Zivilcourage und Sozialkompetenz

(). Zivilcourage und Sozialkompetenz. Kriminalistik, 7. 416/419.

In regelmässigen Abständen sorgen spektakuläre Fälle von zivilcouragierten Helfern für Schlagzeilen. Nicht nur im Fall von Dominik Brunner, der sich schützend vor Jugendliche stellte, die sich in einer Bedrohungssituation befanden und dadurch sein Leben verlor, sondern jüngst auch der Fall „Tugce“ sorgen für Diskussionen darüber „ob“ und vor allem „wie“ man sich in Gefahrensituationen verhalten und handeln soll. Vor allem im Fall Brunner wurde kontrovers diskutiert ob sein Einschreiten nicht sogar noch weiter zur Eskalation der Situation beigetragen habe, wodurch Fragen aufgeworfen wurden, die nicht nur „Brunners“ Verhalten kritisierten, sondern vielmehr auch die Rolle der sogenannten „Bystander“ oder Zuschauer hinterfragte. Als Fazit resultierte daraus, dass eine verstärkte Nachfrage nach Selbstbehauptungskursen erfolgte und Zivilcouragekurse entwickelt wurden. Sowohl für die Anbieter solcher Trainings als auch für die Wissenschaft ist von Interesse; Welches Klientel sich für diese Kurse interessiert, ob eine persönliche Grunddisposition des „Helfens“ bereits vorhanden ist und wie indirekt Beteiligte gefahrlos in das Geschehen eingebunden werden können.

Im Aufsatz wird einerseits der Versuch unternommen, Menschen die helfen in ihrer Grundhaltung zu beschreiben und weiter ein Training zu beschreiben, welches den Standards von „sozialen Trainingskursen“ entspricht, zu denen in einem weiteren Kreis auch Zivilcourage Trainings zählen.