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Bankfachleute über 40 müssen sich für die digitale Zukunft fit machen

Bankfachspezialistinnen und -spezialisten in der Mitte ihrer Laufbahn sind angesichts der Digitalisierung gefordert, ihre Qualifikationen weiterzuentwickeln. Dafür braucht es Selbstverantwortung sowie angepasste Personalentwicklungsmodelle, wie eine ZHAW-Studie im Auftrag des Zürcher Bankenverbands zeigt.

Bankfachleute in der Mitte ihrer Laufbahn unternehmen bislang eher wenig, um sich auf die grossen Veränderungen in der Bankenwelt im Zuge der Digitalisierung vorzubereiten. Zu diesem Resultat kommt eine Studie der ZHAW School of Management and Law und des Departements Angewandte Psychologie der ZHAW. Auf der Basis der Erkenntnisse haben die Autorinnen und Autoren konkrete Handlungsempfehlungen und Hilfsmittel für die Erneuerung und Weiterentwicklung der Kompetenzen von Bankfachleuten in der Laufbahnmitte erarbeitet. Die Untersuchung wurde vom Zürcher Bankenverband initiiert und in Zusammenarbeit mit diesem durchgeführt. Sie basiert auf persönlichen Interviews mit Bankprofessionals sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des Managements. Zudem führten die Autorinnen und Autoren eine quantitative, nicht repräsentative Umfrage bei über 400 Bankprofessionals durch.

Druck auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu

«Angesichts von Digitalisierung, wachsender Konkurrenz und niedrigen Zinsen werden die Banken auch in den kommenden Jahren ihre Geschäftsmodelle weiter anpassen», sagt Daniel Hunziker, Präsident des Zürcher Bankenverbands. Dadurch werden sich die Arbeitsinhalte von Bankfachspezialistinnen und -spezialisten verändern. Die Anforderungen und Bildungsvoraussetzungen werden tendenziell weiter zunehmen. «Die Bankfachleute zwischen 40 und 50 Jahren sind Leistungsträger ihrer Unternehmen. Sie schöpfen aus langjähriger Erfahrung, verfügen über viel Energie und sind in ihren beruflichen und familiären Aufgaben gefordert. Einen unmittelbaren Druck, sich beruflich weiterzubilden, verspüren sie dagegen kaum. Doch auch oder gerade in dieser Situation ist es wichtig, dass sie ihre Kompetenzen kritisch überprüfen und ihre Laufbahn in einem dynamischen Umfeld aktiv gestalten, in dem Hierarchien flacher werden, neue Arbeitsmethoden entstehen und der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt zunimmt», erklärt Hunziker.

Förderung der Beschäftigungsfähigkeit

Um die Bewältigung dieser Herausforderung zu erleichtern, gibt die Studie eine Reihe von Handlungsempfehlungen für Bankprofessionals und Arbeitgebende. So sollten Wahl und Gestaltung von Entwicklungsmassnahmen darauf ausgerichtet sein, die allgemeine Beschäftigungsfähigkeit zu fördern: Die erworbenen Kompetenzen sollten Professionals dazu befähigen, in verschiedenen Bereichen tätig zu sein, statt sie primär auf eine definierte Funktion vorzubereiten. «Das setzt voraus, dass Mitarbeitende ihre Ressourcen genau kennen, sich aktiv mit verändernden Rahmenbedingungen auseinandersetzen und die für sich passenden Massnahmen ergreifen», sagt Anita Sigg, stellvertretende Leiterin des Instituts Wealth und Asset Management an der ZHAW School of Management and Law.

Alternative Laufbahnkonzepte

Neben dem Fokus auf das fachliche Können braucht es zudem die Berücksichtigung der individuellen Motivation und der Rahmenbedingungen: Das bedeutet unter anderem, dass Banken ergänzend zu klassischen Führungskarrieren verstärkt Alternativen wie Fach- oder Projektlaufbahnen institutionalisieren und deren Attraktivität mit geeigneten Anreizen erhöhen. Gleichzeitig müssen sie gegenüber Professionals klar zum Ausdruck bringen, welche Erwartungen sie bezüglich der Weiterentwicklung von Qualifikationen haben. «Wichtig ist auch, dass alle Beteiligten genau verstehen, welche Faktoren Mitarbeitende in der Laufbahnmitte daran hindern, konkrete Massnahmen zum Ausbau ihrer Kompetenzen zu ergreifen. Das kann etwa der Zeitmangel angesichts von beruflichen und familiären Anforderungen sein», erläutert Sigg. Nötig sind dementsprechend adäquate Massnahmen, um solche Hemmnisse abzubauen, unter anderem die bessere Nutzung von systematischen Weiterbildungsmöglichkeiten on the job.

Anschluss an «Zukunftsstudie Bankfachspezialisten 2030»

Die Interviews zur Studie «Berufliche Entwicklungsoptionen für Professionals in der Bankenbranche» fanden zwischen Dezember 2018 und März 2019 statt, die Umfrage lief zwischen November 2019 und Januar 2020. Die Untersuchung schliesst an die vor drei Jahren publizierte «Zukunftsstudie Bankfachspezialisten 2030» an. Diese zeigte auf, über welche Kompetenzen Bankmitarbeitende in der Zukunft verfügen müssen.

Vollständige Studie: Entwicklungsoptionen im Bankfach

Kontakt

  • Anita Sigg, ZHAW School of Management and Law, Institut Wealth und Asset Management, Telefon 058 934 79 55, E-Mail: anita.sigg@zhaw.ch
  • Christian Bretscher, Zürcher Bankenverband,
    Telefon 043 244 55 88, E-Mail: cb@zuercher-bankenverband.ch