Eingabe löschen

Kopfbereich

Schnellnavigation

Hauptnavigation

Editorials Jahresbericht 2020

Unter widrigen Bedingungen erfolgreich

Dr. Silvia Steiner, Regierungsrätin und Präsidentin des Fachhochschulrats

2020 war auch für die Zürcher Fachhochschulen ein besonderes Jahr. Im Zuge der Corona-Pandemie mussten alle drei Hochschulen – die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) – Aufgaben und Situationen bewältigen, die bisher ohne Beispiel sind. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass sie ihren Leistungsauftrag auch unter diesen schwierigen Bedingungen erfolgreich erfüllen konnten.

Die Hochschulen haben bei der Umstellung von Präsenz- auf Fernunterricht gezeigt, dass sie über organisatorische und technische Lösungen verfügen, mit welchen sie ihre Studierenden effizient erreichen und abholen können. Der Fernunterricht hat aber auch gezeigt, wie wichtig die soziale Beziehung für die erfolgreiche Wissensvermittlung ist. Zum einen jene zwischen den Studierenden und ihren Dozierenden, zum anderen jene zwischen den Studierenden selbst.

Die anspruchsvollste Aufgabe für die Fachhochschulen steht indes noch bevor: Es kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass durch die Umstellung auf Fernunterricht und die Reduzie­rung der persönlichen Kontakte bei Studierenden Lernlücken entstanden sind. Diese gilt es zu eruieren und gezielt und individuell zu schliessen, damit der Bildungserfolg dieser Studentinnen und Studenten gewährleistet ist. Die pädagogischen und menschlichen Fähigkeiten der Dozentinnen und Dozenten sind somit gefragt.

Trotz der alles überschattenden Corona-Pandemie konnten die Fachhochschulen im Jahr 2020 viele Meilensteine erreichen. Zwei davon seien an dieser Stelle hervorgehoben: Die ZHAW erlangte als erste Hochschule der ZFH erfolgreich die institutionelle Akkreditierung nach dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG). Die PHZH und die ZHdK werden ihr 2021 folgen. Die Akkreditierung ist eine Voraussetzung, um als beitragsberechtigt im Sinne des HFKG anerkannt zu werden und Bundesmittel zu erhalten. PHZH, ZHAW und ZHdK werden sich in Zukunft noch eigenständiger in der Hochschullandschaft positionieren können. Die Zürcher Fachhochschule (ZFH) als Dachorganisation wird entbehrlich und daher aufgehoben.

Dass die Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH) trotz Corona ihren operativen Betrieb erfolgreich aufnehmen konnte, ist erfreulich. Als Präsidentin des Fachhochschulrats wünsche ich mir sehr, dass auch die vorgesehenen Vernetzungsveranstaltungen bald wieder physisch stattfinden können. Denn auch hier gilt: Virtuelle Formen der Zusammenarbeit können sehr wohl die hochschulübergreifende Zusammenarbeit unterstützen – das persönliche Gespräch und den physischen Austausch aber niemals vollständig ersetzen. Denn Bildung, Wissenschaft und Forschung werden von Menschen für Menschen gemacht.

An unseren Hochschulen wird die Zukunft mitgestaltet. Sie haben es auch 2020 verstanden, unserer Gesellschaft und Wirtschaft neue Erkenntnisse zu bringen. Ihre Absolventinnen und Absolventen sind Träger von Innovation und Entwicklergeist. Dieses Wissen und diesen Gestaltungswillen brauchen wir, braucht der Kanton Zürich für Erhalt und Ausbau seiner Wettbewerbsfähigkeit, gerade in dieser turbulenten Zeit. Für den ausserordentlichen Einsatz, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zürcher Fachhochschulen geleistet haben, danke ich ganz herzlich.

Meilenstein Akkreditierung

Prof. Dr. Dr. h.c. Andrea Schenker-Wicki, Mitglied des Fachhochschulrats, Referentin ZHAW

Dr. Matthias Kaiserswerth, Mitglied des Fachhochschulrats, Referent ZHAW

Dr. Thomas Ulrich, Mitglied des Fachhochschulrats, Referent ZHAW

Am 18. Dezember 2020 hat die ZHAW einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Sie wurde vom Schweizerischen Akkreditie­rungsrat institutionell akkreditiert. Dieser Entscheid bildet den erfolgreichen Abschluss eines über zwei Jahre dauernden Prozesses. Damit erfüllt die ZHAW die Anforderungen des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes.

Das Akkreditierungsverfahren der ZHAW wurde von der Schwei­zerischen Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung AAQ durchgeführt. Die Beurteilung des Schweizerischen Akkredi­tierungsrats basiert auf dem von der ZHAW verfassten Selbstbeurteilungsbericht sowie dem positiven Bericht zur Vor-Ort-Visite einer externen Gutachtergruppe im September 2020. Diese befragte während zweier Tage über 100 Mitarbeitende und Studierende zur Qualitätssicherung und -entwicklung in der Governance, in der Lehre und Forschung sowie zur Mitwirkung und Personalentwicklung.

Als Fachhochschulrat, dem die strategische Führung der ZHAW obliegt, sind wir sehr erfreut, dass die Gutachtergruppe dem Qualitätssicherungssystem der ZHAW insgesamt ein sehr gutes Zeugnis ausstellt. Sie zeichnet die ZHAW als eine moderne, forschungsstarke Hochschule aus, die über eine effektive und klare Organisationsstruktur verfügt und das Subsidiaritätsprinzip konsequent lebt. Als wesentliches Element des Qualitätssicherungssystems wird die Qualitätskultur genannt: «Die Mitarbeitenden der ZHAW sind stolz, Teil der Hochschule zu sein und zur Qualität der ZHAW beitragen zu können.» In Bezug auf den Forschungs- und Lehrbereich wird im Bericht besonders die vorbildliche Organisation, die regelmässige Evaluation der Studiengänge sowie die Förderung der internationalen Vernetzung unterstrichen. Daneben attestiert die Gutachtergruppe der Lehre an der ZHAW die Vermittlung eines akademischen Verständnisses bei einer gleichzeitig hohen Berufsorientierung.

Die Gutachtergruppe verweist zudem auf die trotz ihrer Grösse hohe Agilität der ZHAW. Als Beispiel nennt sie die Umsetzung der strategischen Initiative «ZHAW digital», mit der es gelang, agile und ZHAW-weite Elemente über bestehende Strukturen hinaus zu entwickeln. Auch die Bewältigung der Covid-19-Krise wird als positives Beispiel erwähnt.

Die ZHAW konnte in der Covid-19-Krise auf bereits vorher geschaffene Grundlagen zurückgreifen. Viele Akteure, sei es von «ZHAW digital», vom Ressort Lehre oder aus den Departemen­ten, waren und sind an der Umsetzung der Teilstrategie «Bildung und digitale Transformation» beteiligt. So befand sich die ZHAW zwar in einer guten Ausgangslage, als im März der Bundesrat den Lockdown verfügte, aber nur dank des sehr grossen Engagements aller Beteiligten – Dozierende, Mitarbeitende und Studierende – gelang es der ZHAW, innerhalb nur einer Woche den Präsenzunterricht in Studium und Weiterbildung auf Online-Formate umzustellen. Zahlreiche neue Lehr- und Prüfungsformen wurden in dieser Zeit entwickelt. Wir hoffen, dass die ZHAW von diesen Erfahrungen auch nach der Covid-19-Krise profitieren und einen methodisch vielfältigen Unterricht anbieten kann.

Corona befeuert die digitale Transformation

Prof. Dr. Jean-Marc Piveteau, Rektor

Seit mehr als einem Jahr befinden wir uns in einer Ausnahmesituation. Die Corona-Pandemie hat schwerwiegende Konsequen­zen in vielen Lebensbereichen. Auch die Hochschulen waren und sind stark tangiert. Der Unterricht in Studium und Weiterbildung konnte nicht mehr vor Ort stattfinden, praktisch alle Mitarbeiten­den wechselten ins Home-Office. Als im März die Hochschule innert einer Woche heruntergefahren wurde und wir mit dem Online-Unterricht starteten, habe ich ein riesiges Engagement und den Zusammenhalt aller Beteiligten gespürt. Für mich ist das eine Lehre, die wir aus dieser Krise ziehen können: Zusammen können wir alles schaffen. Bei der Umstellung auf den Online-Unterricht haben wir grossen Wert darauf gelegt, dass die Qualität der Ausbildung möglichst keine Einbussen erleidet und dass sich die Studiendauer wegen der Pandemie nicht verlängert. Die Pandemie hat vieles verändert, und es ist klar, dass der Unterricht an der ZHAW künftig methodisch vielfältiger sein wird. Der Anteil an Online-Vorlesungen oder hybride Formen des Unterrichts werden zunehmen. Das erlaubt mehr Flexibilität und eröffnet neue didaktische Möglichkeiten.

Die ZHAW konnte in der Corona-Krise auf bereits vorhandene gute (Infra-)Strukturen für den Online-Unterricht und auf erfahrene Mitarbeitende zählen. Die Umsetzung der Strategie «Bildung und digitale Transformation» hat sich 2020 jedoch deutlich beschleunigt. Wichtiger Akteur ist dabei die strategische Initiative «ZHAW digital», die innerhalb der ZHAW eine engagierte Community zusammenbringt und innovative Projekte und Forschende unterstützt. So hat «ZHAW digital» beispielsweise während der ausserordentlichen Lage im Rahmen des Förderprogramms «Digital Futures Fund» 27 Projekte unterstützt, welche einen übergeordneten Nutzen während der Pandemie stiften und sich mit der digitalen Transformation inner- und ausserhalb der ZHAW beschäftigen. Diese Aktivitäten sind eingebettet in die Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH). Mit dem einstimmigen Entscheid des Kantonsrats, die Forschungs- und Innovationsinitiative mit insgesamt rund 300 Millionen Franken zu unterstützen, fiel im Januar 2020 der offizielle Startschuss. Die Initiative wird in den nächsten Jahren die Zürcher Hochschulen noch mehr miteinander vernetzen und den Innovationsstandort Zürich stärken.

Trotz Pandemie blieb 2020 das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Die Initiative «ZHAW sustainable» hat zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie verschiedene Prioritäten definiert. Dazu gehören der Ausbau der Community für Nachhaltige Entwicklung innerhalb der ZHAW und die Stärkung der Sichtbarkeit unserer Fortschritte in diesem Bereich, indem sich die ZHAW als führende Hochschule für Nachhaltige Entwicklung im In- und Ausland profiliert. Zu den Zielen gehört auch, dass alle Studierenden während ihres Studiums in engen Kontakt mit der Nachhaltigen Entwicklung treten. Ein starker Fokus wird auf die betriebliche Nachhaltigkeit gelegt mit der Umsetzung der in unserem Green Impact Book festgelegten ökologischen Indikatoren.

Mit einem Meilenstein durften wir das Jahr 2020 abschliessen. Die ZHAW wurde als Fachhochschule institutionell akkreditiert und erfüllt damit die Anforderungen des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes. Die Entscheidung des Schweizerischen Akkreditierungsrats bekräftigt die ZHAW in ihrer bisherigen Arbeit. Gleichzeitig ist sie aber auch Ansporn, weiterhin an unserer Qualitätskultur zu arbeiten. Die Akkreditierung ist für unsere Weiterentwicklung sehr bedeutend, denn die ZHAW kann sich nun noch eigenständiger positionieren.