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Architektur, Gestaltung
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Wir trauern um Michelle Schneider

Fassungslos haben wir die Nachricht vom viel zu frühen Tod unserer ehemaligen Studentin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin Michelle Schneider erhalten. Michelle ist am 18. April nach kurzer Krankheit verstorben. Sie hinterlässt eine grosse Lücke. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freundinnen und Freunden sowie allen, die mit Michelle zusammenarbeiten durften und sie als warmherzigen, inspirierenden Menschen kennenlernen konnten.

Michelle Schneider, geboren am 19. April 1997 im fribourgischen Genolier, schloss ihr Architekturstudium im Frühlingssemester 2023 an unserem Departement im Institut Konstruktives Entwerfen IKE ab. Im Zentrum ihrer Master-Thesis stand die Wiederverwendung von Fenstern – ein Thema, das sie mit grosser Präzision, systematischem Denken und bemerkenswerter Kreativität in einem realen Szenario untersuchte. Ihre Arbeit fand grosse Beachtung und führte dazu, dass Michelle ihren Ansatz im Rahmen eines Forschungsprojekts am IKE weiterentwickeln konnte. 

Daraus entstanden nicht nur die Forschungsplattform Windows of Opportunities und ein weit verzweigtes Netzwerk, sondern auch eine unternehmerische Initiative, die bereits erste Spuren in der Praxis hinterliess und grosses Potenzial zeigte. Dass Michelle diesen Weg nicht weitergehen konnte, macht uns tief traurig. 

Das Forschungsprojekt soll in ihrem Sinne weitergeführt werden. Das IKE prüft derzeit Möglichkeiten, wie dies geschehen kann. 

Michelle hinterlässt nicht nur fachlich, sondern auch menschlich eine kaum zu füllende Lücke. Sie war ein Mensch, der niemanden unberührt liess. Mit ihrer Offenheit, ihrer Lebensfreude und ihrer Aufmerksamkeit für andere prägte sie ihr Umfeld nachhaltig. Michelle liebte es, Gastgeberin zu sein – bei sich zuhause, auf ihrer Dachterrasse, im Schrebergarten oder im Alltag der Schule. Sie schuf Orte der Begegnung und des Austauschs und machte aus einem Umfeld von Mitstudierenden, Kolleginnen und Kollegen beinahe eine kleine Familie. Nicht ohne Grund wurde sie im Studio manchmal liebevoll «Mama» genannt. 

Am IKE war Michelle weit über ihre Forschung hinaus eine prägende Persönlichkeit. Sie hatte immer ein offenes Ohr, war jederzeit hilfsbereit und nahm sich Zeit für andere. Zu einer Kaffeepause war Michelle immer bereit – nicht nur für ein kurzes Atemholen, sondern auch, weil ihr der Zusammenhalt am Institut und der menschliche Austausch wichtig waren. Sie war sich nie zu schade, die Extrameile für andere zu gehen. Mit ihrer offenen und zugewandten Art wurde sie für viele zum verbindenden Herz der Halle. 

Michelle war farbenfroh, voller Energie und offen für alles Lebendige und Sinnliche. Sie liebte gute Gespräche ebenso wie lange Nächte, gemeinsames Kochen ebenso wie das Feiern, und sie engagierte sich mit Begeisterung im Kollektiv Archiclette, einem Raclette-Catering für Architekturanlässe. 

Michelle hat uns inspiriert – als Architektin, Forscherin, Kollegin und Mensch. Um diese Inspiration weiterzutragen, hat sich das IKE entschieden, in ihrem Namen einen Verein zu gründen, der künftig ein Reisestipendium für frisch diplomierte Master-Studierende der Architektur an der ZHAW ermöglichen soll. Finanziert werden soll es durch Spenden; zu gegebener Zeit werden wir dazu aufrufen. 

Wir danken Michelle für ihren unermüdlichen Einsatz für die Architektur, für unsere Schule und für die Forschung am IKE. Ihr Engagement und ihre Haltung bleiben uns ein Vorbild. Wir werden ihre Arbeit und ihr Andenken in Ehren weitertragen und behalten Michelle in dankbarer Erinnerung. 

In stiller Trauer 
Das gesamte Departement A.