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Aktivierung HF

Stand und Entwicklungsperspektiven der Aktivierung HF. Ist Stand Analyse und Massnahmenempfehlungen.

©Pia Zanetti

Auf einen Blick

Beschreibung

Hintergrund

In der Schweiz steigt die Anzahl der älteren Menschen über 65 Jahren kontinuierlich an. Der wachsende Bedarf an Pflege, Betreuung und Gesundheitsversorgung bietet für den Beruf und die Intervention der Aktivierung HF sowohl neue Möglichkeiten als auch neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat das Zentrum für medizinische Bildung (medi) im Frühjahr 2017 eine Studie in Auftrag gegeben, welche Ende 2017 abgeschlossen wurde. Im Anschluss wurde vom medi und dem Schweizerischen Berufsverband der Aktivierungsfachfrauen/-männer (SVAT) eine Folgestudie in Auftrag gegeben.

Stand und Entwicklungsperspektiven des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF

Ziele

Das übergeordnete Ziel der ersten Studie war, den Stand und die Entwicklungsperspektiven des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF im gesundheitspolitischen Umfeld zu analysieren und aufzuzeigen. Die spezifischen Ziele waren das Aufzeigen von internen Stärken und Schwächen und externen Chancen und Risiken/Gefahren der Aktivierung HF, das Formulieren von Strategien, mit welchen die Stärken und Chancen maximiert und Schwächen sowie Risiken/Gefahren minimiert werden können, das Formulieren von Empfehlungen zur Entwicklung des Berufs und zur Stärkung der Evidenz zur Wirksamkeit der Aktivierung HF und das Aufzeigen von weiteren Handlungsfeldern des Berufs der Aktivierung HF.

Methodisches Vorgehen

Im Rahmen der ersten Studie wurde eine SWOT-Analyse durchgeführt, welche am geeignetsten gilt für Positionsbestimmungen und Strategieentwicklungen. Im ersten Schritt wurden offizielle Dokumente des Berufs der Aktivierung HF, die derzeit als Basis für die Lehre und Intervention dienen, analysiert. Danach wurden zwei Workshops durchgeführt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops waren einerseits Aktivierungsfachfrauen und –männer, tätig in Praxis und/oder Lehre oder gerade in Ausbildung, Vertreterinnen und Vertreter des Schweizerischen Berufsverbands der Aktivierungstherapeutinnen (SVAT), von CURAVIVA und von Alters- und Pflegeheimen sowie die Bildungsleitenden vom Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen (ZAG) in Winterthur und vom Centro Professionale Sociosanitario (CPS) in Lugano. In diesen Workshops wurden interne Stärken und Schwächen und externe Chancen und Gefahren des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF identifiziert. Des Weiteren wurden Strategien formuliert, mit dem Ziel die Schwächen und Risiken/Gefahren der Aktivierung HF zu reduzieren und die Stärken und Chancen zu maximieren. Die Resultate wurden schriftlich dokumentiert und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Korrektur vorgelegt. Abschliessend wurden die Resultate vom Vorstand des Berufsverbands des SVAT in einer Vorstandsklausur diskutiert und die Ergebnisse der SWOT Analyse ergänzt. In einem letzten Schritt wurden strategischen Optionen nach Themen geordnet und daraus Empfehlungen für die Entwicklung des Berufes und der Intervention der Aktivierung HF abgeleitet.

Resultate

Die Resultate der SWOT Analyse ergab 44 Stärken, 45 Schwächen, 28 Chancen und 31 Risiken/Gefahren des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF. Ausserdem wurden 48 Strategien formuliert. Die häufigsten in den Strategien abgebildeten Themen waren die Berufsdefinition und die Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen oder zur Freiwilligenarbeit. Am zweithäufigsten wurden Strategien formuliert, welche die Kommunikation über den Beruf und Kompetenzen mit Stakeholdern betreffen, aber auch die Kommunikation zwischen den Höheren Fachschulen der Aktivierung HF. Ein weiteres zentrales Thema der Strategien stellen fehlende Theorien und Wirksamkeitsevidenz dar.

Empfehlungen

Aufbauend auf den erarbeiteten Strategien empfehlen wir kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen zur Stärkung und Entwicklung des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF im aktuellen Kontext und für die etwaige Anbindung ans Gesundheitswesen. Als kurzfristige Massnahmen empfehlen wir die Identifikation von Kernkonzepten, Theorien, Evidenz und Evaluationsinstrumenten; als mittelfristige Massnahmen die Entwicklung von eigenen Theorien, die systematische Evaluation von Zielen und Ergebnissen der Intervention der Aktivierung HF, das strategische Management von Wissen zwischen den höheren Fachschulen, die selbstbewusste Kommunikation von Kernkonzepten und die nationale und internationale Vernetzung als Berufsgruppe; als langfristige Massnahmen empfehlen wir die Entwicklung von neuen Handlungsfeldern des Berufs der Aktivierung HF, die Abstimmung der Inhalte der Intervention der Aktivierung HF auf medizinische Diagnosen und die Entwicklung und Durchführung von Wirksamkeits- und Kostenwirksamkeitsstudien zur Intervention der Aktivierung HF. Es gibt zahlreiche Ressourcen, auf die in der Weiterentwicklung des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF zurückgegriffen werden kann. Diese sind insbesondere der zunehmende Bedarf an Versorgungsangeboten für ältere Menschen in Pflege- und Wohneinrichtungen und den Gemeinden und der Trend der aktiven Gestaltung des Lebensabends.

Literaturrecherche zu Assessments zur Erfassung von Lebensqualität und Wohlbefinden

Ziele

Das Ziel dieser Studie war, einen Überblick über deutschsprachige, für die Aktivierung HF relevante, valide Assessments zur Erfassung von Lebensqualität und Wohlbefinden zu erstellen.
Methodisches Vorgehen
Die Studie ist eine systematische Literaturrecherche. Wir haben mit den Schlüsselwörtern Assessment, Validität, Praktikabilität, hochaltrige Menschen, ältere Menschen, Menschen mit Demenz und Erwachsene mit geistiger Behinderung in den Datenbanken MEDLINE, CINAHL, PsycINFO, PsycTESTS und PSYINDEXplus nach Literatur gesucht, anhand von inhaltlichen und qualitativen Kriterien überprüft und in die Übersicht ein- oder von ihr ausgeschlossen.

Resultate
Insgesamt wurden 14 Assessments und 82 Studien in die Literaturrechere eingeschlossen. Dabei wurden Aspekte von Validität und Praktikabilität folgender Assessments evaluiert und beschrieben: Dementia Quality Of Life (DQOL), EUROPEAN HEALTH INTERVIEW SURVEY– QUALITY OF LIFE 8 (EUROHIS-QOL 8), EuroQOL (EQ-5D), Health-related Quality of Life Instrument for Dementia (DEMQOL), Nottingham Health Profile (NHP), Positive and Negative Affect Schedule (PANAS), Quality of Life in Alzheimer’s Disease (QOL-AD), Quality of Life in Late Stage Dementia (QUALIDEM), Satisfaction With Life Scale (SWLS), Schedule for the Evaluation of Individual Quality of Life (SEIQoL), Short Form 36 (SF-36), Short Form 12 (SF-12), World Health Organization Quality of Life-BREF (WHOQOL-BREF) und World Health Organization Quality of Life-OLD (WHOQOL-OLD).

Empfehlungen
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Auswahl an validen und praktikablen deutschsprachige Assessments zur Erfassung von Lebensqualität und Wohlbefinden für Klientinnen und Klienten der Aktivierung HF zur Verfügung stehen. Diese haben unterschiedliche Stärken und Schwächen bezüglich Praktikabilität, relevanter Bereiche für die Aktivierung HF und wissenschaftlicher Güte. Basierend auf den Stärken der Assessments empfehlen wir für die praktische Arbeit der Aktivierung HF den WHOLQOL-BREF als Assessement zur Selbstbeurteilung und das QUALIDEM als Assessment zur Fremdbeurteilung. Für den Einsatz in der Forschung empfehlen wir den EQ-5D als add-on zur Überprüfung der Wirksamkeit und Kosten-Wirksamkeit der Intervention der Aktivierung HF.

Abschlussberichte:
Gantschnig, B.E., & Balmer, T. (2018). Assessments zur Erfassung von Lebensqualität und Wohlbefinden von Klientinnen und Klienten der Aktivierung HF. Literaturrecherche und Beurteilung der wissenschaftlichen Güte und Praktikabilität. Schlussbericht. (Institut für Ergotherapie). Winterthur: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Gantschnig, B. E., & Meidert, U. (2017). Stand und Entwicklungsperspektiven des Berufs und der Intervention der Aktivierung HF. Ist-Stand Analyse und Massnahmenempfehlung. Schlussbericht. (Institut für Ergotherapie) (pp. 1-40). Winterthur: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.


Weiterführende Informationen

Publikationen