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Studie zeigt aktuelle Tendenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

Welche Berufsprofile sind im Moment am gefragtesten? Nimmt der Anteil von Teilzeitstellen zu? Antworten auf solche Fragen liefert eine neue Untersuchung der ZHAW School of Management and Law.

Gemäss den aktuellen Resultaten der jährlich durchgeführten Studie «JobCloud Market Insights» werden auf dem Schweizer Arbeitsmarkt am häufigsten Fachleute im Anlagen- und Maschinenbau, in der Informatik und Telekommunikation gesucht. In der Deutschschweiz beispielsweise stammen insgesamt fast 30 Prozent der Stelleninserate auf den untersuchten Jobportalen aus diesen Bereichen. In der Westschweiz sind es sogar mehr als ein Drittel. Am wenigsten Stellenangebote gibt es auf der anderen Seite in den Segmenten Sport, Wellness und Kultur sowie Bewachung, Polizei, Zoll und Rettung.

Interesse an Blaulichtorganisationen

Grafik: Jobcloud

Der letztgenannte Bereich ist ein Beispiel dafür, dass sich Angebot und Nachfrage im Arbeitsmarkt nicht immer genau im Gleichgewicht befinden: In der Deutschschweiz etwa interessieren sich Stellensuchende proportional deutlich häufiger für Jobs als Polizistinnen und Polizisten, Rettungspersonal, Securitas-Angestellte und ähnliche Berufe, als es dem Anteil verfügbarer Stellen in diesem Bereich entspricht. Umgekehrt liefern die Studienresultate Anzeichen für einen Fachkräftemangel in Bau, Architektur und Engineering sowie Medizin und Pflege. Jobinserate für diese Berufsprofile verzeichnen im Verhältnis zur Anzahl ausgeschriebener Stellen weniger Klicks. Im Bau ist dies unter anderem auf veränderte Präferenzen zurückzuführen: «Viele junge Arbeitskräfte entscheiden sich heute für eine höhere Ausbildung, die klassischen Lehrberufe im Baugewerbe sind deshalb unterbesetzt», erläutert Dr. Nicoline Scheidegger, Human-Capital-Expertin an der ZHAW School of Management and Law.

Teilzeitstellen gewinnen an Bedeutung

Weiter zeigt die Studie Tendenzen bei den Beschäftigungsformen: In der Deutschschweiz beispielsweise wird inzwischen jede vierte Stelle in Teilzeit beziehungsweise mit einem Pensum von 80 Prozent ausgeschrieben. Das entspricht einem Bedürfnis der Arbeitnehmenden: «Frauen arbeiten seit Langem zu einem hohen Grad Teilzeit. Die zusätzliche Nachfrage kommt verstärkt von Männern. Will sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber positionieren, sind flexible Arbeitsangebote notwendig», sagt Nicoline Scheidegger.

Die Studie durchgeführt hat die ZHAW School of Management and Law in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen JobCloud AG. Dem Forschungsteam gehörten neben Nicoline Scheidegger vom Zentrum für Human Capital Management unter anderem auch Prof. Dr. Frank Hannich, Rafael Domeisen und Reto Heierli vom Institut für Marketing Management an. Sie analysierten Angebot und Nachfrage im Schweizer Stellenmarkt des Jahres 2018 und werteten dafür mehrere Hunderttausend Inserate und Millionen von Klicks auf den beiden Jobportalen jobs.ch und jobup.ch aus. Die Untersuchung fand zum dritten Mal statt.