MRU Biodiversity & Ecosystems im Master Umwelt und Natürliche Ressourcen

Sind Ihnen der Erhalt der Biodiversität und der Ökosystemleistungen wichtig? Engagieren Sie sich für ausgewogene Nutzungs- und Schutzkonzepte.

Dieser Schwerpunkt (Master Research Unit MRU) untersucht und erforscht die terrestrischen und die aquatischen Ökosysteme. Bei den terrestrischen Systemen wird die Förderung der Biodiversität immer wichtiger. Für die praktische Umsetzung von Massnahmen im Rahmen der Strategie Biodiversität Schweiz und dem Aktionsplan ist Wissen zu den Einflussfaktoren auf die Biodiversität sowie deren Wechselwirkungen gefragt.

Die aquatischen Ökosysteme gehören zu den am meisten gefährdeten Ökosystemen. Die nachhaltige Entwicklung und Revitalisierung von Gewässern, wie sie das schweizerische Gewässerschutzgesetz verlangt, erfordert ein grundlegendes Verständnis der komplexen aquatisch-terrestrischen Vernetzungen.

Thematisch umfasst die MRU Biodiversity & Ecosystems die Forschungsgruppen Bodenökologie, FreiraummanagementGeoinformatik, Grün und Gesundheit, PflanzenverwendungÖkohydrologie, UmweltplanungUmweltgenomik und Systembiologie, StadtökologieVegetationsanalyse und Wildtiermanagement am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR).

Kompetenzen

Als Master of Science ZFH in Environment and Natural Resources mit Schwerpunkt  Biodiversity & Ecosystems ...

  • können Sie komplexe Fragen zu Biodiversität mit geeigneten Methoden untersuchen und wissenschaftlich fundierte Antworten formulieren.
  • sind Sie fähig, Veränderungen wichtiger Prozesse in Ökosystemen zu quantifizieren und praxistaugliche Massnahmen vorzuschlagen.
  • wissen Sie das Konzept der Ökosystemleistungen auf Fragestellungen im urbanen und ländlichen Raum anzuwenden.
  • sind Sie in der Lage,  Strategien für die Entwicklung von Biodiversität und Ökosystemen basierend auf Forschungsresultaten vorzuschlagen.

Master Thesis

Im Rahmen der Master Thesis entwickeln Sie eigene Ideen und Konzepte zur Lösung wissenschaftlicher Probleme. Das befähigt Sie, in Ihrer späteren beruflichen Tätigkeit komplexe Fragestellungen selbständig anzupacken. Sie können wissenschaftliche Methoden anwenden und weiterentwickeln, und zwar auch in neuen und/oder fachübergreifenden Kontexten.

Ihre Master Thesis erarbeiten Sie innerhalb einer Forschungsgruppe. Dadurch stehen Sie in engem Austausch mit der Praxis. Das gibt Ihnen die Chance, Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk aufzubauen.

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl an Masterarbeiten und eine kurze Information zu den Forschungsgruppen, welche diese ausschreiben. Sie können die Arbeit in Absprache mit Ihrer Betreuerin oder Ihrem Betreuer in einer Landessprache, auf Englisch oder in einer anderen Sprache verfassen. Die Inhalte der Arbeiten können Ihren Interessen und dem aktuellen Projektstand angepasst werden. 

Bodenökologie

Die Forschungsgruppe Bodenökologie engagiert sich für eine nachhaltige Nutzung der Ressource Boden und damit für eine langfristige Erhaltung der Fruchtbarkeit. Neben der Charakterisierung und Bewertung von physikalischen und chemischen Bodenverhältnissen entwickelt die Forschungsgruppe neue Feldmethoden zur Erfolgskontrolle oder zur Früherkennung von unerwünschten Bodenentwicklungen. Sie begleitet die Rekultivierung von Böden, führt Gefährdungsabschätzungen durch und schlägt Sanierungskonzepte vor.

Stickstoffimmobilisierung in Kultursubstraten mit Torfersatzprodukten - Kontaktperson Hans-Rudolf Keller

Transport Antibiotika-resistenter Bakterien im Boden - Kontaktperson Beatrice Kulli

Freiraummanagement

Die Forschungsgruppe Freiraummanagement entwickelt innovative und massgeschneiderte Lösungen für ein nachhaltiges Management städtischer Grün- und Freiräume. Von der ressourcenschonenden, naturnahen Planung, der ökonomisch effizienten Bewirtschaftung bis hin zur Steigerung der Aufenthaltsqualität beraten und begleitet die Forschungsgruppe öffentliche Verwaltungen, Institutionen, Gartenbaubetriebe, Landschaftsarchitekturbüros, Immobilienverwaltungen, Facility Management Firmen und Wohnbaugenossenschaften.  

Biodiversitätsförderung in der Entwicklung von städtischen Grünräumen - Kontaktperson Florian Brack

Entwicklung eines mobilen Baumkatasters mit Werkzeugen zur Felddatenaufnahme mit Tablets und Smartphones - Kontaktperson Hanno Rahn

Monitoring Zertifizierungssystem Grünstadt Schweiz - Kontaktperson Reto Hagenbuch

Geoinformatik

Die Forschungsgruppe Geoinformatik beschäftigt sich mit der Entwicklung, Anwendung und Validation innovativer Methoden zur Verarbeitung und Analyse raumzeitlicher Information. Den inhaltlichen Rahmen bilden dabei Themen im Bereich Umwelt und Natürliche Ressourcen. Als Kompetenzzentrum für den praxisbezogenen Umgang mit Daten, Software und Infrastruktur bietet die Gruppe lösungs- und kundenorientierte Beratung zur Planung und Umsetzung von Projekten im Bereich Geoinformatik.

Möglichkeiten und Grenzen von leichten Drohnensystemen in der Erzeugung von präzisen Canopy Height Models (CHM) - Kontaktperson Pascal Ochsner

Monitoring und Erfolgskontrolle des Pathogenbefalls mit zivilen Fernerkundungsdrohnen - Kontaktperson Martin Geilhausen

Raumzeitliche Analyse der Bewegungsmuster von Wildschweinen im Kontext der Waldstruktur - Kontaktperson Patrick Laube

Grün und Gesundheit

Die Forschungsgruppe Grün und Gesundheit untersucht, wie die Natur, die Beschäftigung mit Pflanzen und gut gestaltete Grünräume zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität für Menschen beitragen können. Sie befasst sich mit Fragen, wie Menschen Grünräume nutzen und von ihnen profitieren, wie Grün- und Freiräume identitätsstiftend wirken und welche Auswirkungen sie auf das soziale Zusammenleben haben. Sie analysiert, welche Prozesse es bei der Planung, Nutzung und Bewirtschaftung von Grünräumen braucht, welche sozialen Aspekte berücksichtigt werden müssen und wie diese gestaltet werden können. Die Forschungsgruppe ist ethischen Grundsätzen der Chancengleichheit, Gesundheitsförderung und nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.

Gärtnern mit Kindern in der Heilpädagogik - Kontaktperson Martina Föhn

Gartenspitex für Menschen mit Demenz - Kontaktperson Martina Föhn

Integration Bauernbetriebe - Kontaktperson Hans Wydler

 

Ökohydrologie

Schutz und nachhaltiges Management von Gewässerökosystemen erfordert - um Konflikte zu vermeiden - neben detailliertem Grundlagenwissen die Integration von Massnahmen für den Hochwasserschutz, die Nutzung der Wasserkraft für die Energieproduktion, die Landnutzung und die Förderung der Biodiversität. Mit diesem Ziel erforscht und entwickelt die Forschungsgruppe Ökohydrologie Grundlagen und Lösungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis - gemeinsam mit internen und externen Forschungsinstitutionen, Unternehmen, Entscheidungsträgern und Behörden.

Sustainable River and Floodplain management - Kontaktperson Michael Döring

Phytomedizin

Die Forschungsgruppe Phytomedizin entwickelt Lösungen und Beratungskonzepte für Pflanzenschutzprobleme im Obst-, Wein-, Gemüse- und Gartenbau sowie bei Stadtgrün. Die Forschungsgruppe deckt folgende Fachgebiete ab: Pflanzenschutz, Entomologie, Phytopathologie, Mikrobiologie, Bodenzoologie, Nematologie, Applikationstechnologie.

Biologischer Pflanzenschutz mit Mikroalgen - Kontakt  Esther Fischer

Einsatz von Bakterientoxinen gegen Pflanzenschädlinge und Krankheiten - Kontakt  Esther Fischer

Pflanzenverwendung

Pflanzen prägen Aussenräume, verändern sich im Verlauf der (Jahres-)Zeit und tragen zum Wohlbefinden der Menschen bei. Im urbanen Raum erfordern sich verändernde Bedürfnisse an die Umgebung in Bezug auf Ästhetik, finanzielle Möglichkeiten, soziale Funktion und ökologische Ansprüche neue Begrünungsmethoden und –techniken. Die Herausforderung besteht darin, bezahlbare Pflanzkonzepte von hoher Qualität für den urbanen Raum zu entwickeln.

Die Forschungsgruppe Pflanzenverwendung erarbeitet nachhaltige Bepflanzungsmethoden und Pflanzenzusammenstellungen für verschiedene Standorte. In Zusammenarbeit mit Fachverbänden, öffentlichen Institutionen, privaten Bauherren und dem Gewerbe werden Bepflanzungen auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft und weiterentwickelt.

Stadtökologie

Die Natur erobert sich dank neuen Dachbegrünungstechnologien verloren geglaubte Nischen zurück. Chancen und Grenzen dieses Potenzials werden durch ökofaunistische sowie botanische Untersuchungen der Forschungsgruppe Stadtökologie aufgezeigt. Wie können Dachbegrünung und Solarenergie-Nutzung kombiniert werden? Wie lässt sich die Biodiversität fördern und der Wasserhaushalt bei geringen Traglasten des Daches optimieren? Die Forschungsgruppe entwickelt zusammen mit Generalunternehmungen, Naturschutzorganisationen und Behörden Lösungen.

Amphibienschutz - Kontaktperson Stephan Brenneisen

Biodiversität: Endemische Käferarten in den Alpen - Kontaktperson Alexander Szallies

Strategien zur Klimaanpassung in Städten - Kontaktperson Stephan Brenneisen

Umweltplanung

Nutzungen und Veränderungen prägen unsere Landschaft. Unterschiedliche Interessen aus Tourismus und Freizeit, Bauwesen, Landwirtschaft sowie aus Natur- und Landschaftsschutz führen zu Konflikten. Diese erfordern optimale Planungsabläufe mit praxisorientierten Lösungsansätzen.

Die Forschungsgruppe Umweltplanung entwickelt praxistaugliche Verfahren für naturräumliche und ökologische Zustandserfassungen und Optimierungen, erarbeitet Vorschläge für nachhaltige Landnutzungsformen und entwirft Synthesemethoden zur Beurteilung von Eingriffen in die Umwelt.

Bewertung und Optimierung der Pflege von Lebensräumen (small scale) und Landschaften (large scale) anhand von Insekten-Zielarten - Kontaktperson Jürg Schlegel

Einfluss von Bodenbildenden Stoffen auf die Keimung von alpinen Wildpflanzen und die Durchwurzelung - Kontaktperson Kirsten Edelkraut

Vegetationsökologie

Die Forschungsgruppe Vegetationsökologie befasst sich primär mit Unterricht und Lehre sowie angewandter Forschung, führt aber auch anspruchsvolle Dienstleistungsprojekte aus. Neben traditionellen Methoden wie Vegetationsaufnahmen werden auch moderne Instrumente wie multivariate Analyseverfahren und Smartphone-Applikationen eingesetzt.

Vegetation und Flora spielen bei den meisten Projekten im Bereich Natur- und Landschaft eine zentrale Rolle. Wegen ihres stationären Charakters eignen sich Flora und Vegetation hervorragend als flächendeckende Indikatoren für die herrschenden Standortbedingungen.

Alpine Rasen – Auswirkungen von Schaf- und Gamsbeweidung auf die Vegetation - Kontaktperson Regula Billeter

Ausbreitung immergrüner Neophyten im Tessin – Invasion oder Bereicherung der Biodiversität? - Kontaktperson Regula Billeter

Ecological Indicator Values for Europe(EIVE): development and implementation of a continent-wide tool for ecological assessment - Kontaktperson Jürgen Dengler

Wildtiermanagement

Die Forschungsgruppe Wildtiermanagement (WILMA) der ZHAW arbeitet an der Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen von Wildtieren und den Nutzungsinteressen des Menschen. WILMA analysiert die Ökologie von Wildtieren sowie das Auftreten von Nutzungskonflikten. Für den Umgang mit Problem-, geschützten oder jagdbaren Arten werden praxistaugliche Lösungen entwickelt. In der Ausbildung von Studierenden, in der angewandten Forschung und in Dienstleistungsprojekten ist WILMA eine verlässliche Partnerin.

Raumnutzung und Habitatselektion bei Wildhuftieren als Grundlage für die Lösung von Nutzungskonflikten - Kontaktperson Roland Graf

Vorkommen des Gartenschläfers ausserhalb der südlichen Kernverbreitungsgebiete der Schweiz - Kontaktperson Roland Graf

Karriere

Als MSc UNR mit Vertiefung Biodiversity & Ecosystems haben Sie attraktive Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Möglicherweise arbeiten Sie nach Ihrem Masterabschluss:

  • als leitende Mitarbeiterin in einem auf ökologische Projekte spezialisierten Beratungsbüro
  • als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung
  • als Projektleiterin in einer NGO
  • als Doktorand an einer Universität in der Schweiz oder im Ausland (siehe Double Degree mit der Universität Ljubljana)
  •  oder Sie machen sich selbständig und gründen ein Beratungsbüro.

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