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Tauschen statt Kaufen: Erste Kleidertauschbörse an der SML

Im Oktober 2018 fand, auf Initiative von Alumni Services, die erste Kleidertauschbörse an der ZHAW School of Management and Law statt.

Tauschen statt Kaufen: Erste Kleidertauschbörse an der SML (Grafik: ZHAW)
Tauschen statt Kaufen: Erste Kleidertauschbörse an der SML (Foto: ZHAW)
Tauschen statt Kaufen: Erste Kleidertauschbörse an der SML (Foto: ZHAW)
Tauschen statt Kaufen: Erste Kleidertauschbörse an der SML (Foto: ZHAW)

Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) werfen die Schweizerinnen und Schweizer pro Kopf und Jahr rund 6 kg Textilien in die Altkleidersammlung. Die restlichen Kleider werden entweder privat weitergegeben oder mit dem Haushaltskehricht entsorgt. Und trotzdem sind unsere Kleiderschränke überfüllt. Bis zu 24 Kollektionen bringen Modelables wie Zara oder H&M jährlich heraus. Ein Geschäft mit Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt. Kleidertauschparties setzen diesem Trend der «Fast Fashion» etwas entgegen: Kleidung, die trotz gutem Zustand nicht mehr getragen wird, kann umsonst gegen andere Kleidungsstücke eingetauscht werden.

Tauschen statt Kaufen

Eine solche Kleidertauschbörse fand am 9. Oktober 2018 erstmals auch an der ZHAW School of Management and Law statt. Rund 200 Studierende, Mitarbeitende und Alumni beteiligten sich an der Aktion und gaben im Vorfeld Hosen, Shirts, Schuhe, Accessoires usw. beim Career & Alumni Services Office der SML ab. Für jedes mitgebrachte Teil gab es einen Jeton, der wiederum zum Erwerb eines anderen Teils berechtigte.

«Das Thema Nachhaltigkeit ist aktueller denn je und zugleich in der Strategie der SML verankert. Alumni Services leistet hier mit der Kleidertauschbörse einen sinnvollen Beitrag.»

Harri Reifler, Alumni Services SML

Herausforderungen in der Textilbranche

SDGs und Textilindustrie (Foto: ZHAW)
SDGs und Textilindustrie (Foto: ZHAW)

Neben dem Tauschen von Kleidern sollte der Event auch dazu dienen, über Probleme und Herausforderungen der Textilindustrie in Bezug auf soziale und ökologische Aspekte aufzuklären. Auf Infotafeln wurden die Sustainable Development Goals (SDG) vorgestellt.  Diese Ziele umfassen die Verminderung bzw. Eliminierung von 17 ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen weltweiten Problemen bis zum Jahre 2030. So sollen sich Wirtschaft, Gesellschaft und Politik u. a. für die Bekämpfung von Armut, die Gewährleistung eines gesunden Lebens für alle Menschen, die Sicherstellung eines nachhaltigen Konsum- und Produktionsmusters und den Schutz unserer Ökosysteme einsetzen.

Mit ganz konkreten Beispielen aus der Textilindustrie zu jedem einzelnen SDG verdeutlichte das Center for Corporate Responsibility, welchen Belastungen Mensch und Umwelt insbesondere in der Produktion von Textilien in Entwicklungsländern ausgesetzt sind und inwiefern diese Bedingungen einer nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen. Am Ende konnten die Teilnehmenden ihr Wissen im Rahmen eines Sustainable-Fashion-Quiz unter Beweis stellen.

Mode mit Zukunft

Um die sozialen und ökologischen Probleme der Fast Fashion zu mindern, hat sich in den letzten Jahren das Konzept der Slow Fashion entwickelt. Zur Slow Fashion zählt aber nicht nur nachhaltig produzierte Mode, sondern auch gebrauchte und getauschte Kleidung. Ausschlaggebend für den Erfolg von Slow Fashion ist dabei das Bewusstsein der Konsumenten für nachhaltige Kleidung und die Bereitschaft, nachhaltige Kleidung zu kaufen.

Sebastian Lanz, Gründer des Online-Shops RRRevolve (Foto: ZHAW)

Um Konsumenten genau solche Produkte zugänglich zu machen, hat Sebastian Lanz die Onlineplattform RRRevolve und den gleichnamigen Eco Concept Store ins Leben gerufen. Hier vertreiben er und sein Team Modelabels, die nach hohen sozialen und ökologischen Standards produziert und gehandelt werden. Die drei «R» im Namen stehen dabei genau für die Idee von Slow Fashion: Reduce, Reuse, Recycle.

Im Rahmen der Kleidertauschbörse hielt Sebastian Lanz einen informativen Vortrag zu den Herausforderungen nachhaltig produzierter und fair gehandelter Mode. Denn auch wenn die Nachfrage nach fairer Mode langsam steigt, macht die konventionelle Fast Fashion noch immer den Hauptteil des Marktes aus. So fehlt Herstellern und Händlern von fairer Mode oft die Macht, Veränderungen im grossen Stil voranzutreiben. Hier sind wieder die Konsumenten gefragt. Denn, so formuliert es RRRevolve: «Jeder Kassenbon ist auch ein Abstimmungszettel. Du entscheidest, wer und was mit deinem Geld unterstützt wird.»

Zudem rät Lanz Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich beim Kleiderkauf an Textilsiegeln zu orientieren, die Aufschluss darüber geben, ob und inwieweit ein Produkt bzw. ein Unternehmen soziale und / oder ökologische Mindeststandards einhält. Dazu zählt beispielsweise der Global Organic Textile Standard (GOTS), ein Siegel, das eine transparente Produktionskette vom Baumwollfeld bis zum fertigen Kleidungsstück sowie hohe soziale und ökologische Standards garantiert. Auch das Siegel der Fair Wear Foundation in Form eines roten Kleiderbügels findet sich immer häufiger in Kleidungsstücken wieder und gewinnt zunehmend an Bekanntheit. Unternehmen, die dieses Gütesiegel tragen gelten als Leader bei der Durchsetzung arbeitsrechtlicher und sozialer Standards in der Textilindustrie.

Die NaKt stellt sich vor

Am Event war ebenfalls die Nachhaltigkeitskommission (NaKt) des Vereins Studierende ZHAW (VSZHAW) mit einem eigenen Stand vertreten. Auf Plakaten konnten die Teilnehmenden der Kleidertauschbörse Antworten auf die drei Fragen «Was ist für dich Nachhaltigkeit?», «In welchen Bereichen bist du bereits nachhaltig?» und «Wo möchtest du in Zukunft noch nachhaltiger sein?», notieren und ihre Ansichten untereinander und mit Vertreterinnen und Vertretern der NaKt diskutieren.

Dabei stellte sich heraus, dass ein grosser Teil der Besucherinnen und Besucher regelmässig Massnahmen zur Nachhaltigkeit im Alltag ergreift, z. B. durch eine vegetarische Ernährungsweise, der Nutzung von ÖV und und Velo anstatt des Autos oder durch den Kauf von nachhaltiger und fair produzierter Mode. Die Beantwortung der letzten Frage konnten sie in Form eines selbstformulierten Zieles auf einen kleinen Zettel schreiben, welcher in einem kleinen Glasfläschchen verpackt, als Erinnerungshilfe für ihr Ziel dienen sollte.

Die NaKt besteht aus Studierenden, die sich u. a. für mehr Nachhaltigkeit an der ZHAW und ihren Departementen engagieren und nachhaltigkeitsinteressierte Studierende miteinander vernetzen. Du studierst an der ZHAW und möchtest gerne etwas für die Nachhaltigkeit tun? Dann melde dich unter nakt.vszhaw@zhaw.ch.

Ausblick

«Die erste Kleidertauschbörse an der SML fand bei Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni guten Anklang. Es war spannend zu sehen, wie viele schöne Stücke einen neuen Besitzer fanden», ziehen die Veranstalter ein positives Fazit. «Das nächste Mal möchten wir den Event innerhalb der ZHAW noch bekannter machen», so Reifler.

Kontakt

Harri Reifler, Marketing Manager Alumni Services, ZHAW School of Management and Law, Telefon: +41 (0)58 934 63 22, E-Mail: harri.reifler@zhaw.ch