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Kooperation im Master Angewandte Linguistik mit der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO)

Studierende im Master Angewandte Linguistik, Vertiefung Fachübersetzen, erstellen terminologische Einträge für die Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO. Diese stehen seit Ende August 2018 im multilingualen Terminologieportal «WIPO Pearl» weltweit zur Verfügung.

Terminologiearbeit, d.h. das Erarbeiten von (mehrsprachigen) Fachwortbeständen, spielt beim Übersetzen von Fachtexten eine wichtige Rolle. Qualitativ hochwertige Übersetzungen setzen ein umfassendes Verständnis der im ausgangssprachlichen Text verwendeten Fachwörter und das Recherchieren der entsprechenden zielsprachlichen Äquivalente voraus. Vor diesem Hintergrund erlernen die Studierenden in der Mastervertiefung Fachübersetzen des IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen die Arbeitsgrundsätze der übersetzungsbezogenen Terminologiearbeit und das Erstellen von Terminologie-Einträgen mit marktüblichen Terminologietools. Dies aber nicht in einer «Trockenübung», sondern in direkter Umsetzung des Anspruchs einer in Forschung und Lehre transformativen Hochschule auch praktisch verwertbar für das Terminologieportal der WIPO.

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO (World Intellectual Property Organization) wurde 1967 durch das Stockholmer Übereinkommen zur Errichtung der Weltorganisation für geistiges Eigentum mit dem Ziel gegründet, Rechte an immateriellen Gütern weltweit zu fördern. Die WIPO ist seit 1974 eine Teilorganisation der Vereinten Nationen und betreibt seit 2014 das Terminologieportal «WIPO Pearl», das Termini aus Patentdokumenten aus den Bereichen Wissenschaft und Technik enthält. Mit Hilfe dieses Portals soll die konsistente Verwendung eindeutiger Termini in verschiedenen Sprachen gefördert, sowie die Recherche und der Austausch wissenschaftlicher und technischer Informationen vereinfacht werden. Es umfasst derzeit ca. 160'000 Termini in insgesamt 10 Sprachen, darunter Arabisch, Chinesisch, Englisch, Russisch, Französisch und Deutsch.

Die Einträge in WIPO Pearl werden von SprachexpertInnen und TerminologInnen der WIPO erstellt, validiert und gepflegt — unterstützt u.a. durch Hochschulen wie die University of Manchester in Grossbritannien, die University of Illinois at Urbana-Champaign in den USA oder seit Frühling 2018 auch die ZHAW.

Beteiligt an dem Projekt unter der Leitung von Christian Kriele, Forschungs- und Arbeitsbereich Fachkommunikation und Wissenstransfer, LCC Language Competence Centre der ZHAW, waren neun Studierende. Ihre Aufgabe war es, je fünf terminologische Einträge in ihrer jeweiligen Grundsprache und in einer von ihnen belegten Zielsprachen wie z.B. Russisch, Französisch, Italienisch, Englisch und Deutsch zu erstellen. Dazu mussten sie in Anwendung der WIPO-Kriterien ein Sachgebiet vorschlagen, dieses und sogenannte Termkandidaten (potentielle Termini) in der jeweiligen Grundsprache von der WIPO validieren bzw. freigeben lassen, zielsprachliche Äquivalente recherchieren und schliesslich nach den Vorgaben der WIPO terminologische Einträge erstellen. Zu den von der WIPO angenommenen für Patente relevanten wissenschaftlichen oder technischen Sachgebieten gehörten unter anderem «Metallurgie», «Kaffeeherstellung», «Uhrwerke», «Dentalmedizin» und «Brückenbau».

Abschliessend wurden die zweisprachigen Einträge durch die WIPO geprüft und in WIPO Pearl integriert. Sie sind seit Ende August 2018 dort abrufbar: http://www.wipo.int/reference/de/wipopearl/news/2018/news_0002.html.

Aufgrund der hohen Qualität der erarbeiteten Einträge hat die WIPO die ZHAW eingeladen, dieses Projekt mit Studierenden im Master Angewandte Linguistik, Vertiefung Fachübersetzen, jährlich durchzuführen.