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Finanzdienstleistungsbranche Schweiz

Die Schweiz als Finanzzentrum - neugierig?

Studie «Finanzdienstleistungsbranche Schweiz: Herausforderungen für Unternehmen, Mitarbeitende und Bildungsinstitutionen»

Ausgangslage

Die Finanzdienstleistungsbranche Schweiz befindet sich im Umbruch. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, der Steuerstreit mit anderen Ländern und die verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen stellen sowohl Banken wie auch Versicherungen vor neue Herausforderungen. Um die Wettbewerbsfähigkeit des schweizerischen Finanzplatzes zu stärken, muss frühzeitig auf die Veränderungen reagiert werden. Herausgefordert sind Arbeitgebende und Arbeitnehmende. Die vorliegende Studie soll aufzeigen, welche Kompetenzen bei ausgesuchten Jobfamilien in Zukunft gefragt sind.

Teil A: Portrait des Finanzplatzes Schweiz

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz ist hoch. Der Finanzsektor trägt mit rund 200 000 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) zirka 18% zur Bruttowertschöpfung der Schweiz bei. Eine zentrale Rolle spielen die beiden internationalen Finanzplätze Zürich und Genf, die zwischen 1995 und 2008 stetig gewachsen sind. Hier lässt sich ein Cluster-Effekt beobachten. Strukturell lässt sich im Bankenbereich beobachten, dass die Gross- und Kantonalbanken ihre VZÄ reduzierten und regional konzentrierten. Gewachsen ist das Arbeitsplatzangebot im selben Zeitraum bei den unabhängigen Vermögensverwaltern, den Börsenbanken und den ausländisch beherrschten Banken. Zudem ist der gesamte Bereich der übrigen Finanzdienstleister im Beobachtungszeitraum sehr stark gewachsen. Dieses Wachstum findet vor allem vor den Toren der bekannten Finanzzentren statt. Steuerliche Aspekte sowie die Nähe zu den Finanzzentren dürften ausschlaggebend für die Standortwahl sein.Im Versicherungsbereich haben die Lebensversicherungen am meisten VZÄ abgebaut. Die Rück- und Krankenversicherungen bauten ihre VZÄ stark aus. Eine regionale Konzentration lässt sich nur bei den Rückversicherern in Zürich feststellen. Aus dieser strukturellen Veränderung lässt sich ableiten, dass der Wachstumsbereich der VZÄ von Banken und Versicherungen im Bereich der hoch spezialisierten Arbeitsplätze liegt.

Teil B: Die Jobfamilien

Bei den Banken wurden die Jobfamilien Relationship Manager, Portfolio Manager und Credit Analyst untersucht. Bei den Versicherungen sind es Product Manager/Developer, Actuary und Sales Specialist. Die Untersuchung der Jobfamilien zeigt, dass zukünftig die Fach- und Methodenkompetenzen als sehr wichtig eingestuft werden. Unter den Befragten ist die Meinung vorherrschend, dass sich die Mitarbeitenden der Finanzdienstleistungsbranche Schweiz durch eine solide Fachkompetenz auszeichnen müssen. Beim Relationship Manager, Credit Analyst und Product Manager/Developer wird zusehends ein Hochschulabschluss verlangt. Beim Portfolio Manager und Actuary ist dies bereits Standard. Beim Sales Specialist lässt sich diese Tendenz nur im Firmenkundengeschäft feststellen. Die Untersuchung hat ferner gezeigt, dass die Karrierepfade von Banken und Versicherungen im Geschäftsbereich aufgrund ihrer branchenspezifischen Ausprägungen äusserst bedingt durchlässig sind.

Teil C: Bildungsangebote im Bank- und Versicherungsbereich

Die Forderung nach einem ausgeprägten Fachwissen steht auch in Zusammenhang mit dem Anspruch an anerkannte Ausbildungsabschlüsse. Die Bildungsinstitutionen im Hochschulbereich tragen dieser Forderung in ihren BWL-Studiengängen mit entsprechenden Vertiefungsrichtungen in Banking, Finance und Insurance Rechnung. Zusätzlich gibt es ein breites Angebot an unterschiedlichen Weiterbildungen für die Finanzdienstleistungsbranche. Die Vielfalt im Aus- und Weiterbildungsbereich wirkt sich negativ auf die Übersichtlichkeit des Bildungssystems und die Abschlüsse aus. Es lässt sich insgesamt feststellen, dass sich die meisten Bildungsangebote in den Finanzzentren finden. Dies unterstützt den Cluster-Effekt zusätzlich, da sich Finanz- und Bildungsplatz gegenseitig bedingen und fördern.

 

Die Studie wurde von Suzanne Ziegler, Matthias Erny, Stefan Loeber, und Jérôme Zaugg durchgeführt und im Jahr 2012 publiziert.

Download der Studie