Wie formulieren ErgotherapeutInnen in der Schweiz Therapieziele? Eine Sekundäranalyse von gesamtschweizerisch erhobenen Daten

; ; ; ; ; (). Wie formulieren ErgotherapeutInnen in der Schweiz Therapieziele? Eine Sekundäranalyse von gesamtschweizerisch erhobenen Daten. In: ouvertüre. 2. Swiss Congress for Health Professions. (31.05.-01.06.2012). Winterthur: zhaw.

Hintergrund/Einleitung
Die Bedeutung von Therapiezielen im Rehabilitationsprozess wurde in den letzten Jahren immer wieder von der Fachwelt hervorgehoben. Geeignete Ziele können bei KlientInnen die Motivation zur Therapie und das Einhalten einer Therapie steigern, was zu verbesserten Therapieerfolgen führen kann. Ausserdem verlangen KlientInnen/PatientInnen und ZuweiserInnen zunehmend, dass Therapieziele klientenzentriert/patientenorientiert ausgehandelt und transparent formuliert werden. Das Forschungsprojekt  „Goal Phrasing in Swiss Occupational Therapy“  wird in Zusammenarbeit mit dem ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz und dem Schweizerischen Roten Kreuz durchgeführt. Finanziert wird das Projekt durch die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) und die Stiftung für Ergotherapie.

Ziel/Fragestellung
Die aktuelle Art und Weise der Zielsetzung zu analysieren: In welchem Zusammenhang stehen die Therapieziele zur ICF? Inwiefern sind die Ziele “SMART” (also Specific, Measurable, Agreed, Realistic, Timed), handlungs- bzw. patientenorientiert/klientenzentriert?

Methode
Studiendesign: Sekundäranalyse
Datengrundlage: 1049 ergotherapeutische Ziele aus drei Sprachregionen der Schweiz (Italienisch, Französisch und Deutsch) aus dem Jahr 2009
Erhebungsinstrument: Goal Attainment Scale (GAS)
Datenanalysen: Inhaltsanalyse, quantitative deskriptive Analyse (Häufigkeiten, Prozentangaben)

Ergebnisse
Als Herausforderung für das Formulieren von Zielen zeigen sich die Berücksichtigung der Handlungsorientierung beziehungsweise die Anwendung der SMART Regeln. Hierbei bestehen Unterschiede zwischen den Landesteilen resp. zwischen den Fachgebieten, in denen die ErgotherapeutInnen tätig sind.

Diskussion und Schlussfolgerungen
Die Handlungsorientierung als zentraler Fokus der Ergotherapie und die Anwendung von SMART Regeln haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen in der Schweiz. Bei den vorliegenden Daten ist davon auszugehen, dass ein grosser Teil der ErgotherapeutInnen während ihrer Ausbildung keine so starke Fokussierung auf die Handlungsfähigkeit resp. auf die SMART Regeln erlebt haben. Die Unterschiede zwischen den Landesteilen resp. den Fachgebieten sind erklärbar durch die Zugänglichkeit zu ergotherapeutischer Fachliteratur resp. Weiterbildungen in verschiedenen Sprachen sowie unterschiedlichen Schwerpunkten in Fachgebieten.