Alternativen zum Medizinstudium - Wenn der Weg zum Medizinstudium verwehrt bleibt.

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Prof. Dr. Julie Page

Projektteam: Ursula Meidert

Projektbeginn: 28.09.2012

ProjektpartnerInnen: Bundesamt für Gesundheit

Weiterführende Informationen: https://www.zhaw.ch/storage/gesundheit/institute-zentren/ier/news/schlussbericht-ausbildungsalternativen-zhaw-gesundheit.pdf

Kurzdarstellung

Hintergrund: Aufgrund der demographischen Entwicklung wird für die Schweiz ein Fachkräftemangel im Gesundheitswesen prognostiziert. Bereits jetzt besteht eine Kluft zwischen Personalangebot und –nachfrage. Gleichzeitig werden jährlich über 3000 Personen, die sich für das Medizinstudium anmelden, aufgrund der Zulassungsbeschränkung (Numerus clausus) abgewiesen.
Ziel: Das Bundesamt für Gesundheit wollte mit einer Studie herausfinden, ob Personen, die für das Medizinstudium abgewiesen werden müssen, für andere Studiengänge im Bereich Gesundheit gewonnen werden könnten. Es bestand die Annahme, dass zumindest ein Teil dieser abgewiesenen Bewerber/innen Interesse an einer anderen Ausbildung im Gesundheitswesen hat. Ebenso wurde vermutet, dass die abgewiesenen Personen dem Gesundheitswesen als potentielle Arbeitskräfte zurzeit verloren gehen. Es sollte geprüft werden, ob diese Personen ausreichend Kenntnisse über Alternativen, wie das Angebot von Bachelorstudiengängen in Ergotherapie, Ernährung & Diätetik, Hebamme, Physiotherapie sowie Pflege auf Fachhochschulniveau haben oder ob ein Informationsbedarf bei den Kandidaten/-innen besteht. Ferner sollte abgeklärt werden, welche Ausbildungen alternativ absolviert oder geplant werden und ob die Fachhochschulen freie Kapazitäten zur Verfügung haben, solche Kandidaten/-innen aufzunehmen.
Methode: Es wurden zwei Befragungen durchgeführt: Eine Online-Befragung der Bewerber/innen-Jahrgangs 2011 und leitfadengestützte Telefoninterviews mit Bachelorstudiengangsleitenden im Bereich Gesundheit an den Schweizer Fachhochschulen.
Resultate: Insgesamt haben sich 1448 Personen an der Befragung beteiligt. Nur ein geringer Teil der abgewiesenen Bewerber/innen (8% aller abgewiesenen Personen) hat eine alternative Ausbildung im Bereich Gesundheit aufgenommen oder eine solche geplant. Derzeit gehen dem Gesundheitswesen, wie vom BAG vermutet wurde, tatsächlich der Grossteil der abgewiesenen Bewerber/innen als künftige Arbeitskräfte verloren. Es zeigt sich, dass alternative Ausbildungen im Bereich Gesundheit bei den Bewerber/innen nicht genügend bekannt sind und dass für Abgewiesene Informationen dazu hilfreich gewesen wären. Die Befragung der Fachhochschulen ergab, dass für die Studiengänge Ergotherapie, Hebamme, Ernährung und Diätetik sowie Physiotherapie schweizweit Studienplatzbeschränkungen bestehen. Die Nachfrage nach Studienplätzen übertrifft das Angebot z.T. um ein Vielfaches. Einzig die Studiengänge Pflege und Medizinische Radiologie-Technik haben freie Kapazitäten. Um den Bedarf an Fachkräften im Gesundheitswesen zukünftig decken zu können, braucht es mehr Studienplätze auf Tertiärstufe im Bereich Gesundheit.