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Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz: Versorgung und Epidemiologie (Obsan)

Auf einen Blick

Beschreibung

In dieser Studie wurde im Auftraf des OBSANs empirische Arbeiten und Berichte welche von 2006 bis 2016 zum Thema psychische Gesundheit und Krankheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz veröffentlicht wurden, systematisch zusammengefasst.

Der Fokus lag auf der Versorgungslage, Inanspruchnahme und Epidemiologie. Um die Informations- und Datenlage möglichst präzise einschätzen zu können, wurde die Literatursuche durch eine systematische Internetrecherche von grauer Literatur ergänzt. Es flossen Jahresberichte von Kliniken sowie Informationen von Fachstellen und Verbänden in diesen Bericht mit ein.

Versorgung und Inanspruchnahme
Die Resultate dieser Recherche zeigen, dass im Bereich der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen wenig empirische Literatur publiziert wurde. Ausser beim stationären Sektor existiert keine systematische Datenerfassung. Vor allem der Zugang zu ambulanten Leistungen gestaltet sich als schwierig. Lediglich die Hälfte der Institutionen publizierten im Jahre 2015 Angaben zur Inanspruchnahme ambulanter Leistungen, welche wegen ihrer Uneinheitlichkeit (z.B. als Taxpunkte, Fälle, Stunden oder Behandlungstage) schwierig zu vergleichen sind.
In der Schweiz sind auch schulpsychologische Dienste, schulärztliche Dienste, sowie Familien-, Erziehungs-, und Jugendberatungsstellen wichtige Akteure in der Behandlung und Prävention von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Da es bei diesen Angeboten keine einheitlichen Datenerhebungen in den Kantonen oder Gemeinden gibt, kann nicht beurteilt werden, welchen Stellenwert diese Dienste und Beratungsstellen im gesamten Versorgungssystem haben.  Jedoch existieren Forschungsberichte für wenige spezifische Versorgungsangebote, wie Autismus Diagnostik, mobile Versorgung in der Romandie oder psychische Störungen bei Säuglingen.

Für ein vollständiges Bild der Versorgungssituation wäre eine Koordination und Vereinheitlichung der Datensammlung - beispielsweise der schulpsychologischen Dienste, schulärztlichen Dienste oder Jugend- und Familienberatungsstellen - wünschenswert, auch wenn aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten und Finanzierungssysteme schwierig umsetzbar.



Epidemiologie:
Obwohl wenige nicht repräsentative Studien bei spezifischen Personengruppen (z.B. delinquenten Jugendlichen) publiziert wurden, existieren keine national repräsentativen Zahlen zur Prävalenz psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz. Auch hier liegt in der Schweiz der Fokus auf spezifischen psychischen Störungsgruppen (posttraumatische Belastungsstörung, restriktives Essverhalten), von welchen repräsentativen Daten erhoben wurden.
Regionale Schülerbefragungen (z.B. Basel-Stadt, Stadt Zürich) erfassen systematisch sub-klinische psychische Auffälligkeiten und die HBSC-Studie (Health Behavior in School-aged Children) liefert nationale Daten zum allgemeinen psychischen Wohlbefinden und zur Lebenszufriedenheit. In der CSHCN-Studie (Children with Special Health Care Needs) wurde schweizweit die Lebensqualität von Kindern mit speziellen Versorgungsbedürfnissen befragt.

Die identifizierten Datenlücken können mit ähnlichen Studien wie sie in Grossbritanien (Mental Health of Children and Young People) oder Deutschland (Bella-Kohortenstudie) bereits angelegt sind, behoben werden.

Publikationen