte aufweisen als die Schweizer Gesamtbevölkerung: So etwa in Bezug auf ihren Anteil an Positionen in der Unternehmensleitung, die Dauerhaftigkeit der Anstellungen und die Wahrnehmung des Lohns als gerecht. Gleichstellung ist hingegen beispielsweise nicht erreicht beim Beschäftigungsgrad (mehr Teilzeitanstellungen) und bei Weiterbildungen (geringere Inanspruchnahme). 
Ein zentraler Faktor für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn ist die proaktive Kommunikation der Sehbehinderung. Die Akzeptanz assistierender Technologien sowie die Kompetenzen bei deren Einsatz sind ebenfalls entscheidend. Bezüglich der Umfeldfaktoren sind es nach wie vor Einstellungen und Vorurteile von (potenziellen) Arbeitgebenden, die eine berufliche Integration verhindern oder erschweren können.
Der Schweregrad der Sehbehinderung hat für die arbeitsbezogene Gleichstellung in Bezug auf die meisten untersuchten Aspekte keinen nennenswerten Einfluss, mit Ausnahme der Vielfalt der Berufe (je leichter die Sehbehinderung, umso breiter die Berufsvielfalt).

Schlussbericht (PDF 637,4 KB)

Bericht zu Modul 1: Forschungsstand (PDF 912,3 KB)

Bericht zu Modul 2: qualitative Interviews (PDF 1,7 MB)

Bericht zu Modul 3: Gruppendiskussionen mit Arbeitgebenden (PDF 779,3 KB)

Bericht zu Modul 4: Standardisierte telefonische Befragung (PDF 1,2 MB)

Bericht zu Modul 5: Vertiefende qualitative Interviews (PDF 765,9 KB)

Projektleitung

Projektdauer

Oktober 2013 bis September 2015