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Nutzung von Tages- und Nachtstrukturen fördern, Angehörige entlasten

Welche Faktoren entscheiden darüber, ob Tages- und Nachtstrukturen genutzt werden? Und wie lassen sich bestehende Hürden abbauen?

Tages- und Nachtstrukturen für kranke, behinderte, psychisch beeinträchtigte und ältere Personen können betreuende Angehörige massgeblich entlasten. Wenn sie denn genutzt werden. Im Rahmen des Forschungsmandats «Tages- und Nachtstrukturen – Einflussfaktoren der Inanspruchnahme» haben die ZHAW Soziale Arbeit und econcept entsprechende Angebote unter die Lupe genommen und analysiert, unter welchen Bedingungen diese intermediären Strukturen, die einen vorübergehenden, stunden- oder tageweisen Aufenthalt in einer Institution ermöglichen, in Anspruch genommen werden.

Das Forschungsmandat ist Teil des Förderprogramms «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017–2020». Es wird vom Bundesamt für Gesundheit BAG im Auftrag des Bundesrats durchführt und umfasst verschiedene Mandate. Bis zum Programmende wird das BAG alle Aktivitäten in einem Synthesebericht auswerten. Das Projektteam der ZHAW besteht aus einem interdisziplinären Team aus den drei Instituten für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe, Sozialmanagement sowie Kindheit, Jugend und Familie.

Welche Faktoren entscheiden über die Nutzung?

Die Studie zeigt, dass die Schweiz über ein vielfältiges Angebot verfügt. Dieses ist aber teilweise nicht auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausgerichtet und weist im Kinder- und Erwachsenenbereich Versorgungslücken auf.

Der entscheidende Einflussfaktor für die Nutzung einer Tages- oder Nachtstruktur ist der Leidensdruck der Angehörigen. Eine bedeutende Rolle spielen zudem der Pflege- und Betreuungsbedarf, die Lebenslage der Nutzerinnen und Nutzer sowie ihrer Angehörigen, die Finanzierung des Aufenthalts, das konkrete Angebot in der Region sowie die Niederschwelligkeit der Tages- und Nachtstruktur in Form flexibler Öffnungszeiten, kurzfristiger Nutzungsmöglichkeiten und eines Fahrdienstes.

Wo besteht Handlungsbedarf?

Die Studie machte in fünf Bereichen einen Handlungsbedarf aus:

  • Schliessen von Lücken in der Versorgung
  • Bedarfsgerechtere Ausrichtung bestehender Angebote
  • Verbesserte Vermittlung, Information und Begleitung durch Dritte
  • Gezieltere Gestaltung der Übergänge ambulant-aufsuchend – intermediär – stationär
  • Schliessen von Finanzierungslücken

Was empfehlen die Forschenden?

Die ZHAW Soziale Arbeit und econcept formulierten im Rahmen der Studie verschiedene Lösungsansätze und Empfehlungen, wie dem identifizierten Handlungsbedarf begegnet werden kann. Sie setzen auf unterschiedlichen Ebenen an, wie etwa beim Angebot selbst, bei der Sensibilisierung und bei der Finanzierung. Die ausformulierten Empfehlungen können im Schlussbericht nachgelesen werden.

Der Schlussbericht sowie die Kurzfassung davon finden sich auf der Website des BAG unter "Abgeschlossene Forschungsmandate": Tages- und Nachtstrukturen