Bewirtschaftung von Gastronomieabfällen im Kt AG

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Prof. Dr. Urs Baier

Projektteam: Benjamin Reinhard

Projektbeginn: 01.01.2007

Kurzdarstellung

Anfall Aargauer Gastronomieabfälle
Diese Studie befasst sich mit organischen Abfällen aus Grossküchen im Kanton Aargau. Im Verlauf der Studien wurde gezeigt, dass der organische Teil des Abfalls pro Mahlzeit in einer Grossküche 124 Gramm beträgt. Für diesen organischen Abfall sind zwei Quellen verantwortlich. Zum einen sind es gekochte Esswaren, die von den Gästen auf den Tellern zurückgelassen werden oder in der Küche zu viel zubereitet wurden. Zum anderen sind es ungekochte Abfälle, die beim Rüsten und Zubereiten der Nahrungsmittel entstehen. Diese zwei Quellen bilden je eine Fraktion des Abfalls, die dritte Fraktion ist das Öl. Die Fraktionen können und müssen unterschiedlich entsorgt werden.
Die Untersuchungen zeigten eine jährlich Menge von rund 12'000 Tonnen organische Abfälle aus Grossküchen im Kanton Aargau. Davon stammen 4/5 aus der privaten Gastronomie (Restaurant, Hotellerie, Kantinen), und 1/5 aus dem öffentlichen Sektor (Spitäler, Heime, Militär). Dieser Abfall besteht aus je rund 6000 Tonnen Speise- und Rüstabfällen. Das Öl ist mit 350 Tonnen eine kleine Menge, ist aber wegen seiner hohen Energiedichte eine sehr interessante Fraktion. Die berechneten Gesamtmengen sind vergleichbar mit den Frachten aus anderen Studien, welche für die Nordwestschweiz und für den Kanton Bern Daten erhoben haben. Für Schweizerische Mittellandkantone kann mit einer Menge von 20 kg Gastronomieabfall pro Einwohner und Jahr gerechnet werden.
Verwertung Aargauer Gastronomieabfälle
In die Verfütterung gehen 6500 Tonnen, also gut die Hälfte der jährlichen Abfälle. Hier spielt vor allem die Fraktion der gekochten Abfälle eine wichtige Rolle. Rund 4000 Tonnen der Abfälle werden kompostiert, hierbei handelt es sich nur um ungekochte Rüstabfälle. Rund 900 Tonnen werden verbrannt, dies ist zum grössten Teil Speiseabfall und rund 300 Tonnen von sowohl Speise wie auch Rüstabfall gelangt in eine Vergärung. Die 350 Tonnen Öl werden für Biodiesel verwendet.
Da nach der EU auch in der Schweiz ein Verbot der Verfütterung aus Angst vor neuen Tierseuchen sehr bald Wirklichkeit sein könnte, müssten 6500 Tonnen organischer Abfall in einen anderen Verwertungspfad eingespeist werden. Hier steht die thermophile Vergärung im Vordergrund, welche im und an den Grenzen des Kanton Aargau im Ausbau ist und in Zukunft eine gute Abdeckung gewährleistet. In der Vergärung wird aus Küchenabfall Biogas gewonnen. Wertvolle Stoffe werden also nicht nur energetisch genutzt, sondern im Anschluss auch wieder stofflich in den Kreislauf zurückgebracht. Dies entspricht den Vorgaben des Umweltschutzgesetzes.
Fazit
Zurzeit ist im Kanton Aargau durch die Kombination von Verfütterung, Kompostierung und Vergärung ein sinnvolles und bewährtes Entsorgungskonzept für die Gastronomieabfälle in Betrieb. Sollte in Zukunft die Verfütterung als Entsorgungspfad wegfallen, sind die Weichen richtig gestellt. Die Vergärung befindet sich im Ausbau und die Abdeckung ist ähnlich gut, wie jene der KVA. Es ist sinnvoll, eine Verbrennung dieser Abfallfraktion zu verhindern und dafür die Vergärung zu fördern.