Absolventenporträt Thomas Marti, Interkantonale Polizeischule Hitzkirch - IPH Hitzkirch

Bachelorabsolvierende des Studiengangs Facility Management stellen sich und ihre Tätigkeiten nach dem Studium vor

Facility Management für eine Polizeischule

"Das Facility Management leistet einen essentiellen Beitrag zu einer guten betrieblichen Kultur und stellt Anlagen zur Verfügung, welche heute 24 Stunden, 7 Tage die Woche einsatzbereit sein müssen. Für die Führung eines solchen Teams benötigt es gut ausgebildete Führungskräfte"

Thomas Marti

Leiter Technik

Interkantonale Polizeischule Hitzkirch

berufliche Laufbahn

  • 16-jährig Elektronikerlehre mit Berufsmatura, Roche Rotkreuz
  • 19-jährig Militär
  • 20-jährig Mitarbeit Forschung und Entwicklung, Roche Rotkreuz
  • 21 jährig Weltreise
  • 22-jährig Berufsbildner Elektroniker, Roche
  • 24-jährig Studium Bachelor of Science in Facility Management ZFH
  • 25-jährig Praktikum während des FM-Studiums bei IPH Hitzkirch
  • 28-jährig Mitarbeit Abteilung Technik, IPH Hitzkirch
  • 29-jährig Leitung Technik, IPH Hitzkirch

Aufgaben und Tätigkeiten von Thomas

Ausbildung

  • Warum haben Sie sich für das Bachelorstudium in Facility Management (FM) an der ZHAW entschieden? Was war ausschlaggebend?

Mir wurde bei meiner Tätigkeit als Berufsbildner klar, dass mich folgende Tätigkeiten interessieren: technische Fragestellungen, Personalführung, Finanzen, Mathematik & Umbauten/Renovationen.

Ich wusste, dass ich eine Weiterbildung machen wollte, jedoch nicht welche. Nach vielen Jobideen und Diskussionen habe ich zum Schluss eine Liste mit allen Bachelorstudiengängen zusammengestellt und diejenigen hinausgestrichen, welche mich nicht angesprochen haben. Letztendlich ist das Facility Management Studium herausgestochen. Es beinhaltet jedes meiner Interessen. Mit der späteren Jobauswahl kann die bevorzugte Interessenabdeckung gesteuert werden.

  • Welche Kompetenzen braucht es Ihrer Ansicht nach, um im FM erfolgreich zu sein?

Kompetenzen:

  1. Kommunikation
  2. Technische Grundlagen (Bau und HLKSE)
  3. Betriebswirtschaft
  4. Personalführung (Sozialkompetenz)
  5. Verhandlungsgeschick
  6. Organisation (Betrieb, Prozesse, persönliche)
  7. Problemlösungstechnik

Persönliche Stärken:

  1. Neugierde
  2. Offenheit für unterschiedlichste Fachbereiche
  3. Hartnäckigkeit
  4. Ein „Gespür“ für Menschen
  5. Begeisterungsfähigkeit für Neues
  6. Flexibilität thematisch, örtlich und zeitlich
  • Wie würden Sie den Beruf einer Facility Managerin / eines Facility Managers erklären?

Ein Beruf, in welchem der Mensch und die Technik eine zentrale Rolle spielen. Neben der Vielseitigkeit bietet sich ihm ein sich dauernd veränderndes technisches Umfeld. Dieses Umfeld verlangt, etablierte Technik zu beherrschen und sich gleichzeitig in neue, hochkomplexe  Betriebsmittel einzuarbeiten. Das ist herausfordernd und spannend.

Facility Managerinnen und –Manager sind in einem dauernden Veränderungsprozess eingebunden und sind selbst Teil des Veränderungsprozesses. Sie wachsen mit den Veränderungen, bauen ihr Fachwissen und ihre Kompetenzen laufend aus. Veränderungen gestalten die Zukunft.

  • Welche Situation/welches Erlebnis während des Studiums ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Die Feedbackrunde an der ZHAW nach dem Praktikum. Die Fragestellung war: „Was konnten Sie vom Erlernten an der ZHAW im Praktikum anwenden und in welchen Themen besteht Nachholbedarf?“. Das Feedback fiel unterschiedlich, teilweise negativ aus. Fehlendes Fachwissen war die Hauptkritik.

Der Psychologielehrer zeigte daraufhin seine Sichtweise auf: “ Es ist nicht das Fachwissen, welches die Schule in erster Priorität weitergeben soll/kann, sondern die Denkweise und die Problemlösungsmethodik, welche den Facility Manager erfolgreich machen!“

Für mich hat diese Aussage etwas Wahres. Das Fachwissen ist unendlich breit und kann in einem dreijährigen Studium nicht abschliessend erlernt werden. Die Denkweise und die Problemlösungsmethodik hingegen können in dieser Zeit geschult werden.

Werdegang nach dem Studium

  • Wo arbeiten Sie heute? Stellen Sie Ihr Unternehmen bitte in ein paar Sätzen vor.

Ich arbeite bei der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch (IPH), welche jährlich rund 300 angehende Polizisten/innen aus elf Konkordatskantonen ausbildet. Nebst der Polizeischule führen wir ein Seminarzentrum, welches von Drittkunden genutzt wird. In der hauseignen Mensa verpflegen sich Studierende, Gäste und Personal. Für unsere Gäste und Aspiranten bieten wir Übernachtungsmöglichkeiten (Komfort: 1* und 3*) an. Räume und Übungsanlagen, welche nicht durch die Grundausbildung voll ausgelastet werden, vermieten wir an Drittkunden.

Die polizeiliche Ausbildung stellt nicht nur an den Lehrkörper spezielle Anforderungen. Gebäude, Anlagen und Technik müssen nach gültigen Sicherheitsstandards gewartet und betrieben werden, so das sie den Anforderungen der Kunden genügen und entsprechend verfügbar sind.

Zusätzlich zu unseren internen FM-Dienstleistungen bieten wir Reinigung, Hauswartung und Pikettdienst auch extern an.

Als Leiter der Abteilung Technik werde ich bei Projekten frühzeitig miteinbezogen und kann richtungsweisende Entscheidungen aus der FM-Sicht anbringen.

  • Welches sind Ihre heutigen Tätigkeitsgebiete und Ihre Verantwortlichkeiten?

Mit den jährlich wiederkehrenden Instandhaltungen sorgen wir für den reibungslosen Betrieb der 14 Gebäude (rund 30‘000m2 BGF) und deren Anlagen. Dazu kommen 17‘000m2 Aussennutzfläche, welche zu bewirtschaften sind. Lediglich ein Gebäude ist ein Neubau (2007). Der Grossteil der Gebäude wurde in den 70er Jahren erbaut und ist als schützenswert klassifiziert. Die Kommende ist aus dem 17. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz. Bei Sanierungen muss somit einem zusätzlichen Ansprechpartner, die Denkmalpflege, Beachtung geschenkt werden.

Die Waffen, die Munition und das Schwimmbad, welche für die Ausbildung der angehenden Polizisten benötigt werden, verlangen erhöhte und besondere betriebliche und sicherheitstechnische  Anforderungen im Vergleich zum regulären Schulbetrieb.

  • Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf ganz besonders? Was motiviert Sie, diese Arbeit zu tun?

Die Sichtbarkeit der geleisteten Arbeit. Nebst den regulären Instandhaltungen kann ich Prozesse verändern, neuen Bedürfnissen anpassen und wenn immer möglich, vereinfachen. Da ich nahe am operativen Alltaggeschäft dabei bin, bin ich ebenfalls für Ersatz- und Neubeschaffungen sowie Umbauten zuständig. Unterstützt werde ich durch eine neu eingeführte Instandhaltungssoftware. Diese Software ist ein Beispiel für den dauernden Veränderungsprozess.

  • Bei welcher Firma und in welcher Position waren Sie vorher tätig?

Bei der Firma Roche in Rotkreuz habe ich meine Berufslaufbahn gestartet. Zuerst mit der 4-jährigen Berufslehre als Elektroniker. Danach durfte ich zwei weitere Jahre Elektronikerlernende ausbilden.

Zur Ausbildung als Elektroniker gehört nebst den technischen Grundlagen auch das Erlernen unterschiedlicher Programmiersprachen. Diese Grundlage hilft mir heute z.B. bei der Beschaffung neuer Instandhaltungssoftware.

  • Wege und Umwege – Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Tätigkeit gekommen?

Das Praktikum während dem Studium öffnete mir den Zugang zur IPH Hitzkirch. Beim Bewerbungsgespräch fürs Praktikum wurde mir gesagt: „Wenn sich der neue Leiter Technik eine Zusammenarbeit mit Ihnen vorstellen kann, dann steht dem Praktikum nichts mehr im Weg.“ Dieser war zum damaligen Zeitpunkt zwar bereits angestellt, jedoch noch tätig für seinen vorherigen Arbeitgeber. Glücklicherweise konnte er sich eine Zusammenarbeit vorstellen. Ich habe ihn erst an meinem ersten Arbeitstag an der IPH das erste Mal gesehen. Die Zusammenarbeit hat auf Anhieb super geklappt.

Nach Abschluss des Bachelorstudiums erhielt ich erneut eine Anstellung als Mitarbeiter Technik. Als nach rund einem Jahr mein Vorgesetzter in die Geschäftsleitung aufstieg, übernahm ich die Leitung Technik. Er ist mein Vorgesetzter geblieben und wir arbeiten noch heute eng zusammen.

  • Welches Wissen und welche Kompetenzen aus dem Studium verwenden Sie heute in Ihrem Berufsalltag?

Personalführung, Projektmanagement, Problemlösungstechnik, Erfahrungen aus den Gruppenarbeiten, Reinigungsmanagement, Accounting, Statistik, „Denken und Handeln wie ein Facility Manager“.

  • Was kann Facility Management (FM) aus Ihrer Sicht bewegen bzw. bewirken? Zum Beispiel in Ihrem Unternehmen, in der Gesellschaft?

Ich bin Verantwortlich für viele Grundbedürfnisse an einem Arbeitsort: Arbeitsplatz, Behaglichkeit (Wärme, Lüftung, Licht), Ausbildungsräume, Verpflegung, Übernachtungsmöglichkeit usw.

Alle diese Themengebiete können wir im FM beeinflussen. Oft ist es weniger der reine Arbeitsplatz, der Bau, die Architektur oder der Bürostuhl, als vielmehr die Kommunikation untereinander und das Abholen und Verstehen von den wirklichen Bedürfnissen der einzelnen Personen. Die Kultur, welche man miteinander lebt, ist entscheidend. Das FM kann die Kultur einer Unternehmung entscheidend beeinflussen und teilweise sogar prägen.

Empfehlung

  • Was würden Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?

Behalten Sie die Neugierde und den Biss, mit welchem Sie ins Studium gestartet sind. Auf Sie warten viele spannende Herausforderungen und Aufgaben, welche gelöst werden wollen.

Privat

  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit, neben Ihrem Beruf?

Ich geniesse es, im Winter auf einer Skitour – nahezu ohne technische Hilfsmittel – meine Spuren im unberührten Schnee zu hinterlassen.

Weiterführende Links und Kontakt

Über Interkantonale Polizeischule Hitzkirch IPH

Wo die Zukunft der Polizei beginnt

Die Interkantonale Polizeischule IPH Hitzkirch ist die Ausbildungspartnerin der Polizeikorps der Zentral- und Nordwestschweiz und ein regional tätiges Seminarzentrum. Als eine grosse und wichtige Aus- und Weiterbildungsstätte in der Polizei hat sie sich zum Ziel gemacht, ein realitätsnahes und ethisch korrektes polizeiliches Berufsbild zu vemitteln. An der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch werden jährlich rund 300 Aspirantinnen und Asprianten auf ihre künftigen Aufgaben als Polizistin und Polizist vorbereitet. Mehr unter www.iph-hitzkirch.ch

Mit Sicherheit am richtigen Ort

Das regional tätige Seminarzentrum steht in einer Kombination aus historischer und hochmoderner Infrastruktur für Seminare, Events oder Kongresse zur Verfügung. Mehr unter www.seminarhitzkirch.ch