Landwirtschaft und Agrarpolitik im Spannungsfeld von Versorgung und Ökologie: Überzeugungen, Interessen und Argumente - Elemente einer Landkarte der Politik prägenden Paradigmen

(). Landwirtschaft und Agrarpolitik im Spannungsfeld von Versorgung und Ökologie: Überzeugungen, Interessen und Argumente - Elemente einer Landkarte der Politik prägenden Paradigmen: Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU. Schlussbericht. 53 S. Wädenswil: IUNR.

Seit Anfang der 1990er Jahre wurde die Schweizer Agrarpolitik ökologisiert. Angesichts der aktuellen agrarpolitischen Debatten stellt sich die Frage, ob die aus Sicht des Bundesamtes für Umwelt nötige Weiterentwicklung der Ökologisierung gefährdet ist.

Vorliegende Untersuchung geht von der Beobachtung aus, dass die Diskussionen über die Landwirtschaft und die «richtige» Agrarpolitik in der Schweiz stark polarisiert sind. Unterschiedliche wirtschaftliche und politische Interessen reichen nicht aus, die Intensität einer oft auch emotionalen Debatte zu verstehen.

Die Landwirtschaft eignet sich als Projektionsfläche für unterschiedliche Weltanschauungen, und die Politik wird von unterschiedlichen Wertvorstellungen und Überzeugungen geprägt, die sich zu Politik prägenden Paradigmen verdichten. In der vorliegenden Untersuchung werden Politik prägende Paradigmen definiert als dominierende Überzeugungen und Argumente, die durch stetige Wiederholung für die Beteiligten immer «wahrer» werden. Auf der Basis einer Akteursanalyse und von rund 150 typischen Positionen wurden drei Politik prägende Paradigmen konstruiert: «Produzierende Landwirtschaft», «Liberale Wirtschaft» und «Nachhaltige Gesellschaft».

Aus der Perspektive dieser drei Paradigmen lassen sich wenige Signale für eine weitere Ökologisierung von Landwirtschaft und Agrarpolitik erkennen. Die explorative Analyse mündet in die Hypothese, dass im besseren Fall eine Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen verhindert werden kann. Ein Hauptgrund dafür ist, dass vor allem diejenigen konkreten politischen Vorhaben als mehrheitsfähig beurteilt werden, die mit einer Stärkung der Inlandproduktion verbunden sind. Da die Schweizer Landwirtschaft wie die übrige (west)europäische Landwirtschaft im internationalen Vergleich intensiv produziert und einer Entkopplung von Nahrungsmittelproduktion und Ressourcenverbrauch bzw. von Nahrungsmittelproduktion und Umweltbelastungen Grenzen gesetzt sind, engt eine Stärkung der Produktionsziele zwangsläufig den Raum für Umweltziele ein.