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Wie ist die Lebenssituation von Studierenden mit Behinderung an der ZHAW?

Im Auftrag der Stabsstelle Diversity hat das ZHAW-Departement Angewandte Psychologie eine Studie zur Lebenssituation von Studierenden mit einer Behinderung an der ZHAW durchgeführt. Trotz hohem Engagement und zahlreichen Optimierungsmassnahmen gibt es noch Handlungsbedarf.

Finde ich als Studentin mit einer Sehbehinderung dank Sprachausgabe im Lift und taktiler Raumbeschriftung den Vorlesungsraum? Ist für mich als Student im Rollstuhl der Lift gross genug? Solche Fragen prägen den Alltag von Menschen mit Behinderung – auch an der ZHAW. Die Stabsstelle Diversity wollte genauer wissen, wie die Situation dieser Studierenden aussieht auch im Hinblick auf die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie hat dazu das Departement Angewandte Psychologie beauftragt, eine Studie durchzuführen. 390 ZHAW-Studierende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten haben 2017 bei einer Onlinebefragung über ihre Situation Auskunft gegeben. Die Hindernisse in ihrem Studienalltag erleben die Befragten je nach Behinderung unterschiedlich: Für Studierende mit Mobilitäts- oder Sehbehinderungen sind es vor allem bauliche Gegebenheiten, für Studierende mit einer psychischen Behinderung sind es zum Beispiel Lärm, Licht sowie das Fehlen von Rückzugsmöglichkeiten, die das Studieren erschweren. «Um diesen Studierenden ein gleichberechtigtes Studium zu ermöglichen, gibt es noch Handlungsbedarf», sagt Brian McGowan von der Stabsstelle Diversity. Die ZHAW habe in den letzten Jahren aber bereits viele bauliche Hindernisse entfernen können, das Facility Management sei geschult und arbeite eng mit der Stabsstelle Diversity zusammen, so McGowan.

Digitaler Zugang immer wichtiger

Ein grosser Teil der befragten Studierenden erachtet den digitalen Zugang an der ZHAW als hindernisfrei. «Mitarbeitende aus dem Bereich ICT sowie Dozierende müssen bezüglich der Aufbereitung hindernisfreier Informationen aber noch geschult und unterstützt werden», erklärt McGowan. Die voranschreitende digitale Transformation der Hochschule biete für den gleichberechtigten Zugang für Studierende mit Behinderungen eine grosse Chance, sofern der Aspekt der Hindernisfreiheit bei der Entwicklung neuer digitaler Angebote frühzeitig mitgedacht und als Unterstützung gesehen werde, so McGowan.

Für eine hindernisfreie Partizipation am Unterricht ist aber noch nicht in allen Fällen gesorgt. Für rund 50 Prozent der Befragten ist der Zugang zur Lehre an der ZHAW erschwert oder teilweise erschwert. Die Hindernisse unterscheiden sich auch hier nach Art der Behinderung. So haben Studierende mit Hörbehinderungen vor allem im Frontalunterricht mit dem Umstand zu kämpfen, dass sie gleichzeitig Lippenlesen und Notizen schreiben müssen. Dieser Herausforderung kann mit entsprechenden Massnahmen der hindernisfreien Didaktik begegnet werden. Studierende mit «unsichtbaren» Behinderungen, zum Beispiel einer psychischen Krankheit, bemängeln die fehlende Flexibilität des Studiums. «Die Sensibilisierung für nicht sichtbare Behinderungen und psychische Erkrankungen ist uns besonders wichtig», erklärt Studienleiterin Agnes von Wyl vom Departement Angewandte Psychologie. «Hier wollen wir das Erfahrungswissen der Betroffenen mit einbeziehen, um gemeinsam wirksame Lösungen für die Zukunft zu erarbeiten».

Drei Porträts von Studierenden

Die Stabsstelle Diversity hat die Resultate der Umfrage in einen grösseren Zusammenhang gebettet und als Broschüre herausgegeben. Darin gibt sie Einblick in einen Teil ihrer fachlichen Arbeit. Themen wie hindernisfreie Didaktik oder Beratungsangebote kommen genauso zur Sprache, wie Möglichkeiten zur Anpassung von Prüfungen oder Gruppenarbeiten für Menschen mit Behinderung (Nachteilsausgleich). Drei Porträts von Studierenden zeigen ganz unterschiedliche Herausforderungen und Karrieren von Menschen mit Behinderung an der ZHAW.

Broschüre Hindernisfreie Hochschule (PDF 1,3 MB)