Therapeutische Gärten für Alterszentren

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Prof. Renata Schneiter

Projektteam: Regina Hoffmann, Prof. Susanne Karn, Andrea Fahrländer, Trudi Beck

Projektfinanzierung: age stiftung, Gesundheitsförderung Schweiz, BSLA

Projektbeginn: 01.03.2003

Beschreibung

KTI-Projekt Nr. 6177.2FHS-ET (2003 - 2005)

Kurzdarstellung

Mit diesem interdisziplinären Projekt wird die Erhaltung bzw. Erhöhung der Lebensqualität von Betagten in Alterszentren durch vermehrte passive als auch aktive Nutzung des Gartens angestrebt. Als Folge davon erwartet man, dass u. a. die medizinischen Aufwendungen für Betagte reduziert werden. Im weiteren soll die Attraktivität von Alterszentren nachhaltig durch spezifisch auf ihre Bewohner/innen abgestimmte Aussenräume, in denen neu auch Therapien stattfinden, gesteigert werden. Eine auf wissenschaftlich-soziologischen Erhebungen basierende Pilotanlage sollte im Alterszentrum Gibeleich (Opfikon/Glattbrugg, Schweiz) realisiert, getestet und evaluiert werden. Die Nachfrage für solche Aussenanlagen soll mit diesem innovativen Projekt geschaffen werden.
Die sozialwissenschaftlichen Erhebungen im Alterszentrum Gibeleich (Frühling 2003) dienten dazu, exemplarisch die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Bewohner/innen und Heimangestellten in Bezug auf den Garten zu ermitteln. Basierend auf den Ergebnissen dieser Erhebungen sowie einer landschaftsarchitektonischen Analyse erfolgte die Konzeption für die Umgestaltung des Aussenraumes. Ergebnis der Planungs- und anschliessenden baulichen Umsetzungsphase ist u. a. ein Freilufttherapiezimmer mit einem neu entwickelten Hochbeettyp, ein Nutz-, sowie Flaniergarten. Zudem wurde ein Konzept für den Gartenunterhalt und die Gartenpflege formuliert. Ein Leitfaden für das aktivierungstherapeutische Arbeiten mit Pflanzen im Alterszentrumsgarten wurde von der Hochschule Wädenswil in Zusammenarbeit mit der Schule für Aktivierungstherapie in Burgdorf entwickelt. Er dient als Grundlage für die Weiterbildung „Gartentherapie für Aktivierungstherapeutinnen“, die ab Frühjahr 2006 gemeinsam von den beiden Schulen angeboten wird. Erste Erfahrungen mit dem anfangs 2004 umgestalteten Garten wurden im Herbst 2004 erfasst und evaluiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Projekt in den Augen aller Beteiligten ein Erfolg ist. Das Hauptziel, der Beitrag zur Erhaltung bzw. Steigerung der Lebensqualität der Bewohner/innen wurde erreicht. Die Aufenthaltsdauer der Betagten im Garten hat sich klar durch aktive Betätigungen im Rahmen der Aktivierungstherapie, der aktivierenden Pflege, aber auch durch eine vermehrte passive Nutzung, bedingt durch die neuen Gartenelemente, erhöht. Vom Nachweis der Reduktion der medizinischen Aufwendungen als Folge der Erhöhung der Lebensqualität wurde u. a. aus Gründen des Datenschutzes abgesehen. Eine weitere Zielsetzung, die erhöhte Attraktivität und Nachfrage nach diesem neuen Gartentyp, ist erreicht worden. So haben sich 2004 einige Personen auf die Warteliste des Alterszentrums Gibeleich setzen lassen, bei denen der Garten mit ein Grund für die Auswahl darstellt. Ob dieser Trend anhält, wird eine weitere Projektevaluation im Winter 2006/2007 zeigen. Zahlreiche Gartenführungen sowie durch dieses Projekt neu initiierte Gartenprojekte in anderen Alterszentren zeigen die gesteigerte Nachfrage auf.
Als Erfolgsfaktoren des Projektes werden von den Verfasserinnen genannt: Zuverlässigkeit aller Projekt-mitarbeitenden, sorgfältiger Informationsaustausch und Partizipation aller beteiligten Stellen, umfassende Grundlagenarbeit und sorgfältige Planung sowie gelungene Personalrekrutierung von Seiten des Alterszentrums.