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Architektur, Gestaltung
und Bauingenieurwesen

CAS Weiterbauen im Bestand

Die Hinwendung zum Zirkulären Bauen und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen führen folgerichtig zu einer neuen Wertschätzung des Bestands und der darin gespeicherten Grauen Energie. Für Planende folgt sogleich die Frage, den Bestand nicht nur zu erhalten, sondern in eine erfolgreiche Zukunft zu überführen. Zahlreich und teilweise divergierend sind dabei die Anforderungen der verschiedenen Disziplinen: Denkmalpflege, Entwurf, Konstruktion, Ökonomie oder Energie werfen je ihren eigenen Blick auf den Bestand. Je nach Perspektive werden auch die Evaluationskriterien bewertet und gewählt. Eine grosse Hürde ergibt sich aus der Realität des massgeschneiderten Unikats, da kein Haus dem anderen gleicht. Anders als beim klassischen Entwerfen bedingt das Weiterbauen im Bestand dessen grundlegende Kenntnis in all seinen Komponenten und Eigenschaften, um eine erfolgversprechende Strategie entwickeln zu können. Im CAS «Weiterbauen im Bestand» werden die verschiedenen Perspektiven und ihre Abhängigkeiten vorgestellt, um in der Folge unterschiedliche Herangehensweisen in beispielhaften Case Studies kennenzulernen. Das CAS Weiterbauen im Bestand vermittelt die Werkzeuge, um den Bestand in seiner Struktur und seinem kulturellen Wert wahrzunehmen und zu verstehen, zwischen divergierenden Interessen zu vermitteln und zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln.

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Auf einen Blick

Abschluss:

Certificate of Advanced Studies in Weiterbauen im Bestand (12 ECTS)

Start:

11.09.2026

Dauer:

Kosten:

CHF 6'900.00

Bemerkung zu den Kosten: 

Kurskosten inkl. Unterlagen und Exkursionen, exkl. Anfahrt und Verpflegung

Durchführungsort: 

ZHAW, Campus Stadt-Mitte, Gebäude MA, Haus Albert Frey, Halle 180, Tössfeldstrasse 11, 8401 Winterthur  (Auf Google Maps anzeigen)

Unterrichtssprache:

Deutsch

Infoveranstaltung: 

Mittwoch, 16. April 2026 von 18:00 bis 19:00 Uhr
Link zur Online Infoveranstaltung

Ziele und Inhalt

Zielpublikum

Das Kursangebot richtet sich in erster Linie an praktizierende, planende oder in der Projektentwicklung tätige Architekt:innen und Bauingenieur:innen, die ihr Wissen zum Bauen im Bestand erweitern und vertiefen möchten. Das CAS richtet sich aber auch an Praktiker:innen und Fachleute aus verwandten Disziplinen, die an einer verlässlicheren Einschätzung des Bestandes interessiert sind und einen adäquaten Umgang mit diesem erlernen wollen, also explizit auch an Handwerker:innen, die eine alternative Perspektive auf den Bestand suchen.

Ziele

Architekt:innen hatten sich schon immer mit dem Umbau des Bestandes auseinanderzusetzen. Der architektonische Diskurs der Moderne hat diesen, mit seiner «Apotheose der Neuheit», für eine gewisse Zeit aus dem Fokus verdrängt. Die Königsdisziplin der Architektur war der Entwurf ex novo. Was zuvor an gleicher Stelle stand, schien irrelevant. Die neue Aufmerksamkeit für die Umweltauswirkungen der Bauindustrie, für Emissionen, Energieverbrauch und Abfallproduktion, hat zu einem Umdenken geführt. Es ist nun die Rede von einem allgemeinen Abrissverbotes oder einer nicht-extraktiven Architektur. Ohne in diese Extreme verfallen zu wollen, ist die Notwendigkeit evident, den Bestand zu schonen und erfolgversprechend für die Zukunft zu transformieren, damit Energie zu sparen und Abfall zu vermeiden. Das setzt aber einiges an Wissen voraus. Die Schwierigkeit liegt einerseits darin, dass jedes Gebäude einmalig ist und sich kaum rezeptartige Strategien für einen Umbau gewinnen lassen, andererseits stossen im Umgang mit dem Bestand zahlreiche und oft divergierenden Interessen aufeinander.

Das CAS Weiterbauen im Bestand versucht seinen Teilnehmenden zu vermitteln, ein Gebäude in seinem vielgestaltigen - historischen, konstruktiven, energetischen und ökonomischen – Wert zu erkennen und daraus zielführende Strategien zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist sicherlich eine gewisse, aber keine stereotype Systematisierung des Bestandes.  

Das CAS Weiterbauen im Bestand ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Im ersten Teil werden die Grundlagen der verschiedenen Perspektiven vermittelt, um im letzten Block «Ressource Baukultur» eine erste Synthese erfahren. Im zweiten Teil werden mit dem Hintergrund der gewonnenen Erkenntnisse verschiedene Umbaustrategien anhand von Beispielen vorgestellt, aufgeteilt in die Blöcke «Verdichtung/Aufstockung», «Umbau/Sanierung» und «Umnutzung/Transformation».

Im Rahmen des CAS soll dem Handwerk ein grosser Stellenwert zukommen, denn die Einzigartigkeit aller Bauten setzt für einen adäquaten Umgang mit dem Bestand und eine analoge Sorgfalt im Umbau Handwerkerwissen voraus. Weiterbauen im Bestand ist ohne Handwerk undenkbar! 

Die Teilnehmer:innen erwerben praxisorientiertes Wissen und Fähigkeiten in folgenden Bereichen:

• Bestandeserfassung
• Umbaustrategien
• Grundkenntnisse der Denkmalpflege
• Disziplinenübergreifendes Agieren
• Handwerkliche Ansätze

Inhalt

  • Das CAS Weiterbauen im Bestand besteht aus acht Blöcken. Verschiedene, in die Kurse integrierte Exkursionen und Besichtigungen ergänzen das Programm.
  • Die Absolvierung des CAS Weiterbauen im Bestand legt die Grundlage, um den Bestand zu analysieren und mit Akteur:innen aus verschiedenen Bereichen auf Augenhöhe zu kommunizieren. 
  • Das CAS unterstützt die Kursteilnehmenden, Gebäude in ihrem kulturellen Wert einzuschätzen. 

A. Grundlagen

Block 1: Energie

Leitung: Christian Meier (ZHAW)

2 Tage

Themen:

  • Energetische Gebäudesanierung
  • Graue Energie und Betriebsenergie
  • Bauphysik im Bestand

Block 2: Immobilienökonomie

Leitung: Julia Selberherr/Patrick Arnold (Wüest Partner)

2 Tage

Themen:

  • Standort- und Marktanalyse
  • Objektstrategie und Nutzungskonzeption
  • Wirtschaftlichkeit und Bewertung
  • Gruppenarbeit: Case Study
  • Synthese und Erfolgsfaktoren

Block 3: Tragstruktur

Leitung: Alexandre Fauchère (ZHAW)

2 Tage 

Themen:

  • Materialien und ihre statischen Eigenschaften
  • Tragstrukturen und ihre Potentiale
  • Schäden, Mängel, Ertüchtigung

Block 4: Material/Handwerk

Leitung: Michael Steiger (Studio Jakob/Denkmal Stiftung Thurgau)

2 Tage

Themen:

  • Handwerk und Bestand
  • Materialien und ihre Eigenschaften
  • Handwerkliche Techniken

Block 5: Ressource Baukultur

Leitung: Stefan Gasser (Leiter Archäologie und Denkmalpflege, Amt für Städtebau Stadt Zürich)

4 Tage (2 Tage Exkursionen)

Themen:

  • Dimensionen der Nachhaltigkeit
  • Zeugnis und Erinnerungswert
  • Gebäudeerhalt und Denkmalpflege
  • Partizipation beim Denkmalschutz

B. Strategien

Block 6: Verdichtung/Aufstockung

Leitung: Thomas Friberg/Marcel Jäggi (pool Architekten)

2 Tage 

Themen:

  • Verdichtung von Siedlungen
  • Aufstockung als Strategie
  • Soziale Perspektive auf Ersatz vs. Bestand

Block 7: Umbau/Sanierung 

Leitung: Marion Steiger (Steiger Architekten)

2 Tage 

Themen:

  • Verschiedene Sanierungstiefen
  • Modernisierung vs. Restaurierung 
  • Schadstoffsanierung

Block 8: Umnutzung/Transformation

Leitung: Stefan Hausherr (ZHAW)

2 Tage

Themen:

  • Büros zu Wohnungen umbauen
  • Industrieerbe und neue Nutzungen
  • Mehrwert und Aufwand von Transformationen

Methodik

Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Lernformate wie Inputreferate, vertiefende Diskussionen mit Fachleuten und in der Gruppe, praxisorientierte Fallbeispiele, Präsentationen, Exkursionen und Selbststudium (Vor- und Nachbereitung, Erstellung der Zertifikatsarbeit). Die Zertifikatsarbeit besteht aus einer vertieften Betrachtung, Analyse und Bewertung einer architektonischen Fragestellung. Sie wird einzeln oder in kleinen Gruppen durchgeführt.

Mehr Details zur Durchführung

Das CAS umfasst insgesamt 18 Tage mit ca. 140 Kontaktlektionen. Der Unterricht wird berufsbegleitend durchgeführt und findet jeweils an zwei Tagen pro Monat statt. Ein Unterrichtstag besteht aus acht Lektionen (eine Lektion entspricht 50 Minuten). Zusätzlich ist mit 200 Stunden Selbststudium zu rechnen. Im Selbststudium vertiefen die Teilnehmenden das Gelernte an Fallstudien und in einer Zertifikatsarbeit. Fallstudien und Zertifikatsarbeit werden in kleinen Teams oder individuell bearbeitet und in regelmässigen Zwischenbesprechungen mit den CAS-Leiter:innen und externen Expert:innen weiterentwickelt.

Beratung und Kontakt

  • Prof. Dr. Andri Gerber
    Co-Leitung Institut Konstruktives Entwerfen
    +41 58 934 76 53
    andri.gerber@zhaw.ch

  • Stefan Hausherr
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut Konstruktives Entwerfen
    +41 58 934 76 61

  • ZHAW
    Weiterbildungssekretariat
    Tössfeldstrasse 11
    8401 Winterthur
    +41 58 934 76 50
    weiterbildung.archbau@zhaw.ch

Veranstalter

Dozierende

Das Team der Dozierenden besteht aus ausgewiesenen Fachpersonen des Institut Konstruktives Entwerfen (IKE), die über ihre freiberufliche Tätigkeit in der Praxis verankert sind. Ergänzt wird das Team durch ausgewiesene externe Referent:innen.

Anmeldung

Zulassungskriterien

Vorausgesetzt wird grundsätzlich ein Hochschulabschluss (Fachhochschule, Uni, ETH). Es können aber auch Praktiker:innen mit vergleichbaren beruflichen Kompetenzen zugelassen werden. Alle Teilnehmenden verfügen über eine mindestens zweijährige relevante Praxiserfahrung. Über die definitive Zulassung entscheidet die Studienleitung.

Das CAS ist Teil des Interreg-Forschungsprojektes «Walz 4.0 Handwerk und Hochschule gemeinsam für die Zukunft des Bauens» und richtet sich neben Architekt:innen auch an Handwerker:innen. Für letztere gelten andere Zulassungskriterien.

Anmeldeinformationen

Anzahl Teilnehmende: minimal 17, maximal 24 Personen

Verrechnung: Bei Anmeldung für den CAS erfolgt die Verrechnung einmalig vor Kursbeginn CHF 6'900.-

Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs fortlaufend geprüft. Sie erhalten in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen Bescheid, ob Sie aufgenommen wurden.

Startdaten und Anmeldung

Start Anmeldeschluss Anmeldelink
11.09.2026 laufend Anmeldung

Downloads und Broschüre

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