10 Jahre Gesundheitsberufe auf Fachhochschulstufe

Den Gesundheitsberufen stehen im sich wandelnden Gesundheitssystem laufend neue Herausforderungen gegenüber. Dies macht sie vielseitig und attraktiv für junge Leute. Das belegt nicht nur die rasante Entwicklung des ZHAW-Departements Gesundheit seit seiner Gründung vor zehn Jahren, sondern auch das rege Interesse der vielen Besucher am Tag der offenen Tür.

Bewegungsparcours: Wer sich bewegt, tut viel für seine Gesundheit. Beim Bewegungsparcours geben sich die Besucher alle Mühe.
Hebammenskills: Selber einmal einem Kleinkind im Brutkasten die Windel wechseln.
Improtheater: Wie reagieren Studentinnen auf kritische Situationen im Therapiealltag? Im Improvisationstheater wird das geübt.
Pflege: Wo haben sich die heimtückischen Keime versteckt? Pflegefachpersonen müssen äusserst achtsam bei der Hygiene sein.

Gesuchte Absolventinnen und Absolventen

Die anfänglichen Vorbehalte gegenüber der Akademisierung und der vermeintlichen Praxisferne der neuen Studiengänge wichen rasch einer regen Nachfrage nach den studierten Absolventen. Denn die Gesundheitsfachleute mit Bachelor- und Masterabschluss sind für die Anforderungen in einem komplexen Gesundheitssystem bestens gerüstet. Das Studium an der ZHAW besteht zu einem Drittel aus praktischer Ausbildung. Zugleich reflektieren die Studierenden das eigene berufliche Handeln auf Basis der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse. In kurzer Zeit haben sich die Gesundheitsberufe auf Fachhochschulstufe so zu einer attraktiven Studienoption entwickelt. Heute absolvieren rund 1400 Gesundheitsfachleute einen Bachelor- oder Masterstudiengang an der ZHAW, und über 400 belegen einen Weiterbildungslehrgang.

Gesundheit geht alle an

Ob therapeutische, pflegerische oder präventive Massnahmen im Gesundheitswesen Wirkung zeigen, hängt zu einem grossen Teil von der Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsfachleuten ab. Das ZHAW-Departement Gesundheit legt deshalb seit seiner Gründung 2006 grossen Wert auf die interprofessionelle Lehre und Praxis. «Nach zehn Jahren soll jetzt nebst dem Austausch zwischen den Gesundheitsberufen auch die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Apothekern verstärkt werden», sagt Andreas Gerber-Grote, Direktor des Departements Gesundheit. Wichtige Schritte in diese Richtung sind neue Weiterbildungslehrgänge in Schmerzmanagement oder Schulgesundheit sowie interdisziplinäre Forschungsprojekte, die über die Gesundheitsberufe hinausreichen.

Forschen am Gesundheitswesen der Zukunft

So werden in Kooperationen mit dem Kantonsspital Winterthur, der Stadt Winterthur oder der Universität Zürich neue Modelle der Gesundheitsversorgung diskutiert, entwickelt und umgesetzt. Ein aktuelles Projekt widmet sich zum Beispiel dem Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) im Ärztenetzwerk WintiMed. Dabei wird erstmals in der Schweiz untersucht, wie Ärzte und APN im Berufsalltag zusammenarbeiten.

Gesundheitsberufe entdecken

Am Samstag, 2. Juli nutzten rund 600 Personen die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von der Entwicklung der Gesundheitsberufe an der ZHAW in Winterthur zu machen. So liessen sich die Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür beispielsweise von Pflegefachpersonen ihre Blutzucker- und Blutdruckwerte messen und erfuhren mehr über die Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oder sie erlebten in einer Simulationswohnung am eigenen Leib, wie Menschen mit Handicap im Alltag Herausforderungen meistern und dabei von Ergotherapeuten unterstützt werden. Szenen aus dem Improvisationstheater machten für Interessierte kritische Situationen im Spitalalltag erlebbar, und im Hebammenpraxisraum konnten sie die Herztöne eines Ungeborenen abhören. Zudem erhielten sie Tipps und Tricks für die regelmässige Bewegung als Schlüssel für die eigene Gesundheit am Stand der Physiotherapie.

Weiterführende Informationen

Medienstelle

José Santos, Leiter Kommunikation ZHAW-Departement Gesundheit, Telefon 058 934 63 84, jose.santos@zhaw.ch