Mit einer App die richtige Hautcreme finden

Zwei Absolventen der ZHAW School of Engineering haben das Hautmessgerät «Skinobi» entwickelt. Damit wollen sie nicht nur den Hautzustand messen und verbessern, sondern auch die Kosmetikbranche revolutionieren. Denn eine unabhängige Digital-Health-Community soll mittels «Skinobi» falsche Versprechen enttarnen.

Patrick von Schulthess (hinten) und Simon Fahrni arbeiten schon seit dem Studium an ihrem innovativen Hautmessgerät.
Patrick von Schulthess (hinten) und Simon Fahrni arbeiten schon seit dem Studium an ihrem innovativen Hautmessgerät.

Mit der Entwicklung ihres Messgeräts hatten die beiden ZHAW-Absolventen Patrick von Schulthess und Simon Fahrni bereits im Systemtechnik-Studium begonnen. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit am Institut of Computational Physics (ICP) entstand der allererste Prototyp. Nach dem Studium haben die beiden Mediziningenieure ihr Projekt fortgesetzt, das Start-up-Unternehmen Opus Néoi gegründet und ihr Hautmessgerät «Skinobi» patentieren lassen. «Das Gerät misst die Dicke der Hautschichten sowie die Hautfeuchtigkeit der Epidermis und hilft allen, die bis anhin noch nicht das passende Produkt im Kosmetikprodukte-Dschungel gefunden haben», so Patrick von Schulthess; und er fügt an: «In Zukunft wird 'Skinobi' beweisen können, ob eine Anti-Aging-Creme wirklich hält, was sie verspricht.»

Mal schnell die Haut messen

Patrick von Schultess hatte früher selbst mit trockener Haut zu kämpfen und musste jahrelang nach der richtigen Hautcreme suchen. «Mit 'Skinobi' wäre mir die Suche erspart geblieben. Denn dank den genauen Messdaten hätte mir die App schon längst die richtigen Produkte vorgeschlagen», sagt der ZHAW-Absolvent heute. Die Anwendung ist simpel und absolut schmerzfrei: Das Gerät kühlt die Haut ab und misst den Temperaturunterschied. Die App kann die wissenschaftlichen Daten auswerten und detaillierte Aussagen über den Hautzustand machen. Zudem soll eine wachsende E-Health-Community konkrete Verbesserungsvorschläge geben – unabhängig von der Kosmetik- und Hautpflegeindustrie. Ziel von Opus Néoi ist es nämlich, eine weltweite Online-Community aufzubauen, die ihre Erfahrungen mit «Skinobi» teilt, vergleicht und diskutiert. Benutzer können sich so objektiv und unbeeinflusst von Werbung oder Tests über Hautprodukte informieren.

Ein Gadget mit Potenzial

Das Gerät wird aber nicht nur die Auswirkungen von Hautcremen binnen Sekunden messen können, sondern auch die Einflüsse von Ernährung und Sonnenexposition auf die Haut. «'Skinobi' ist momentan ein Lifestyle-Health-Gadget, aber die Technologie hat das Potenzial in der Dermatologie Fuss zu fassen», meint Patrick von Schulthess. Momentan will Opus Néoi aber vor allem E-Health-Fans und Endkonsumenten ansprechen. «Ein solch einfaches Gadget mit App, das für alle erschwinglich ist, hat es so noch nie gegeben», betont Simon Fahrni und verweist auf den Verkaufspreis von ungefähr 200 Franken. «Den genauen Preis können wir erst dann nennen, wenn das Geld für die Weiterentwicklung und den Markteintritt beisammen ist.»

Crowdfunding gestartet

Nun sammelt Opus Néoi mit einem Crowdfunding das nötige Kapital, um das Gerät auf den Markt zu bringen. Wer mitmacht und 200 Franken investiert, bekommt bei erfolgreicher Finanzierung eines der ersten Geräte geliefert und kann sich aktiv während des Entwicklungsprozesses einbringen. Die beiden Jungunternehmer planen, «Skinobi» Ende 2017 auf den Markt zu bringen. 150’000 Franken wollen sie via Crowdfunding sammeln.

Mehr Informationen unter: www.opus-neoi.com