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ALUMNI ZHAW CLOSE-UP: Am Ende muss das Produkt überzeugen

Florian Grundböck (31) schloss 2014 den Bachelor in Lebensmitteltechnologie an der ZHAW Life Sciences und Facility Management in Wädenswil ab. 2015 lancierte er gemeinsam mit seinem Bruder Gian unter dem Label «Deux Frères» einen Gin auf dem Schweizer Markt, der geprägt ist von natürlichen, hochwertigen Zutaten und mit einem speziellen Farbenspiel überrascht – eine echte Innovation. Der Markt reagiert nun auf den Erfolg und gibt den Brüdern die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.

Florian Grundböck (r) und sein Bruder Gian (l)

Im Interview mit Therese Kramarz fürs ZHAW-Impact verrät Florian Grundböck uns mehr über «Deux Frères» und den «Magic Moment».

Florian, inwiefern konnte euer Label «Deux Frères» von deinem ZHAW-Studium profitieren?
Das gute Verhältnis zwischen theoretischem Wissen und praktischer Erfahrungen hat mich überzeugt. Die Studierenden auf die mit Regeln und Normen geprägte Wirtschaft vorzubereiten und gleichzeitig kreatives Arbeiten zu fördern ist anspruchsvoll. Prof. Dr. Tilo Hühn, welcher kreatives und unternehmerisches Gedankengut förderte, war dabei sehr inspirierend für mich. Von praktischen Erfahrungen in der Fleisch- und Milchwoche und Fächern wie Wertschöpfungskette der Getränke habe ich viel profitiert und konnte dieses Wissen auch beim Aufbau von «Deux Frères» anwenden.

War der Hype auf Gin schon da, als ihr 2015 gestartet seid?
Die inländische Konkurrenz war noch klein, jedoch in Deutschland und England war der Craft-Spirit-Markt bereits deutlich fortgeschritten. Der Faszination und Leidenschaft des Destillierens folgte ich bereits während meines Studiums. 2014 kreierten wir dann unsere ersten Gin-Rezepturen.

Heute gibt es viele kleine Labels, die Gin und Wodka brennen. Ist der Umgang in der Szene rau?
Klar sieht man sich als Konkurrenten, der Umgang ist jedoch locker und meist kollegial. Die Gin-Szene ist ja nicht gross und somit sieht man die gleichen Gesichter immer wieder, sei dies auf Messen oder sonstigen Events. Dort schlechte Gefühle mitzubringen, würde einem letztlich nur Energie kosten. Offenheit generiert mehr Freude und Spass an der Sache.

Kannst Du uns etwas über eure spezielle Produktion erzählen?

Nach der eigentlichen Destillation mazerieren wir einen Teil des Destillats mit einer speziellen Blüte. Dadurch erstrahlt der Gin in einem kräftigen Blau. Verantwortlich hierfür sind die Farbpigmente unserer Zutat, die zu der Gruppe der Polyphenole gehören, genauer: zu den sogenannten Anthocyanen. Diese besitzen eine interessante Eigenschaft: Sie wechseln je nach pH-Wert ihre Farbe und erscheinen somit im sauren und im basischen Bereich in unterschiedlichen Farbtönen.

Was ist der «Magic Moment»?
Im puren blauen Zustand liegt der pH-Wert des Gins im neutralen Bereich. Durch die Zugabe von Tonic ändert sich dieser Wert in den leicht sauren Bereich – und dadurch auch die Farbe des Gins von Blau über Violett bis hin zu einem weichen Rosa. Dieser Farbzauber geschieht auf rein natürliche Weise, ohne die Zugabe von Stabilisatoren oder Zusatzstoffen – einzig durch die Kraft unserer Botanicals.

Sind Eure Kunden eher Gin-Liebhaber oder Lifestyle-affin?

Beides! Nebst den Designliebhabern, die einen bestimmten Lifestyle pflegen, zählen auch erfahrene Spirituosen-Geniesser zu unseren Kunden, bei welchen die Qualität unseres Gins im Vordergrund steht. Die schmucke Flasche und der Farbwechsel stellen dabei nur einen tollen Nebeneffekt dar. Letztlich überzeugt die Sensorik – was uns natürlich sehr freut.

Welcher Anteil geht in den Fachhandel und welcher in die Gastronomie?
Zu Beginn haben wir die gesamte Produktion über die Gastronomie verkauft, wodurch die grossen Retailer auf uns aufmerksam wurden. Mittlerweile verkaufen wir 60 Prozent unseres Gins über den Fachhandel und 40 Prozent über die Gastronomie. Dies hat aber vor allem damit zu tun, dass wir uns strategisch erst jetzt richtig im Detailhandel etablieren. Der Gastronomieanteil wächst nach wie vor jedes Jahr deutlich.

Welchen Stellenwert haben Social-Media und Networking für das Business?
Social-Media hat einen hohen Stellenwert und bietet Möglichkeiten, die es früher nicht gab. Durch Facebook und Instagram können wir mit kleinem finanziellen Aufwand auf uns aufmerksam machen und direkt unsere Zielgruppe erreichen. Und wir tauschen uns auch branchenübergreifend regelmässig mit anderen Start-ups aus. Letztendlich muss jedoch das Produkt überzeugen.

Wie geht es mit «Deux Frères» weiter?
In Zukunft möchten wir uns auch in Deutschland als Gin-Marke etablieren und daneben noch weitere Märkte erobern. Im Sommer kommt unser neuer limitierte «Distiller’s Cut» auf den Markt. Und wir arbeiten bereits intensiv an einem neuen Produkt, welches wir noch in diesem Jahr auf den Schweizer-Markt bringen möchten.

Das Interview ist erschienen im Hochschulmagazin ZHAW-Impact

Mehr zu «Deux Frères» https://www.deuxfreresspirits.com/