Oestrogene Aktivität in Drainagewässern

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Andreas Schönborn

Projektteam: Claudius Bösiger, Pascal de Buren, Ole Feurer

Projektfinanzierung: BAFU

Projektvolumen: 49'000.00 CHF

Projektbeginn: 01.03.2010

Kurzdarstellung

Ausscheidungen sowohl von Wildtieren, als auch des Menschen und seiner Nutztiere enthalten natürlicherweise immer endokrin aktive Substanzen, die so in die Umwelt gelangen. Allerdings hat die Menge dieser Substanzen in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zugenommen. Gründe dafür sind einerseits die wachsende Bevölkerungsdichte und die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Andererseits hat die potenziellen Wirksamkeit der ausgeschiedenen hormonartigen Substanzen durch die Entwicklung und Anwendung synthetischer Hormone (z.B. die "Pille") zugenommen.

Menschliche Ausscheidungen werden in den industrialisierten Ländern zumeist mit einer Schwemmkanalisation in eine Kläranlage (ARA) geleitet. Verschiedene endokrin aktive Stoffe werden in ARAs recht gut abgebaut. Die verbleibenden Restkonzentrationen im Abwasser können im Gewässer aber trotzdem zu Störungen im Hormonsystem von Fischen führen, weil diese Stoffe biologisch sehr aktiv sind.

Der Eintragspfad durch kommunales Abwasser in Gewässer und seine möglichen Folgen wurde erstmals in den 1990er Jahren in England entdeckt. Er wurde mittlerweile recht gut untersucht. Dagegen ist die Nutztierhaltung, obwohl ebenfalls eine beträchtliche Quelle für endokrine Substanzen, bis heute nur in Grossbritannien untersucht worden.

In der Schweiz leben heute mehrere Millionen Nutztiere, davon rund 1,5 Millionen Rinder und Kühe. Allein diese scheiden in der Summe viermal mehr Östrogen aus als alle 7,7 Millionen Einwohner zusammen. Mit der Gülle gelangen diese auf die Wiesen. Von diesen können sie dann in die nächsten Gewässer geschwemmt werden.

Das beantragte Projekt soll am Beispiel der östrogenen Wirkung den möglichen Eintrag von endokrinen Stoffen in Gewässer durch Nutztiere in der Schweiz näher beleuchten.