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Von der ZHAW in die Selbständigkeit

Die ZHAW-Absolventen Daniel Pfiffner und Patrick Kehrli könnten heute als Angestellte in der Industrie arbeiten. Stattdessen entschieden sie sich bewusst für den unbequemeren Weg: Mit ihrer Firma ProSim haben sich die beiden Wirtschaftsingenieure selbständig gemacht.

Die ZHAW-Absolventen Patrick Kehrli (links) und Daniel Pfiffner haben Wirtschaftsingenieurwesen studiert und sich nun selbständig gemacht.

Der Wandel zur Industrie 4.0 ist in aller Munde. Dazu gehört nicht nur, Maschinen miteinander zu vernetzen, so dass sie gewissermassen intelligent werden. Auch das digitale Abbilden von einzelnen Maschinen oder ganzen Produktionsanlagen gewinnt an Bedeutung. Dazu werden Simulationsmodelle benötigt – das Kernbusiness von ProSim, dem Start-up-Unternehmen der beiden ZHAW-Absolventen Daniel Pfiffner und Patrick Kehrli. Bereits an der ZHAW School of Engineering arbeiteten die beiden Wirtschaftsingenieure zusammen. Am Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) waren beide unter Christoph Heitz angestellt – Themenschwerpunkt Business Engineering und Simulationen.

Über ZHAW-Projekt zum Start-up

Am IDP haben Pfiffner und Kehrli gemeinsam an der Entwicklung eines Flugnetzsimulators für die SWISS gearbeitet. Mit ihrer Firma ProSim können sie das Projekt inzwischen direkt beim Auftraggeber betreuen. «Die Entwicklung des Prototyps war ein ZHAW-Projekt», so Pfiffner. «Nun ist das Tool im realen Einsatz bei der SWISS und muss weiterentwickelt und gewartet werden.» Mit diesem Auftrag haben sich die beiden ZHAW-Absolventen die Grundlage für ihre Selbständigkeit geschaffen. Doch schnell sind weitere Projekte hinzugekommen. Für einen Hochregallagerbauer entwickelten die Jungunternehmer eine individuelle Simulationsbibliothek, mit der alle erdenklichen Lagerlayouts in kürzester Zeit simuliert und ausgewertet werden können. Verschiedene Industriewäschereien optimierten dank der Simulation des Start-ups ihre Abläufe. Und auch bei der Planung des Studienmodells 2025 an der ZHAW kam die Expertise von ProSim zum Einsatz.

Prozesse mit Simulationen optimieren

Die bevorstehenden Veränderungen durch die Industrie 4.0 spielen den beiden Jungunternehmern in die Karten. Einen digitalen Zwilling einer realen Anlage aufzubauen, ist eines der Spezialgebiete von ProSim. «Dabei kann man simulieren, was alles möglich ist, ohne dass man gleich mit Umbaumassnahmen in den realen Prozess eingreift», sagt Pfiffner. «Am besten simuliert man aber seine gesamte Produktionsstrasse, bevor man sie baut. Dann sieht man rechtzeitig, wo Engpässe entstehen können.» So oder so spart die Simulation auf einem digitalen Zwilling Kosten ein – und das nicht nur in der Produktion. «Eine Modellierung lohnt sich überall dort, wo nicht klar ist, wie sich Veränderungen auf komplexe Prozesse auswirken», sagt Patrick Kehrli. Dennoch ist auch für ihn die Industrie 4.0 ein entscheidender Faktor für den Schritt in die Selbständigkeit: «Weil wir davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Simulationsmodellen weiter wachsen wird, ist das für uns der ideale Zeitpunkt für ein Start-up-Business gewesen.»

Eine Modellierung lohnt sich überall dort, wo nicht klar ist, wie sich Veränderungen auf komplexe Prozesse auswirken.

Patrick Kehrli, ZHAW-Absolvent und Mitbegründer des Start-ups ProSim

Dienstleistung und massgeschneiderte Simulationsprodukte

Bei der Vermarktung ihrer Dienste setzen die Jungunternehmer neben einem guten Suchmaschinenranking auch auf ein wachsendes, branchenübergreifendes Kontaktnetzwerk. Dass die beiden Absolventen kein Standard-Produkt, sondern auf die Prozesse der Kunden angepasste Simulationssoftware und Dienstleistungen verkaufen, sieht Daniel Pfiffner als Vorteil: «Standard-Produkte gibt es viele. Sie sind aber meist unflexibel und nur mit einer bestimmen Anzahl Prozesse im Unternehmen kompatibel. Genau da liegt unser Wettbewerbsvorteil. Ausserdem vergehen bei einem Standard-Produkt Jahre, bis es marktfähig wird.» Die Dienste der Absolventen hingegen können in kurzer Zeit umgesetzt werden – und sind schwer zu kopieren.

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