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Nachhaltigkeit in der Textilindustrie

Kann «Fast Fashion» nachhaltig sein?

Der Absatz von Kleidung hat sich laut Greenpeace weltweit von 2002 bis 2015 fast verdoppelt. Kann man heute mit gutem Gewissen überhaupt noch billige Kleidung kaufen?

Herbert Winistörfer im Interview

Zu diesem Thema hat Herbert Winistörfer, Leiter des Center for Corporate Responsibility (CCR), am 18. Oktober 2018 gegenüber 20 Minuten Auskunft gegeben. Er betont, dass günstige Mode im Sinne von existenzsichernden Löhnen für die Arbeitskräfte nie fair sei. «In vielen Ländern, in denen Fast Fashion produziert wird, ist die Bekleidungsindustrie trotzdem ein wichtiger Wirtschaftszweig. Sie hat Arbeitsplätze geschaffen», so Winistörfer. So seien beispielsweise in Bangladesch über 80% der Gesamtexporte Textilien. Aber: Die Kehrseite der Wirtschaftsentwicklung seien die sehr tiefen Löhne und schlechten Arbeitsbedingungen. «Es stellt sich die Frage, wer für Missstände die Verantwortung übernehmen muss: das Produktionsland, die Modekonzerne oder die Konsumenten?». Der Trend geht laut Winistörfer dahin, die Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen. «Die UNO hat Leitprinzipien für die Verantwortung der Unternehmen formuliert.» Nun seien die Länder zurzeit daran, diese umzusetzen.

Tauschen statt Kaufen: Erste Kleidertauschbörse an der SML

Um dem Trend der «Fast Fashion» etwas entgegenzusetzen fand, auf Initiative von Alumni Services, am 09. Oktober 2018 die erste Kleidertauschbörse an der ZHAW School of Management and Law (SML) statt. Circa 200 Studierende, Mitarbeitende und Alumni beteiligten sich an der Aktion und gaben im Vorfeld Hosen, Shirts, Schuhe, Accessoires usw. beim Career & Alumni Services Office der SML ab. Diese wurden 1:1 getauscht, d.h. für jedes mitgebrachte Teil gab es einen Jeton, der wiederum zum Erwerb eines anderen Teils berechtigte.

Neben dem Tauschen von Kleidern sollte der Event auch dazu dienen, über Probleme und Herausforderungen der Textilindustrie in Bezug auf soziale und ökologische Aspekte aufzuklären. Dazu informierte das CCR über die Sustainable Development Goals (SDGs) und verdeutlichte die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt anhand konkreter Beispiele aus der Textilindustrie zu jedem einzelnen SDG. Im Anschluss konnten die Besucherinnen und Besucher bei einem Sustainable-Fashion Quiz ihr Wissen unter Beweis stellen. Sebastian Lanz, Gründer des RRRevolve Eco Concept Stores und der gleichnamigen Onlineplattform, hielt am Abend einen spannenden Vortrag zu nachhaltig produzierter und fair gehandelter Mode. So stellte dieser Tag die kritische Auseinandersetzung mit bewusstem und nachhaltigerem Konsum in den Mittelpunkt – ohne dabei die Freude an Mode ausser Acht zu lassen.