ADL (Activities of Daily Living) performance in children with mild disabilities: The Use of the Assessment of Motor and Process Skills in Evaluation and Intervention

Auf einen Blick

Projektleiter/in: Prof. Dr. Julie Page

Projektteam: Prof. Dr. Brigitte Gantschnig

Projektfinanzierung: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)

Projektbeginn: 01.02.2010

Beschreibung

Validierung AMPS

Kurzdarstellung

Hintergrund
Der Focus der Ergotherapie ist die alltägliche Betätigung. Damit wir die Fähigkeit unserer KlientInnen, alltägliche Aufgaben auszuführen, beurteilen sowie die Wirksamkeit unserer Interventionen überprüfen können, benötigen wir standardisierte Assessments. Das Assessment of Motor and Process Skills (AMPS) ist ein standardisiertes Beobachtungsinstrument, welches in allen Fachbereichen der Ergotherapie eingesetzt werden kann und nun auch in Mitteleuropa angewendet werden kann.

Ziele
Mit einem grossangelegten, internationalen Forschungsprojekt wurde die Gültigkeit (Validität) des AMPS für den mitteleuropäischen Raum und für die Anwendung bei Kindern überprüft. Das übergeordnete Ziel war, der Praxis ein prakti¬kables Instrument zur Verfügung zu stellen, mit dem Therapiebedarf und Therapieerfolge gemessen werden können.

Studiendesign und Methoden
Das Forschungsprojekt bestand aus vier Studien, das in zwei Phasen durchgeführt wurde. In Phase eins überprüften wir die Validität des AMPS für Mitteleuropa und für den Gebrauch bei Kindern. StudienteilnehmerInnen kamen aus allen Weltregionen; sie wurden aus der AMPS Datenbank ausgewählt. Die Daten wurden mit Raschanalyse und ANOVAs, Regressionsanalyse und Post-hoc Tests analysiert. In Phase 2 überprüften wir die Machbarkeit einer randomisiert kontrollierten Studie (RCT) in der ergotherapeutischen Praxis, mit dem AMPS und dem COPM als Assessments. TeilnehmerInnen waren Kinder und Ergotherapeutinnen in der Schweiz. Die Daten wurden qualitativ analysiert.

Ergebnisse
Studie I
• TeilnehmerInnen: 1346 aus Mitteleuropa und 144,143 aus anderen Weltregionen; im Alter zwischen drei und 103 Jahren alt; gesund oder mit einer medizinischen Diagnosen (z.B., pädiatrische, psychiatrische, neurologische, rheumatologische)
• AMPS Items sind insgesamt frei von kultureller Bias (Verzerrung); eines von 36 Items zeigte eine Bias, die die übergeordnete Validität des AMPS für seine Anwendung in Mitteleuropa jedoch nicht beeinträchtigt.
Studie II
• TeilnehmerInnen: 11,189 gesunde Kindern aus Mitteleuropa und anderen Weltregionen, im Alter zwischen zwei und 15 Jahren
• durchschnittliche ADL (Aktivitäten des täglichen Lebens) Performanz von Kindern in allen Weltregionen ist vergleichbar
• in sieben von 168 Vergleichen (4.17 %) zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied, der jedoch klinisch nicht relevant ist (d.h. die Unterschiede sind nicht beobachtbar)
Studie III
• TeilnehmerInnen: 10,998 Kinder zwischen vier und 15 Jahren, gesund oder diagnostiziert mit Aufmerksamkeits-Defizit Syndrom (ADHD), Umschriebener Entwicklungsstörung motorischer Funktionen (UEMF) und anderen Lernbeeinträchtigungen (LD)
• Kinder mit ADHD, UEMF und/oder LD haben im Vergleich zu gesunden Kindern deutlich grössere Schwierigkeiten ADLs auszuführen
• Unterschiede sind sowohl statistisch nachweisbar, sowie auch in der Praxis bedeutungsvoll und mit geschultem Auge beobachtbar
• Die Sensitivität des AMPS, bei Kindern mit ADHD, UEMF und/oder LD, ab dem Alter von fünf Jahren, konnte nachgewiesen werden
Studie IV
• TeilnehmerInnen: 17 Kindern mit ADHD und/oder UEMF, 10 ErgotherapeutInnen
• Identifizierung verschiedener Stärken und Schwächen in Bezug auf folgende Punkte: Rekrutierung von TeilnehmerInnen, Randomisierung, Ein- und Ausschlusskriterien, notwendigen Ressourcen, Kommittment verschiedener Stakeholder, Forschungskom-petenzen, Studienprotokoll, die Kriterien für statistische Signifikanz und klinische Relevanz
• Diese müssen bei der Durchführung einer grösseren Studie berücksichtigt werden.

Schlussfolgerungen
• Das AMPS ist in Mitteleuropa als valides Assessment gültig und kann in ergotherapeutischer Praxis und Forschung eingesetzt werden. Es hilft Stärken und Schwächen von KlientInnen ab dem Alter von zwei Jahren in der ADL Performanz zu ermitteln, darauf aufbauend ergotherapeutische Interventionen zu planen und umzusetzen sowie die Wirksamkeit von Interventionen auf Betätigungsebene zu überprüfen.
• Die internationalen Normwerte des AMPS können für Kinder in Mitteleuropa angewendet werden. Sie ermöglichen Ergotherapeutinnen die Fähigkeit eines einzelnen Kindes mit der durchschnittlichen „normalen“ Fähigkeit im selben Alter zu vergleichen.
• Die motorische und prozessbezogene Skala des AMPS können eingesetzt werden, um Probleme in der ADL Performanz von Kindern mit ADHD, UEMF und LD, ab dem Alter von fünf Jahren sicher zu identifizieren.
• Wenn das AMPS für Forschungszwecke verwendet wird, müssen wir sicherstellen, dass es gemäss den standardisierten Verfahren angewendet und ausgewertet wird. Wir empfehlen Zeit für das Training in der Anwendung von standardisierten Assessments und den kontinuierlichen Austausch zwischen ErgotherapeutInnen in Praxis und Forschung einzuplanen.