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Focus group Interviews on VSED: Experts' experience (FIVE)

Auf einen Blick

Beschreibung

Hintergrund:

In der modernen Medizin wird die Selbstbestimmung und Autonomie der Betroffenen in den Fokus gerückt. Entscheidungen über medizinische und therapeutische Massnahmen werden von zuvor informierten Personen selbst getroffen und an die Professionellen adressiert (Bobbert & Werner, 2014, S. 109ff). Auch am Lebensende ist ein gesellschaftlicher Trend hin zur Selbstbestimmung zu erkennen (Birnbacher, 2015; Chabot & Goedhart, 2009). Derzeit bieten in der Schweiz die Organisationen EXIT (2016b) und DIGNITAS (2016) im Rahmen präziser Vorschriften entscheidungsfähigen, autonomen und aufgeklärten Personen die Möglichkeit an, durch Freitodbegleitung mit Hilfe eines Narkose- und Schlafmittels (Natrium-Pentobarbital NaP) die Lebenszeit zu verkürzen (EXIT, 2016a, S. 16). Dieser Weg ist jedoch nicht für alle Menschen geeignet. Eine Option, mit welchen Professionelle zunehmend konfrontiert werden, ist der Wunsch nach Begleitung beim „Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit“ (FVNF) am Lebensende. Der Entschluss zum FVNF geht von einer entscheidungsfähigen, aufgeklärten Person aus, die bewusst die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit ablehnt – in der Absicht, die Lebenszeit zu verkürzen (Haller, 2014; Ursula Klein Remane & André Fringer, 2013) und unerträgliches Leiden zu beenden (Black & Csikai, 2015; Cavanagh, 2014; Ivanovic et al., 2014; Pope & West, 2014).

Ziel:

Das Ziel der vorliegenden Untersuchung besteht darin, die Bedeutung des FVNF aus Sicht von Expertinnen und Experten sowie beteiligten Akteuren im schweizerischen Gesundheitswesen zu untersuchen.

Forschungsfragen:

  1. Welche Herausforderungen bestehen bei der Betreuung und Begleitung der betroffenen Person aus Sicht der Professionellen (Ärzteschaft, Pflege, Sozialarbeit sowie interdisziplinäres Team)?
  2. Welche Herausforderungen bestehen bei der Betreuung und Begleitung der Angehörigen aus Sicht der Professionellen (Ärzteschaft, Pflege, Sozialarbeit sowie interdisziplinäres Team)?
  3. Welche Herausforderungen bestehen bei der Unterstützung und Begleitung der Professionellen (Ärzteschaft, Pflege, Sozialarbeit sowie interdisziplinäres Team)?
  4. Welche Herausforderungen sind im Umgang mit Betroffenen und Angehörigen zu beachten, wenn Personen Essen und Trinken implizit ablehnen oder verweigern?
  5. Welche Herausforderungen gibt es im Umgang mit Empfehlungen zum FVNF sowie bezüglich der Kommunikation mit Betroffenen, Angehörigen und auf gesellschaftlicher Ebene?

Erwarteter Nutzen:

Der Nutzen dieser Untersuchung besteht darin, die Erfahrungen, Einstellungen sowie die Haltung der Expertinnen und Experten umfassend zu erkunden und zu explorieren. Für Palliative Care-Expertinnen und -Experten stellen die zu erwartenden Ergebnisse einen bedeutenden ersten Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen dar. Auf dieser Basis wird ein systematischer und professioneller Umgang mit FVNF möglich sein. Die Relevanz für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung wird erst auf der Grundlage dieser Ergebnisse erfolgen können (Chabot & Walther, 2015), sobald deutlich wird, welche Rolle FVNF im Bereich der Palliative Care in der Schweiz spielt.