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Magazin ZHAW-Jahresbericht 2018

Highlights aus der Forschung 2018

Mit Hightech-Skiwachs an der Winter-Olympiade

Wie gut die Athletinnen und Athleten dank dem neuen ZHAW-Skiwachs an den Olympischen Winterspielen in Südkorea abgeschnitten haben, ist nicht bekannt. Denn dies gehört zu den Geheimissen des Forschungspartners. Bei Tests im Vorfeld lag jedoch der Zeitgewinn beim Skilanglauf gegenüber konventionellen Hochleistungswachsen zwischen 0,1 und 0,3 Sekunden auf 20 Sekunden Loipenstrecke. Das entspricht einer Performanceverbesserung von bis zu 1,5 Prozent. «Dies übertraf unsere Erwartung bei Weitem», sagt Konstantin Siegmann, Projektleiter an der ZHAW School of Engineering.

Beitrag «Hightech-Skiwachs an der Winter-Olympiade»

Hebammen sind vermehrt mit Armut in Familien konfrontiert

Armut, Traumatisierung, Gewalt, Isolation oder psychische Erkrankungen führen dazu, dass manche Familien für die Entwicklung ihrer Neugeborenen keine guten Rahmenbedingungen bieten können. Hebammen erkennen entsprechende Verhältnisse früh, da sie 80 Prozent der Familien in den ersten zwei Monaten nach der Spitalentlassung im häuslichen Umfeld betreuen. Eine frühe Unterstützung solcher Familien ist die wichtigste Prävention, damit sich Kinder gesund entwickeln können. Die Studie zeigt auch, dass die Versorgung der Familien und die damit verbundene Netzwerkarbeit mit hohem zeitlichem Aufwand verbunden ist. Hebammen leisten rund um die Uhr, an sieben Tagen der Woche, Notfalleinsätze und sind stundenlang damit beschäftigt, Lösungen zu finden. Umso unverständlicher ist es für die Studienleiterinnen, dass diese Leistung weder anerkannt noch vergütet wird.

Beitrag «Hebammen immer öfter mit Armut und sozialer Not konfrontiert»

Hebammennetzwerk entlastet Spitäler

In einem weiteren Projekt hat das Institut für Hebammen die Dienstleistungen des Vereins Familystart Zürich evaluiert. Dieser vermittelt pro Jahr über 3 000 Frauen an frei praktizierende Hebammen für die Zeit nach der Geburt, da Frauen heute wenige Tage danach aus dem Spital entlassen werden. Damit diese Versorgung gewährleistet ist und niemand durch die Maschen des Gesundheitssystems fällt, haben sich die Zürcher Hebammen 2015 als gemeinnütziger Verein im Netzwerk Familystart Zürich organisiert. Laut ZHAW-Studie werden so Spitäler stark entlastet. Vor allem Familien in schwierigen Lebenssituationen profitieren davon.

Beitrag «Hebammennetzwerk entlastet Spitäler»

Das Schaffhauser Haus – Regionale Wertschöpfung und Bestärkung der Baukultur

Im Kanton Schaffhausen verfolgten Handwerker und Gewerbetreibende das Ziel, ein «Schaffhauser Haus» zu bauen. Die notwendigen Baustoffe sollten dabei soweit wie möglich aus der Region stammen, dort verarbeitet und unter baukünstlerischer Begleitung von Schaffhauser Handwerkern zu einem Haus verarbeitet werden. Das ZHAW-Institut Urban Landscape ging der Frage nach, welche Kriterien sich bei der Planung und Erstellung eines solchen «Schaffhauser Hauses» als relevant erweisen. Das Forschungsprojekt zeigt auf, wie durch Architektur und baukulturelle Anliegen eine nachhaltige Bauweise gelingt, indem auf vergessen gegangene oder vernachlässigte Konstruktionsweisen zurückgegriffen wird.

Beitrag «Das Schaffhauser Haus – Regionale Wertschöpfung und Bestärkung der Baukultur»

Wissen zugänglich machen

Öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse und -daten sollen künftig besser zugänglich sein. Was das für die ZHAW bedeutet, wird derzeit untersucht.

Wenn wissenschaftliche Informationen für alle zugänglich wären, könnten Forschungsresultate besser gefunden sowie überprüft oder Fördermittel effizienter eingesetzt werden. Denn Forschende könnten bereits vorhandene Daten, Methoden oder Ergebnisse – und somit Synergien – nutzen. Deshalb engagiert sich die ZHAW im Bereich Open Science sowie Open Innovation und widmet sich konkreten Fragen zu Datenaufbereitung, Infrastruktur, Datenschutz, Sicherheit sowie Kosten und Nutzen.

Open Data Pilotprojekte

Bereits Ende 2015 wurde die Open Acces Policy der ZHAW beschlossen, welche sich an den Anforderungen des EU-Programms Horizon 2020 sowie des Schweizerischen Nationalfonds SNF orientiert. Darin bekennt sich die ZHAW dazu, ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen, sofern keine rechtlichen Einschränkungen bestehen. Da vermehrt auch die Forschungsdaten öffentlich verfügbar sein sollen, hat die ZHAW einen Leitfaden entwickelt und prüft Infrastruktur-Lösungen. Im Rahmen des von swissuniversities geförderten Programms «Wissenschaftliche Information» beteiligt sich die ZHAW auch an der schweizweiten Etablierung von einheitlichen Prozessen und Standards für den Zugang, die Bearbeitung und Archivierung von Forschungsdaten. Zusammen mit der Universität Genf sowie der HES-SO wird beispielsweise die Veröffentlichung von Daten geprüft. Zudem testen ZHAW-Forschende das aktive Datenmanagement mit einem elektronischen Labor-Notizbuch, welches die ETH Zürich entwickelt hat.

Der Schweizer Jugend auf den Zahn gefühlt

Zwei ZHAW-Studien haben sich mit Schweizer Jugendlichen auseinandergesetzt. Die eine erforschte die Verbreitung dreier Extremismusformen, die andere untersuchte, wie elterliche Gewalt das Denken und Handeln von Jugendlichen beeinflusst.

2018 sind am Departement Soziale Arbeit zwei Studien innerhalb eines Forschungsprojekts erschienen. Die eine Studie setzte sich mit der Verbreitung politisch extremer Einstellungen unter Jugendlichen in der Schweiz auseinander. Quintessenz der Untersuchung ist, dass die Zustimmung zu den ideologischen Zielen von Extremismus bei Jugendlichen stärker ausgeprägt ist als die Befürwortung von Gewalt. Zudem variiert die Zustimmung zu Extremismus je nach Geschlecht, Schultyp und sozialem Status: Männliche Jugendliche, Berufsschüler oder sozial schwächere Jugendliche sind eher betroffen. Die schweizweite Befragung zur Verbreitung von Rechtsextremismus, Linksextremismus und islamistischem Extremismus wurde von der ZHAW gemeinsam mit der Haute école de travail social Fribourg durchgeführt. Dabei wurden 2017 in zehn Kantonen über 8 000 Jugendliche im Durchschnittsalter von 17 bis 18 Jahren befragt.

Beitrag «Extremismus unter Jugendlichen: Ideologie ist verbreiteter als Gewaltbereitschaft»

Energie in Flüssigkeit speichern

Im Rahmen des EU-Projekts FlowCamp treiben ZHAW-Forschende an der School of Engineering die Entwicklung von Methoden zur Energiespeicherung voran. Bei einer dieser Methoden kommen Redox-Flow-Batterien (RFB) zum Einsatz.

Soll mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind produziert werden, so sind leistungsfähige Speichermethoden nötig, um Schwankungen in der Elektrizitätsproduktion aufzufangen. Hier kommt der Redox-Flow-Batterie eine spezielle Funktion zu, die dazu konzipiert wird, elektrische Energie in chemische Energie umzuwandeln, d.h. in flüssigen Elektrolyten zu speichern. Die Weiterentwicklung dieses Ansatzes steht im Fokus des Marie-Curie-Projekts «FlowCamp», eines Projekts im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020. Beteiligt sind insgesamt 19 Hochschulen und Organisationen aus neun Ländern.

Beitrag «EU-Projekt FlowCamp: Energie in Flüssigkeit speichern»

Weniger Velounfälle dank Virtual Reality

ZHAW-Forschende haben ein Projekt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erarbeitet. Dabei werden mit Virtual-Reality-Filmen Velofahrende geschult.

Das grösste Problem in der Stadt Zürich im Bereich Verkehrssicherheit stellt der Veloverkehr dar. Denn immer mehr Personen steigen aufs Fahrrad um. Und mit diesem Anstieg schnellt auch die Anzahl an Velounfällen nach oben – in den letzten Jahren um 50 Prozent. Konkret haben sich 2017 460 Velofahrende bei Unfällen verletzt, davon 96 schwer. Gemäss Sicherheitsforscher und ZHAW-Professor Markus Hackenfort könnten zwei Drittel aller Unfälle verhindert werden, wenn die Velofahrer Gefahren früher erkennen würden. Um Velofahrer besser darauf vorzubereiten, unterstützten die ZHAW-Forschenden im Auftrag der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich und dem Virtual-Reality-Content-Studio «Bandara» ein Pilotprojekt, bei dem 12-jährigen Kindern im Rahmen der schulischen Verkehrserziehung Virtual-Reality Filme gezeigt wurden.

Emotionaler Zugang und realistisches Erleben

Während die eine Hälfte der Kinder die Videosequenzen auf dem Projektor präsentiert bekamen, tauchte die andere Hälfte mit VR-Brillen in die Gefahrensituationen ein und konnte diese dadurch hautnah miterleben. Dabei lernten sie beispielsweise, dass es sinnvoll sein kann, an bestimmten Orten auf den eigenen Vortritt zu verzichten. Dies um gewissen Gefahren frühzeitig aus dem Weg zu gehen. Gemäss ZHAW-Psychologe Christian Cordin reagierten die Kinder positiv auf die Filme. «Der Versuch mit den 360-Grad-Präventionsfilmen hat gezeigt, dass Kinder im Verkehrsunterricht durch den Einsatz von Virtual Reality motivierter sind und gewisse Inhalte dank der unmittelbaren Interaktion mit dem System besser lernen können, wie beispielsweise den Schulterblick beim Abbiegen.» Der emotionale Zugang und das realistische Erleben der Situation wirkten sich positiv sowohl auf die Wahrnehmung, als auch aufs Verhalten aus, so die Quintessenz des Projektes. Die neue Art der Verkehrsschulung will die Stadt Zürich nun testen und weiterentwickeln.

Erste globale Datenbank zur Vegetation

Mit der ersten globalen Vegetationsdatenbank können die Folgen des Klima- und Landnutzungswandels besser vorhergesagt werden.

Um die Vielfalt der globalen Vegetation zu beschreiben, braucht es nur wenige Merkmale jeder Pflanzenart. Dies zeigt eine internationale Studie mit Beteiligung von Forschenden der ZHAW, der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL sowie der Universität Zürich in der Fachzeitschrift «Nature Ecology & Evolution». Darin präsentieren sie die erste globale Vegetationsdatenbank mit über 1,1 Millionen kompletten Vegetationsaufnahmen für alle Ökosysteme auf dem Festland. Die Datenbank soll wachsen und helfen, die Folgen des globalen Klima- und Landnutzungswandels besser vorhersagen zu können.

Beitrag «Erste globale Datenbank zur Vegetation der Erde»

Highlights aus der Lehre 2018

Das digitale Klassenzimmer

Die ZHAW beteiligt sich an der neuen Online-Plattform Swiss MOOC, auf der verschiedene Kursformate angeboten werden können.

2009 riefen renommierte US-amerikanische Hochschulen die ersten MOOCs ins Leben – Massive Open Online Courses. Damit gewährten sie Menschen weltweit freien Zugang zu themenspezifischer Wissensvermittlung in Onlinekursen. Die Einsatzbereiche und Formen dieses digitalen Bildungsangebots haben sich seit damals zwar verändert, nicht aber ihre Beliebtheit. Heute bieten mehr als 500 Universitäten weltweit MOOCs an, Tendenz steigend.

Mehrere ZHAW-Kurse geplant

Seit diesem Jahr beteiligt sich die ZHAW an einem nationalen MOOC Service. Dieser heisst Swiss MOOC und wurde letztes Jahr von verschiedenen Schweizer Hochschulen lanciert. Das Projekt unter der Leitung der EPFL in Lausanne stellt eine digitale Infrastruktur zur Verfügung, auf der Schweizer Hochschulen sicher und unter Einhaltung der Schweizer Datenschutzbestimmungen ihre Onlinekurse einem breiten Publikum anbieten können. Die ZHAW ist bei Swiss MOOC als Early Adopter dabei und wird die Plattform in einer zweijährigen Pilotphase testen. In dieser Zeit kann die Hochschule die Plattform kostenlos nutzen. Demnächst will die ZHAW ihre ersten Kurse auf der Plattform zugänglich machen. Zurzeit arbeiten verschiedene Institute Kurse aus, die in den nächsten Monaten auf der Plattform angeboten werden sollen.

Warum sind MOOCs wichtig für die ZHAW? Laut Lisa Messenzehl vom Ressort Lehre kann die Hochschule ihre Studierenden damit in offenen Onlinekursen mit externen Lernenden oder Experten vernetzen. Neben der Lehre könne auch die Weiterbildung von der Plattform profitieren, indem sie ihr Kursangebot digital erweitere. «MOOCs stehen heute als Sammelbegriff für verschiedene Formate von Onlinekursen und auf Swiss MOOC können grundsätzlich offene oder zugangsbeschränkte, kostenlose oder kostenpflichtige Kurse angeboten werden», erklärt Lisa Messenzehl. Sie ist Leiterin der Fachgruppe Blended Learning, welche zuständig ist für die Koordination von Swiss MOOC an der ZHAW.

Neue Teilstrategie zur Digitalisierung in der Bildung

Die Hochschulleitung hat dieses Jahr eine neue Teilstrategie «Bildung und digitale Transformation» verabschiedet – für flexibleres und individuelleres Lernen.

An der ZHAW ist Digitalisierung schon länger ein Thema. Doch um die Entwicklung zu dynamisieren und bestehende Synergien zu nutzen, hat die Hochschulleitung im August 2018 mit «Bildung und digitale Transformation» eine neue Teilstrategie verabschiedet. Damit will die ZHAW strategische und infrastrukturelle wie auch ganz neue, experimentelle Vorhaben verfolgen. Die Teilstrategie ist auf zehn Jahre angelegt. Am Ende sollen die Studienangebote unter anderem flexibler und individueller strukturiert und Studierende gut auf die digitalisierte Berufswelt vorbereitet werden.

Beitrag «Neue Teilstrategie zur Digitalisierung in der Bildung»

Die Highlights aus unserem Campus 2018

Campus für die School of Engineering

Bis 2026 will der Kanton Zürich für die School of Engineering in Winterthur in einer ersten Etappe zwei neue  Laborgebäude erstellen und auf dem Campus einen Park realisieren.

Der ZHAW-Campus an der Technikumstrasse bildet das historische Kernareal des ehemaligen Technikums Winterthur mit dem 1879 erstellten Hauptgebäude im Zentrum. Gemäss ZHAW-Standortstrategie soll die School of Engineering dort in vier Etappen zu einem neuen «Campus T» konzentriert werden. Im November 2018 hat die Baudirektion des Kantons Zürich bekanntgegeben, wer den Wettbewerb für die erste Etappe gewonnen hat. Den Zuschlag erhielten die Zürcher Arbeitsgemeinschaft Graber Pulver Architekten und Takt Baumanagement mit ihrem Projekt «Belo Horizonte». Die Gewinner konnten sich gegen die Vorschläge von 14 teils internationalen Teams durchsetzen.

Beitrag «Erster Baustein für den neuen ZHAW Campus der School of Engineerin ist bekannt»

Studium für alle

«Hindernisfreies Studium» bedeutet in einfachen Worten: Möglichst alle sollen möglichst einfach studieren können. Und das hat sich die ZHAW auf die Fahne geschrieben.

Seit 2014 gilt die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen auch für die Schweiz. Hochschulen sollen allen Studierenden einen chancengleichen und diskriminierungsfreien Zugang gewährleisten, heisst es darin. Doch ein Studium mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit ist auch 2018 noch keine Selbstverständlichkeit. Aus diesem Grund hat die ZHAW verschiedene Initiativen ins Leben gerufen. Ziel ist ein gleichberechtigter Zugang zu und die selbstständige  Teilhabe an einem Hochschulstudium.

ZHAW leitet Netzwerk Studium und Behinderung Schweiz

Seit 2018 hat die ZHAW den Lead für das vom Bund unterstützte nationale Hochschulnetzwerk Studium und Behinderung Schweiz. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Fachpersonen, die an Schweizer Hochschulen und Universitäten operative Verantwortung für das Thema Inklusion tragen. Es bietet einen Rahmen für den fachlichen Austausch und die Nutzung von Synergien. Wichtige Anliegen des Netzwerks betreffen Themen wie den Nachteilsausgleich, hindernisfreie Didaktik oder hindernisfreies Bauen. Gerade der Nachteilsausgleich ist ein wichtiges Instrument für die Umsetzung von Hindernisfreiheit im Studium. Er bietet Bildungsstätten die Möglichkeit, krankheitsbedingte Nachteile Studierender auszugleichen, indem bestehende Strukturen verändert werden. So können Betroffene zum Beispiel Prüfungen in einer anderen Form absolvieren als ursprünglich vorgesehen.

Beitrag «Kompetenzzentrum barrierefreie Kommunikation»