Kopfbereich

Schnellnavigation

Hauptnavigation

Jubiläums-Hochschultag: digitale Fitness und didaktischer Kulturwandel

Am 31. Oktober feierte die ZHAW an ihrem Hochschultag das 10-Jahre-Jubiläum mit einem Blick in die digitale Zukunft. Rektor Jean-Marc Piveteau machte in seiner Ansprache klar, dass in Zukunft die «Digital Literacy» – also sozusagen die «digitale Bildung» – Bestandteil jedes Studienkonzeptes sein müsse.

An ihrem Hochschultag zum 10-Jahre-Jubiläum widmete sich die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften nicht etwa der Vergangenheit – sondern der Zukunftsmusik. Im Fokus stand der «digitale Tsunami», wie SRF-Moderatorin Sonja Hasler, die durch den Abend führte, die Entwicklung hin zu neuen und flexibleren Lehr- und Lernformen und den damit verbundenen Kulturwandel nannte. Als Experte war Martin Ebner von der Technischen Universität Graz zu Gast, der digitale Bildungstechnologien an Hochschulen mit einem Fitnessprogramm verglich. «Sie sind weder Übungen noch Projekte, sondern umfassende, ganzheitliche und fortwährende Massnahmen für digitale Bürgerinnen und Bürger von morgen.» Auch ZHAW-Rektor Jean-Marc Piveteau unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung von digitalen Kompetenzen, sogenannter «Digital Literacy» für die Ausbildung. Doch ihm ging es dabei um viel mehr: «Die Vermittlung von digitalen Kompetenzen, die den aktuellen Bedürfnissen von Wirtschaft und Gesellschaft entsprechen, genügt nicht. Notwendig ist auch Critical Thinking – also kritisches Denken und Hinterfragen.»

Medienkompetente Lehrende

In seinem Referat hielt Keynote-Speaker Ebner fest, dass der Medieneinsatz zu Lernzwecken für Jugendliche alltäglich und ein integraler Bestandteil ihrer Lehrumgebung sei. «Dazu sind medienkompetente Lehrende sowie passende organisatorische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen nötig.» Diese wiederum würden eine grosse didaktische Vielfalt ermöglichen, so der Leiter Lehr- und Lerntechnologien an der Technischen Universität Graz.

Jean-Marc Piveteau zeigte sich am Hochschultag überzeugt, dass die ZHAW auf bestem Weg Richtung digitale Fitness ist. Dafür wies er auf Beispiele aus den ZHAW-Departementen hin, die diesem fundamentalen Kulturwandel gerecht werden. So präsentierte Claude Müller Werder von der ZHAW School of Management and Law den Blended-Learning-Studiengang «Flex», welcher Studierenden ein zeitlich und örtlich flexibles Studium mit reduzierter Präsenzzeit bietet. «Auf diese Weise können Studierende etwa nebenbei ihre Kinder betreuen oder Karriere machen.» Damit der moderne Unterricht funktioniere, seien hohe Anforderungen zu erfüllen, erklärt Müller Werder. Die ZHAW verfügt über ein Studio, in dem Vorlesungen aufgezeichnet werden. «Abstriche gibt es dabei keine. Wir verzeichnen sogar bessere Prüfungsergebnisse.»

Virtual Reality im Vorlesungssaal

Jürg Boos, Leiter des Forschungsbereichs biologische Landwirtschaft am ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management, präsentierte, wie er in seinen Studiengängen das Lernen von Faktenwissen auslagert und den Studierenden damit zu mehr Sozial- und Selbstkompetenz verhilft. Reto Knaack und Peter Hug von der ZHAW School of Engineering zeigten anhand ihres Pilot-Projekts, wie Virtual Reality im Unterricht die didaktischen Möglichkeiten massiv erweitert und es Studierenden etwa erlaubt, in einem Flugzeugcockpit zu sitzen.

Die «Erfolgsstory ZHAW unbedingt weiterschreiben» will Bildungsdirektorin Silvia Steiner. Dies erklärte die Regierungsrätin in ihrer Grussbotschaft. Auch Christoph Steinebach, Direktor ZHAW Angewandte Psychologie und Leiter des ZHAW-Ressorts Lehre, zeigte sich erfreut über all die Chancen, welche sich der ZHAW durch die Digitalisierung bieten. «Dozierende können den Kontakt mit Studierenden für den Dialog und die Vertiefung nutzen, so kann der wichtige analoge Kontakt nachhaltiger gestaltet werden.»

Ein Pilot-Projekt der ZHAW School of Engineering testet den Einsatz von Virtual Reality im Unterricht.
Claude Müller Werder stellt den an der ZHAW School of Management and Law entwickelten Blended-Learning-Studiengang FLEX vor, der ein zeitlich und örtlich flexibles Studium ermöglich.
Jürg Boos, Leiter des Forschungsbereichs biologische Landwirtschaft, vermittelt in seinen Studiengängen Faktenwissen mittels E-Learning Einheiten.