Von Winterthur nach Shanghai: Informatik-Student geht an die WorldSkills
William Wigginton studiert im Bachelorstudiengang Informatik an der ZHAW School of Engineering. Dank seiner herausragenden Leistungen an den nationalen Berufsmeisterschaften SwissSkills hat er sich einen Platz im Schweizer Nationalteam erkämpft und wird die Schweiz an den Weltmeisterschaften 2026 in Shanghai vertreten. Dafür ist er nun mitten in der Vorbereitung.
William Wigginton, wie kam es dazu, bei Berufsmeisterschaften mitzumachen?
Ich habe im Sommer 2020 eine Lehre als Informatiker mit der Fachrichtung Applikationsentwicklung bei der Webentwicklungsagentur Liip AG begonnen. Vom Berufsbildungscenter, in dem ich das erste Lehrjahr absolviert habe, habe ich erstmals von den Regionalmeisterschaften erfahren. Mein Lehrmeister hat mich dann im dritten Lehrjahr überzeugt, im Skill 17 «Web Technologies» teilzunehmen.
Und diese Berufsmeisterschaften führten dich dann ins Nationalteam?
Ja, aber das ging über viele Jahre. Zuerst qualifizierte ich mich via Regionalmeisterschaften für die SwissSkills. Diese gewann ich, überraschend für mich damals, und hatte so meine erste Goldmedaille. Am Assessment für die WorldSkills2024 entschieden sich die Experten dann allerdings für einen anderen Kandidaten, um die Schweiz zu vertreten. Für mich war es damit vorerst vorbei.
An den kommenden SwissSkills wollte ich meine Medaille verteidigen. Zum Zeitpunkt hatte ich inzwischen meine Lehre abgeschlossen, den Militärdienst absolviert und gerade mein Studium an der ZHAW gestartet. Ich gewann erneut die Goldmedaille und wurde schliesslich am darauffolgenden Assessment von den Experten für die WorldSkills2026 im September in Shanghai ausgewählt.
Wie sieht deine Reise nach Shanghai aus?
Wir fliegen eine Woche vor dem Wettbewerb nach Shanghai, wo wir ein Precamp haben werden, um den Jetlag loszuwerden und uns final vorzubereiten. Die WorldSkills selbst sehen je nach Kategorie anders aus. Bei mir sind es drei Tage Wettbewerb mit allen Kandidat:innen in einem grossen Raum. Total dauert der Wettbewerb etwa 18 Stunden, aufgeteilt in sechs unterschiedliche Module. In der Kategorie «Web Technologies» geht es um Webentwicklung. Der Wettbewerb findet aber ohne Internet statt, es ist also nur beschränkt Recherche möglich. Die Aufgaben müssen mit dem eigenen Wissen und den eigenen Skills erledigt werden.
Wie bereitet man sich nebst dem Studium auf so einen Wettbewerb vor?
Ich bereite mich in der Zeit ausserhalb des Studiums technisch und mental vor. Das Schweizer Nationalteam organisiert mehrere Vorbereitungs-Wochenenden. Im Januar hatten wir ein Wochenende Teamevent, im März ein Competitor-Weekend für eine Standortbestimmung und ein Medientraining. In den Monaten bis zum Wettbewerb zieht sich die Vorbereitung weiter. Die technische Vorbereitung geschieht durch das Lösen von alten Wettbewerbsaufgaben unter verschiedenen Bedingungen oder das generelle Vertiefen in relevanten Themen. Der grösste Teil davon wird in der Semesterpause im Sommer stattfinden, da ich mir dann die Zeit nehmen kann. Durch einen externen Trainer werde ich mental vorbereitet. Ausserdem gibt es nochmals zwei Wochenenden mit dem Nationalteam, um berufsunabhängige Vorbereitungen abzudecken. Und dazu nehme ich an einer internationalen Übung in Deutschland teil, wo ich in einer Wettbewerbsumgebung mit echten Aufgaben üben und gegen andere Teilnehmende der WorldSkills antreten kann.
Auf was freust du dich am Meisten an den WorldSkills?
Die Vorstellung, mich mit den besten Fachleuten der Welt messen zu können, begeistert und motiviert mich enorm. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, mein Können unter Beweis zu stellen und mein volles Potenzial zu zeigen.
Wir wünschen eine gute Vorbereitung und freuen uns darauf, nach den WorldSkills ein Update zu erhalten.