AusTEr - pädagogische Zuständigkeiten an Tagesschulen

Das SNF-Projekt AusTEr – Aushandlungsprozesse der pädagogischen Zuständigkeiten an Tagesschulen im Spannungsfeld öffentlicher Erziehung – geht der Frage nach, wie multiprofessionelle Teams an Tagesschulen pädagogische Zuständigkeiten aushandeln und welche spezifischen Deutungen zur Ganztagsbildung bestehen. Das Projekt ist eine Kooperation der PH Zürich und der ZHAW Soziale Arbeit.

Kinder spielen auf dem Schulhof und laufen einaner nach.

Ausgangslage

Tagesschulen sind ein bildungs- und gesellschaftspolitisch hoch relevantes Feld, das konzeptionell mit zwei Ansprüchen verbunden wird: Zum einen sollen Tagesschulen aussercurriculare Aktivitäten, Betreuung und Unterricht so miteinander verzahnen, dass eine optimale und ganzheitliche Förderung der Kinder gewährleistet ist. Zum anderen wird erhofft, dass sie einen zentralen Beitrag zur Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie leisten. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der an Tagesschulen Tätigen wurde in der schweizerischen Bildungsforschung bisher nur ungenügend differenziert untersucht.

Fragestellungen

Das SNF-Projekt AusTEr geht der Frage nach, wie Aushandlungsprozesse pädagogischer Zuständigkeiten in multiprofessionellen Teams an Tagesschulen gestaltet werden, und ergründet, welche spezifischen Deutungen zur Ganztagsbildung sowie welche Professionalitätsverständnisse bestehen.

Ziel

Im Projekt geht es darum, die Gestaltung von Aushandlungsprozessen pädagogischer Zuständigkeiten und die spezifischen Deutungen zur Ganztagsbildung zugänglich zu machen. Dadurch sollen die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der Aufgaben und Funktionen der verschiedenen Instanzen erkennbar werden. Dann erst lässt sich folgern, welche Art von Partnerschaft zwischen den Fachpersonen der Sozialen Arbeit / Betreuung, den ausserschulischen Drittanbietern, den schulischen Fachpersonen und den Erziehungsbeauftragten sinnvoll ist und schliesslich – im Sinne einer qualitativen Optimierung des Erziehungs- und Bildungsauftrages – als erfolgreich beurteilt werden kann. Mit der Thematisierung der möglichen Grenzverschiebung von pädagogischen Zuständigkeiten wird zudem ein Beitrag zur Diskussion der öffentlichen Erziehung und der Professionalitätsverständnisse geleistet. 

Methodik

Mit dem Pilotprojekt «Tagesschule 2025» bereitet die Stadt Zürich die Einführung allgemeiner städtischer Tagesschulen vor. Die Pilotschulen eignen sich daher besonders gut, um die aufgeworfenen Fragen zu untersuchen. Es werden vier Fälle von sich neu konstituierenden Tagesschulen zu zwei Messzeitpunkten analysiert und miteinander verglichen (Cross Case Study).
In jeder Schule werden narrative Interviews mit Fachpersonen der Sozialen Arbeit / Betreuung, ausserschulischen Drittanbietern, schulischen Fachpersonen, Schülerinnen und Schülern sowie mit deren Erziehungsbeauftragten geführt. Diese Interviews werden mittels des kodierenden Verfahrens der Grounded Theory ausgewertet, um aus den subjektiven Perspektiven differenzierte Deutungs- und Handlungsmuster auszuarbeiten. 

Projektleitung (ZHAW Soziale Arbeit)

Projektteam

Projektdauer

Mai 2016 bis Oktober 2018

Publikationen