Kein «Einkaufstourismus» im Dialogmarketing

Erstmals wurde in der Schweiz mehr Geld für Dialogmarketing im Internet ausgegeben als für physische Aktivitäten, zeigt eine ZHAW-Studie. Das Dialogmarketing ist zudem auf allen Kanälen aktiv, bevorzugt aber einheimische Dienstleistungen.

Die Dialogmarketing-Branche steht mitten im Prozess der Digitalisierung, muss mit der anhaltenden Frankenstärke auskommen und kämpft mit dem geplanten verschärften Datenschutz. ZHAW-Forschende befragten deshalb über 200 Auftraggeber und Dienstleister zu ihren Dialogmarketing-Aktivitäten. Dialogmarketing wird als Kommunikationsform verstanden, die interaktiv, persönlich und messbar sowie auf allen Kanälen aktiv ist. Durch den Dialog mit den Kunden können gezielt auf deren Interessen zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen angeboten werden.

Dialogmarketing wird immer digitaler

Grafik «Anteile der Kanäle am Dialogmarketing-Budget»
Grafik «Budgetverschiebungen»

Die diesjährige Dialogmarketing-Studie des Schweizer Dialogmarketing Verbands wurde zusammen mit dem Institut für Marketing Management der ZHAW – bereits zum zweiten Mal nach 2015 – durchgeführt und zeigt, dass die digitale Transformation im Dialogmarketing angekommen ist. Denn erstmals haben die Ausgaben im Internet diejenigen für physische Sendungen überholt. Dieser Prozess wird sich gemäss den Studienautoren weiter fortsetzen.

Der «Einkaufstourismus» ist hingegen bei den Schweizer Unternehmen relativ wenig verbreitet und es sind auch keine Tendenzen dahin erkennbar. Es wird also auf Schweizer Dienstleistungen gesetzt. Die Auftraggeber haben auch Trends im Visier. Sie messen dem Influencer Marketing, Trigger-based Marketing oder automatisierten Bots eine hohe Bedeutung bei.

Digitalisierte Welt als Herausforderung

Grafik «Brief oder E-Mail»
Grafik «Dienstleistungsbezug aus dem Ausland»
Grafik «Herausforderungen und Trends»

Der rasante Wandel bietet Herausforderungen, aber auch Chancen für diejenigen Dienstleister, die sich dem Wandel anpassen. «Die Digitalisierung hat einen Einfluss, dennoch sind zum Beispiel gedruckte Mailings immer noch sehr wichtig für die Branche und kaum wegzudenken», erläutert Studienleiter Frank Hannich von der ZHAW. Immer noch wird der weit grössere Teil des Dialogmarketings von den Unternehmen selbst umgesetzt. «Das Zusammenspiel im Dialogmarketing bleibt aber wichtig. Es braucht Spezialisten, die effiziente Kampagnen konzipieren und durchführen können. Sehr positiv ist, dass hier auf einheimische Dienstleistungen gesetzt wird», meint SDV-Präsident Milo Stössel. Dies hat auch die ZHAW-Studie bestätigt, denn die Herausforderung, in einer digitalisierten Welt im Dialog mit den Kunden zu bleiben, lässt die Bedeutung von Dialogmarketing-Expertise stetig steigen.

Kontakt

Fachkontakte
Dr. Frank Hannich, Studienleiter, ZHAW School of Management and Law, Institut für Marketing Management, Telefon +41 58 934 68 65, E-Mail: frank.hannich@zhaw.ch

Heinz Schopfer, Verbandsmanager, Schweizer Dialogmarketing Verband,
Telefon +41 52 721 61 62, E-Mail: heinz.schopfer@sdv-dialogmarketing.ch

Medienkontakt
Juerg Hostettler, Medienverantwortlicher ZHAW School of Management and Law,
Telefon 058 934 46 63, E-Mail juerg.hostettler@zhaw.ch