Eingabe löschen

Kopfbereich

Schnellnavigation

Hauptnavigation

Studie: Einblick in das Modell der drei Verteidigungslinien bei Schweizer Versicherern

Die aus den Expertengesprächen und der standardisierten Befragung gewonnenen Erkenntnisse zeigen eine hohe Zustimmung zum grundsätzlichen Nutzen des Modells sowie ein einheitliches Bild zu aktuellen Trends. Das Modell leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Bedeutung und ganzheitlichen Umsetzung der Risikomanagementziele. Während ein weit gehender Konsens bezüglich der groben Struktur der drei Linien besteht, zeigen die Resultate aufgeschlüsselt nach Geschäftssegmenten und Aufsichtskategorien wesentliche Unterschiede in der Einschätzung der Herausforderungen und in der operativen Umsetzung.

Die grössten Herausforderungen werden im konsistenten Verständnis von Wesentlichkeit und Risiko, unterschiedlichen Bewertungsmethoden oder Grundlagen so wie Doppelspurigkeiten und Redundanzen gesehen. Für Lebens- und  Sachversicherer ist die Nutzung verschiedener (IT-) Systeme sehr herausfordernd. Demgegenüber beschäftigt Rückversicherer eher, Klarheit bezüglich der Verantwortung  nicht-finanzieller Risiken zu schaffen. Als wichtigste  Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Modells wird, wie auch in der Literatur der «Tone at the  top» gesehen, gefolgt vom konsistenten Verständnis von Wesentlichkeit und Risiko, einheitlichen Bewertungskriterien sowie dem «Tone at the middle».  

Wie erwartet nimmt die Risikomanagement-Funktion den Grossteil der Risiko- und Kontrolltätigkeiten wahr. Die meisten Überschneidungen ergeben sich zwischen Risikomanagement und Compliance. Deutliche Unterschiede im Aufgabenspektrum von Risikomanagement, Compliance, Interner Revision und externen Dienstleistern zeigen sich im Vergleich der Geschäftsfelder und Aufsichtskategorien. Bei grossen Unternehmen fällt das im Vergleich breite Aufgabenspektrum der Compliance auf. Bei der Differenzierung nach Geschäftsfeld wird deutlich, dass bei den Krankenversicherern einzelne Auf gaben ausschliesslich vom Risikomanagement wahrgenommen werden und die Interne  Revision ein im Vergleich breiteres Aufgabenspektrum wahrnimmt. Kleine und mittelgrosse Rückversicherer gaben eher an, Kontrollaufgaben an externe Dienstleister auszulagern. Bezüglich Ressourcen hat sich gezeigt, dass sich die Verteilung auf die einzelnen Funktionen vor allem im Bereich Compliance unterscheidet. Generell wenden grosse Unternehmen mehr personelle  Ressourcen als kleinere Versicherungsunternehmen auf.

Die hohe Zustimmung zu mehreren Trends zeigt, dass die operative Umsetzung des Modells Schweizer Versicherer beschäftigt. Viel Wert legen die Befragten auf die Reduktion der Komplexität und einen verstärkten Fokus auf  Wesentlichkeit. Unsicherheit besteht in der Definition und Umsetzung der Unabhängigkeit. Die bessere Integration der Berichterstattung und der Kontrolltätigkeiten ist vor allem ein Thema bei grösseren Rück-, Lebens- und Sachversicherern.

Die Erkenntnisse lassen erwarten, dass sich das Aufgabenspektrum sowie die organisatorische Einbettung der Kontrollfunktionen weiter wandeln wird. Es lassen sich vier Handlungsfelder ableiten. Versicherer sollten die Rollen,  Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Kontrollfunktionen bewusster und klarer definieren, sowie die Einhaltung der Unabhängigkeit und gleichzeitig die Effektivität der Zusammenarbeit regelmässig hinterfragen. Dabei gilt es, der Einfachheit und Verständlichkeit des Modells als grösstem Nutzen, sowie der Rolle der Risikoeigner als wichtigste Verteidigungslinie, Sorge zu tragen.

«Lesen Sie hier die vollständige Studie» (PDF 6,1 MB)

«Read the study in English» (PDF 6,1 MB)

«Lire la version française de l'étude ici»