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«Die Promiskuität ist der Motor der Seuche» – Zur Diskursgeschichte des (Stigma-)Begriffs Aids

12. Juni 2019

Vortrag von Daniel Knuchel, ZHAW ILC / Universität Zürich

Im Vortrag zur Diskursgeschichte des (Stigma-)Begriffs Aids wird sowohl ein Überblick über die diskursive Konstruktion von HIV|AIDS gegeben als auch die angewandten korpuslinguistischen Methoden kritisch eingeordnet.

Die Konsequenzen einer Infektion mit dem HI-Virus haben sich seit dessen Entdeckung massiv gewandelt: von einer Infektion mit tödlichem Ausgang hin zu einer chronischen Erkrankung. Ganz allgemein lässt sich feststellen, dass HIV/AIDS in den westlichen Industrienationen kein gesellschaftlich relevantes Thema mehr zu sein scheint. Auch in der geistes- und sozialwissenschaftlichen HIV-/AIDS-Forschung lässt sich der gleiche Verlauf der Interessenskurve erkennen: Forschungsarbeiten fokussieren insbesondere die 80er und 90er Jahre oder aber HIV|AIDS im globalen Süden. Eine diskursanalytische Untersuchung der aktuellen Konzeptualisierungen von HIV|AIDS fehlt hingegen.

Daniel Knuchels Promotionsprojekt nimmt sich dieses Desiderats an und fragt nach der sprachlichen Konzeptualisierung von HIV|AIDS in der Ära von EKAF (2006-2018). Dabei wurde mit gängigen korpuslinguistischen Methoden (Keywords, Kollokationen) ein thematisches Korpus (rund 20 Millionen laufende Wortformen) ausgewertet, um die diskursive Vernetzung und die sprachlichen Konzeptualisierungen unter Berücksichtigung der digitalen Transformation im Kontext der Gesundheitskommunikation (Stichwort: neue Medien) herausarbeiten zu können. Vor diesem Hintergrund wurden im Anschluss diskursive Praktiken der Historisierung, Distanzierung und Fragmentierung identifiziert, die er mit dem Konzept der Diskurs-Latenzen fasst.

Datum

Von: 12. Juni 2019, 17.00 Uhr
Bis: 12. Juni 2019, 18.00 Uhr

Ort

Winterthur, Theaterstrasse 15c, Raum: SM O2.13

Veranstalter

ILC Institute of Language Competence