Entwicklung eines Frameworks zur Wirkungsanalyse der sozialen Nachhaltigkeit in AgroFood-Wertschöpfungsketten

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Dr. Deborah Scharfy

Projektteam: Tom Bischof, Isabel Jaisli, Dr. Emilia Schmitt, Sonja Trachsel

Projektfinanzierung: intern

Projektbeginn: 01.12.2015

Kurzdarstellung

Die Gestaltung nachhaltiger Wertschöpfungsketten (WSK) gewinnt in Europa derzeit stark an Bedeutung. Vor allem im Kontext der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen spielt hierbei der Agrofood-Sektor eine wichtige Rolle (Baldwin, 2012). Mit zunehmender Konsumentensensibilisierung und -kritik steigen die Nachhaltigkeitsbemühungen der Agrofoodfirmen. Neben der ökologischen Verantwortung in der Beschaffung natürlicher Ressourcen stehen Firmen, vor allem im Kontext des Süd-Nord-Handels, zunehmend in einer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Zulieferern. Corporate Social Responsibility (Maloni & Brown, 2006) und Shared Value Creation (Porter & Kramer, 2011) sind hierbei massgebliche Ansätze, welche Firmen zur Nachhaltigkeit in der WSK verpflichten. Bisherige Strategien zum Aufbau oder zur Förderung sozialer Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette, wie z.B. eine Zertifizierung mit Labels wie Fairtrade, UTZ oder Bio Suisse werden in Zukunft nicht mehr ausreichen um eine nachhaltige Nutzung der Ressourcenbasis zu gewährleisten.

Während soziale Verantwortung ein zunehmendes Verkaufsargument wird, steigt gleichzeitig die Frage nach der Wirksamkeit solcher Bemühungen bzw. nach deren Wirkung, im gesamten Kontext der Gestaltung von nachhaltigen WSK (FAO, 2014; Hutchins & Sutherland, 2008). Als Entscheidungsgrundlage sowie für die Kommunikation von Unternehmen und Organisationen sind fundierte Analysen der Wirkung, ob positiv oder negativ, beabsichtigt oder nicht, erforderlich. Obschon es verschiedene Ansätze auf den einzelnen Stufen der Wertschöpfungsketten zur Bewertung der sozialen Nachhaltigkeit gibt, fehlt es bisher an übergreifenden Bewertungsrastern, welche für den speziellen Kontext der Agrofood-Wertschöpfungsketten (AFWSK) geeignet sind.

In der Forschungsgruppe Geography of Food (FG GOF) sollen Kompetenzen zur Wirkungsanalyse der sozialen Nachhaltigkeit in AFWSK ausgebaut werden, um umfassende Projektevaluationen für unterschiedliche Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und NGOs anbieten zu können. Dabei stehen im Gesamtprojekt folgende Nachhaltigkeitsprojekte bzw. –bemühungen der Stakeholder im Fokus:

• Corporate Social Responsibility und Nachhaltige Beschaffung (z.B. Direkthandel, Labelling, Integration)
• Projekte der Entwicklungszusammenarbeit (Förderung von Kleinbauern, Ernährungssicherheit, ländliche Entwicklung, Einkommenssteigerung etc.)
• Product Social Impact Assessment (Fontes, 2006)
• Policies, Innovation und Change
• Aufbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines methodischen Frameworks zur Wirkungsanalyse der sozialen Nachhaltigkeit in AFWSK. Die Entwicklung einer eigenen neuen Methode ermöglicht es, vielfältige Forschungsprojekte zur Wirkungsabschätzung im Schwerpunktthema der FG GOF anbieten zu können. Potentielle Auftraggeber sind Firmen und Verbände der Agro-Food-Industrie, NGOs, Bundesämter und Investoren.