Weniger Fälle, bessere Aussichten in der Sozialhilfe

Gelingt der Schritt weg von der Sozialhilfe besser, wenn die Sozialarbeitenden weniger Fälle bearbeiten? Diese Frage steht im Zentrum der Studie der ZHAW Soziale Arbeit. Die Ergebnisse sind eindeutig.

Frau mit Schal sitzt am Bürotisch und arbeitet konzentriert an ihrem Laptop.
Quelle: Colourbox

Die ZHAW Soziale Arbeit hat im Auftrag der Stadt Winterthur untersucht, wie sich die Fallbelastung in der Sozialhilfe auf die Ablösequote der Klientinnen und Klienten sowie die Fallkosten auswirkt. Die Studie unter der Leitung von Dr. Miryam Eser Davolio vom Institut für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe der ZHAW Soziale Arbeit macht deutlich, dass eine geringere Fallbelastung zu Kosteneinsparungen führt.

Ein Quasiexperiment liefert Antworten

Konkret haben im Rahmen eines Quasiexperiments drei nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Sozialarbeitende 18 Monate lang mit einer reduzierten Fallbelastung gearbeitet: das heisst bei einem Vollzeitarbeitsverhältnis 75 statt rund 145 Fälle. Die übrigen Sozialarbeitenden der Stadt Winterthur bildeten die Kontrollgruppe, sie betreuten wie bis anhin über 145 Fälle.

Weniger Fälle, tiefere Kosten

Die Studie hat gezeigt, dass eine geringere Fallbelastung tatsächlich tiefere Sozialhilfekosten zur Folge hat. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Sozialarbeitenden die zusätzliche Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, für Gespräche mit ihren Klientinnen und Klienten nutzen. Im engeren Austausch konnten individuelle Lösungen gefunden werden, was letztlich eine raschere Verbesserung der Situation der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger ermöglichte.