Damit sich Senioren am Smartphone zurechtfinden: ZHAW gibt Empfehlungen für altersgerechte Apps

ZHAW-Forschende haben zusammen mit der Universität Zürich Empfehlungen erarbeitet, damit auch ältere Menschen mit Smartphone, Tablet & Co. umgehen können. Altersgerechte mobile Apps sollen übersichtlich sowie gut verständlich gestaltet sein, zudem gut lesbar, sicher und einfach zu bedienen.

Den Fahrplan abrufen, das Zugbillett lösen oder mit dem Enkel chatten – zunehmend nutzen auch ältere Menschen ein Smartphone oder einen Tablet-Computer. Damit mobile Apps möglichst barrierefrei benutzt werden können, müssen die Bedürfnisse älterer Menschen bei der Entwicklung schon frühzeitig miteinbezogen werden. Das ICT-Accessibility Lab der ZHAW School of Engineering hat deshalb zusammen mit dem Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich die Anforderungen der Generation 65plus an mobile Applikationen untersucht. Die daraus entstandene Broschüre soll dazu beitragen, dass im heutigen Alltag von Seniorinnen und Senioren nicht nur Wohn- und Aussenräume, sondern auch virtuelle Räume und mobile Anwendungen barrierefrei gestaltet werden.

Sicher mit Touchscreen steuern

Senioren im Umgang mit Smartphone (Bild: colourbox)

Aufgeteilt in zehn Bereiche skizziert die Broschüre altersbedingte Einschränkungen, mit denen ältere Menschen häufig konfrontiert sind. Im Zentrum stehen konkrete Empfehlungen in Form von Prinzipien und Checklisten. Da Smartphone und Tablet kleiner sind als der herkömmliche Computer, ist es umso wichtiger, dass Applikationen nicht überfüllt und die Handhabung nicht allzu kompliziert ist. Mobile Endgeräte werden zudem an verschiedensten Orten unterwegs benutzt und dabei anders bedient als Computer mit grossem Bildschirm in den heimischen vier Wänden. Beispielsweise erfolgt die Bedienung über Touchscreen oder Spracherkennung. Beim berühren des Bildschirms ist es etwa wichtig, dass Elemente wie Buttons gross genug sind und ausreichend Abstand zueinander haben – und so nicht versehentlich gedrückt werden. Zudem sollte bei Löschfunktionen eine explizite Bestätigung durch den Benutzer angefordert werden.

Auf Bedürfnisse der Senioren eingehen

Personen, die Applikationen in Auftrag geben oder selber solche konzipieren sowie entwickeln, sollen auf diese Weise für das Thema sensibilisiert werden. «Wenn mobile Applikationen wegen altersbedingter Barrieren oder wegen der fehlenden Benutzerfreundlichkeit nicht oder nur teilweise zugänglich sind, verzichten ältere Menschen eher auf die betreffende Applikation», so Alireza Darvishy, Leiter ICT-Accessibility Lab an der ZHAW School of Engineering. «Es ist daher für Anbieter von Applikationen wichtig, auf die Erwartungen und Bedürfnisse der älteren Generation einzugehen.» Auf eine Etikettierung «speziell für ältere Menschen» sollte dabei aber verzichtet werden, denn dies schreckt ab. Letztlich profitieren von benutzerfreundlichen Applikationen nicht nur ältere Menschen, sondern alle Benutzerinnen und Benutzer.

Kontakt

Prof. Dr. Alireza Darvishy, Leiter ICT-Accessibility Lab, ZHAW School of Engineering,
Telefon 058 934 69 12, E-Mail alireza.darvishy@zhaw.ch

Matthias Kleefoot, Public Relations, ZHAW School of Engineering,
Telefon 058 934 70 85, E-Mail medien.engineering@zhaw.ch