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Themendossier Big Data

Immer mehr elektronische Daten werden tagtäglich angehäuft und weltweit gesammelt. Die Schwierigkeit besteht darin, diese Daten zu strukturieren und auszuwerten. Nur so können sinnvolle Aussagen gemacht werden. Damit dies erfolgreich ist, ist eine enge Zusammenarbeit von unterschiedlichsten Fachbereichen wie beispielsweise Mathematik, Neurowissenschaften, Biologie oder Linguistik erforderlich.

«Der gläserne Kunde hätte nicht nur Nachteile»

Ein Physiker und ein Marketingexperte diskutieren über Chancen und Risiken von Big Data im professionellen Einsatz.

Big Data sind für Unternehmen mit breiten Kundensegmenten nicht mehr wegzudenken. Entgegen der verbreiteten Meinung bezieht sich Big Data jedoch nicht nur auf Kunden- sondern auch auf Unternehmensdaten oder Prozessdaten sowie externe und eingekaufte Daten. Die Kunst besteht darin, aus den Unmengen von Daten bestimmte Muster zu erkennen.

Interview mit Christoph Heitz und Michael Klaas

Hype um Künstliche Intelligenz

In vielen Gebieten zeigen Computer heute menschenähnliche Fähigkeiten. Thilo Stadelmann, ZHAW-Dozent für Informatik, im Gespräch.

«Die Aufbruchstimmung ist auch an der Hochschule zu spüren.» sagt Thilo Stadelmann.

Künstliche Intelligenz – was die Meisten aus Hollywood-Filmen kennen, erlebt aktuell wieder einmal ein Hoch. Im Unterschied zu früher jedoch sind die heutigen Modelle bei gewissen Aufgaben bereits genauso gut wie Menschen. Dennoch ist «Erkennen» nicht gleich «Verstehen». Moderne Computerprogramme können zwar perfekt nachbilden, sind jedoch nicht in der Lage etwas Eigenes zu erschaffen. Erst eine sogenannte starke Künstliche Intelligenz wäre zu echter Kreativität fähig.

Gespräch mit Thilo Stadelmann zum Thema Künstliche Intelligenz

Projekt: SAVE – Smart Alarms & Verified Events

Die Big Data-Spezialisten der ZHAW entwickeln ein System, das innert Sekunden zehntausende Datensätze von Alarmen und Fehlalarmen vergleichen kann. Auf diese Weise können Fehlalarme minimiert werden.

Auch bei einem Fehlalarm kommt die Polizei oder die Feuerwehr.

Fehlalarme sind für Unternehmen mühsam und mit hohen Kosten verbunden. Die ZHAW School of Engineering entwickelte in Zusammenarbeit mit der Firma Sitasys eine Lösung für dieses Problem. Mithilfe von Machine Learning, das über hunderttausend Datensätze verarbeitet, können Fehlalarme von richtigen Alarmen unterschieden werden. Tests zeigten, dass die Trefferquote bereits bei über 90% liegt.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt SAVE

Anti-Geldwäscherei: «Unsaubere» Kunden einfach per Mausklick erkennen

Für Banken, Immobilienhändler oder  Juweliere ist es sehr schwierig zu überprüfen, ob ein Kunde auf einer Sanktionsliste steht. ZHAW-Forschende sind an der Entwicklung eines neuen Programms beteiligt, das diese Überprüfung stark vereinfach soll.

Für Geschäfte ist es oft schwierig nachzuvollziehen, ob ihre Kunden auf Sanktionslisten stehen, weil oft verschiedene Schreibweisen der Namen existieren. Das Forschungsprojekt «Libra», an welchem drei ZHAW-Departemente mitarbeiten, soll diesem Problem Abhilfe schaffen. Das neue System schlägt bei einer Eingabe eines Namens ähnlich einer modernen Suchmaschine automatisch alternative Schreibweisen vor und verknüpft sogar Namen mit Bildern.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt «Libra»

Dank Daten Diagnosen stellen

Daten können beim Heilen helfen. Dies zeigt unser interdisziplinäre Forschungsprojekt AneuX mit mehreren Hochschulen und Institutionen, das sich der Diagnose von Gefässschwächen im Gehirn (Gehirnaneurysmen) widmet. Meistens sind Aneurysmen harmlos, ein Riss in der Gefässwand kann aber einen dramatischen Verlauf nehmen. Im Video erklärt der Projektleiter Prof. Dr. Sven Hirsch, wie durch die Analyse verschiedener Daten wie Bildaufnahmen die potenzielle Gefahr eines Aneurysmas eingeschätzt oder den Erfolg einer eventuellen Behandlung vorhergesagt werden kann. 

BioSODA: Google-Funktion für Datenbanken in der Bioinformatik

ZHAW-Forschende entwickeln eine intuitive Suchfunktion für komplexe Bioinformatikdatenbanken.

Das Projekt BioSODA soll ermöglichen, dass Benutzer auch ohne technisches Wissen die Daten korrekt deuten können. Der Schweizerische Nationalfonds fördert diese Entwicklung im Rahmen seines Nationalen Forschungsprogramms Big Data. Rasante Fortschritte in der DNA-Sequenzierung transformieren die Biowissenschaften in eine immer datenintensivere Disziplin. Eine der grössten Herausforderungen ist dabei die effiziente Analyse dutzender Bioinformatikdatenbanken, die Unmengen an biologischem Wissen enthalten.

Mehr zum Projekt BioSODA

«Wir wissen, was man mit unseren Daten alles anstellen könnte»

Kurt Stockinger und Oliver Dürr forschen und lehren im Bereich Data Science. Warum Data Scientists besonders vorsichtig im Umgang mit Daten sind, erläutern sie im Interview. 

Experten für Data Science und Dozenten im neuen MAS Data Science: Kurt Stockinger (links) und Oliver Dürr.

Data Science ist gefragt. Unter dem Stichwort Business Intelligence werden schon seit einiger Zeit Daten erhoben, analysiert und ausgewertet. Heute kommen zu den unternehmenseigenen Daten weitere hinzu: zum Beispiel Daten aus sozialen Netzwerken oder aus Kundenportalen, die Analysen dazu ermöglichen, wie gewisse Produkte oder Dienstleistungen bei wem ankommen. Was in den USA seinen Ursprung hatte, schwappt nun immer mehr auch nach Europa über. In der Schweiz und an der ZHAW School of Engineering sind wir an vorderster Front mit dabei.

Interview mit Kurt Stockinger und Oliver Dürr

«Data Science kann Routen aufzeigen, fahren dürfen wir selber»

Die Gründung des ZHAW Datalab hat er mitinitiiert. Heute leitet Thilo Stadelmann das virtuelle Team von Fachleuten, die in Data Science zu den führenden Experten Europas gehören.

Künstliche Intelligenz fasziniert ihn und ist nichts, wovor man sich fürchten müsse: Thilo Stadelmann.

Wird in der Öffentlichkeit über Data Science diskutiert, dominieren meist Ängste die Debatte – Ängste vor übermächtigen Firmen und gläsernen Kunden. Big Data löst häufig Unbehagen aus, jedoch zu Unrecht, wie Thilo Stadelmann meint. Der Dozent am Institut für angewandte Informationstechnologie und Head of the Board des ZHAW Datalab unterstreicht die Chancen: «Wir befinden uns am Beginn eines grossen Umbruchs, vergleichbar vielleicht mit dem Aufkommen des Internets. Wir haben die einmalige Möglichkeit, diese Ära als Gesellschaft gemeinsam zu gestalten.»

Porträt Thilo Stadelmann