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«Für die Energiewende ist das menschliche Verhalten bedeutend»

Markus Hackenfort vom ZHAW-Departement Angewandte Psychologie ist Projektleiter der 5. «BEHAVE»-Konferenz, die vom 5. bis 7. September an der ZHAW stattfindet. BEHAVE beleuchtet das menschliche Verhalten im Energiekontext. Zur interdisziplinär und europäisch ausgerichteten Konferenz werden rund 200 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Politik und Behörden erwartet.

ZHAW-Impact Nr. 41

Welche Bedeutung hat menschliches Verhalten für die Energiewende?

Technisch grandiose Ideen sind zwar sehr wichtig, bedeuten aber noch lange nicht, dass die Menschen entsprechend folgen. Im Gegenteil. Manchmal werden die Entwicklungen auch ungünstig kompensiert. Das zeigt sich am Beispiel von LED-Lampen. Viele denken, die sind ja jetzt so energiesparend, da kann ich das Licht den ganzen Tag anlassen. Für das Gelingen der Energiewende ist also das Verhalten sehr bedeutend.

Welche innovativen Ansätze gibt es, Verhaltensänderungen zu bewirken?

Ein interdisziplinärer Ansatz ist gefragt: Neben den guten technischen Ideen braucht es auch gute Ideen, die aufzeigen, was diese mit Menschen machen, ob und wie sie diese annehmen. Wir sehen, dass die Ansprache der Konsumentinnen und Konsumenten stärker zielgruppenspezifisch orientiert ist. Früher dachte man, man baut einfach in alle Haushalte intelligente Stromzähler ein und wenn die Leute live verfolgen können, wie viel Strom sie verbrauchen, geht das Energiesparen automatisch. Doch so einfach ist es nicht.

Was sind die Herausforderungen dabei?

Unser Wissen darüber, was dazu führt, dass Menschen grundsätzlich ihr Verhalten ändern, ist relativ gut. Schwierig wird es dann, dieses konkret runterzubrechen. Die Psychologie entwickelt Modelle, die mit Hilfe von Fragebögen erkunden, wo die Zielgruppe steht. Entscheidend ist, die richtigen Fragen zu stellen. Denn es gibt Leute, die haben von der ganzen Energie- und Klimaproblematik noch nichts mitbekommen oder wollten nichts mitbekommen. Andere haben vielleicht angefangen, ihr Verhalten zu ändern, und stellen dann fest: «Oh das ist kompliziert, das lass ich lieber.» Wieder andere haben schon Massnahmen für mehr Energieeffizienz ergriffen, die Fördermittel laufen jetzt aber aus und sie stehen vor der Frage: Was ist der nächste Schritt? 

Das Giesskannenprinzip ist out?

Ja. Da, wo die Leute stehen, muss man sie abholen. Unter Umständen muss man da klein anfangen. Nicht jeder, der ein nach Süden ausgerichtetes Dach hat, will gleich eine PV-Anlage und ein Rundum-sorglos-Paket.

INTERVIEW PATRICIA FALLER

Hochschulmagazin ZHAW-Impact

«Gesellschaftliche Integration» lautet das Dossierthema der Juni-Ausgabe des Hochschulmagazins ZHAW-Impact. Eine Auswahl der Themen: Welche Karrieremöglichkeiten bieten Unternehmen für Mitarbeitende 49+? Wie fair sind Sozialversicherungen in der Schweiz? Welche Wechselwirkung besteht zwischen der Gestaltung von Räumen und menschlichem Verhalten? Wie kann man ältere Migrantinnen und Migranten aber auch junge Secondos unterstützen? Wenn immer mehr junge Menschen unter psychischen Erkrankungen leiden, wie kann man Früherkennung und Therapie fördern? Zudem lesen Sie Porträts über Menschen, die sich für den Wissenstransfer mit Namibia, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, hindernisfreie Kommunikation, ethische Managementausbildung und mehr Frauen in MINT-Fächern engagieren.

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