Neue biologische Pflanzenschutzmittel aus entomopathogenen Bakterien

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Dr. Esther Fischer

Projektteam: Prof. Dr. Jürg Grunder, Ursula Löffel

Projektbeginn: 01.06.2013

Kurzdarstellung

Die Kraut und Knollenfäule (Phytophtora infestans) verursacht weltweit immense Ernteverluste. Das bekannteste Beispiel für die verheerenden Auswirkungen ist die Hungersnot in Irland zwischen 1845 und 1849, welche fast einer Million Menschen das Leben gekostet und weitere zwei Millionen zum Auswandern gezwungen hat. Das Pathogen hat seither nichts an seiner Virulenz eingebüsst, einzig die Diversifizierung im Anbau von Grundnahrungsmitteln, qualitativ einwandfreies Pflanzgut und der Einsatz von PSM haben die Auswirkungen abgeschwächt. Trotz diesen Fortschritten steht dieses Pathogen, beziehungsweise die Suche nach neuen Fungiziden, bei vielen Pflanzenschutzmittel (PSM)-Herstellern zuoberst bei den Forschungszielen.

Die Forschungsgruppe Phytomedizin verfügt über eine grosse Sammlung (> 80 Stämme) von Bakterienstämmen die in der Schweiz aus insektenpathogenen Nematoden gewonnen wurden. Ein erstes Screening von wenigen dieser Stämme, im Rahmen einer Masterarbeit, hat nun gezeigt dass viele eine sehr starke fungizide Wirkung gegen Phytophtora infestans aufweisen. Dies ist umso erstaunlicher, als dass P. infestans sowohl mit chemischen wie auch mit biologischen Mitteln nur schwer zu bekämpfen ist.

Projektziele:
Im Rahmen eines Projektes (NF oder BAFU) soll nun die gesamte Sammlung, zusammen mit den bodenlebenden Bakterien der Gattung Pseudomonas der ETH Zürich auf ihre fungizide Wirkung gegen P. infestans und andere pilzlichen Krankheiten, sowie auf ausgewählte Schädlinge geprüft werden.

In einem zweiten Schritt soll das dafür zuständige Toxin identifiziert und isoliert werden, um daraus eventuell ein Pflanzenschutzmittel zu entwickeln.