Verdriftung von Makroinvertebraten infolge von Schwall-Sunk

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Dr. Diego Tonolla

Projektteam: Nina Di Cugno, Dr. Michael Döring, Christa Gufler

Projektfinanzierung: BAFU

Projektvolumen: 315'000.00 CHF

Projektbeginn: 01.01.2017

Kurzdarstellung

Schwallbetrieb aus Kraftwerkszentralen führt zu häufig auftretenden, diskontinuierlichen Abfluss- und Pegelschwankungen welche enorme kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die aquatischen Lebensgemeinschaften haben können. Bei einem starken und raschen Anstieg des Abflusses, nehmen die Scherkräfte auf die Substratoberfläche, sowie die Fliessgeschwindigkeit und Wassertiefe des betroffenen Gewässers zu, was weiterführend zur Bewegung von Teilen des Sohlensubstrats führen kann. Wegen der ansteigenden hydraulischen Kräfte müssen aquatische Organismen, wie das Makrozoobenthos (MZB), erhebliche Energiemengen aufwenden, um eine stromabwärts gerichtete Verlagerung (Drift) während eines Schwallereignisses zu vermeiden. Die hydraulische Belastung kann somit einen erheblichen Einfluss auf die Intensität der Verdriftung und Ausschwemmung von MZB sowie auf die Verfügbarkeit von geeigneten Habitaten im dauerbenetzten Bereich der Gewässersohle haben.

Hauptziel dieses Forschungsprojektes ist ein neuer Indikator für die Beurteilung der Verdriftung des MZB vorzuschlagen. Dabei werden kontrollierte Driftexperimente an der Versuchsanlage des Instituts für Hydrobiologie und Gewässermanagement der BOKU Wien sowie in situ Driftexperimente an drei hydromorphologisch unterschiedlichen Fliessgewässern der Schweiz, welche durch Schwall-Sunk beeinträchtigt sind, durchgeführt.

Mit diesem Projekt werden wir ein differenzierteres Verständnis der kausalen Zusammenhänge von MZB-Reaktionen auf Schwall- und Sunkphänomene erhalten. Erarbeitet werden damit Schwellenwerte zur Verwendung in Wertefunktionen, mit denen die Resultate von MZB-Driftmessungen (bzw. Habitateignung) beurteilt und Prognosen zur Wirkung von Sanierungsmassnahmen gemacht werden können.

Das vorliegende Projekt soll dem Forschungs- bzw. Handlungsbedarf Rechnung tragen und ist von grosser Bedeutung für die Umsetzung der Schwall-Sunk Sanierung in der Schweiz und im benachbarten Alpenraum.