Absolventenporträt Patrick Grotz, Flughafen Zürich

Bachelorabsolvierende des Studiengangs Facility Management stellen sich und ihre Tätigkeiten nach dem Studium vor

Facility Manager als Bindeglied zwischen verschiedenen Abteilungen am Flughafen Zürich

„Jeder entscheidet bis zu einem gewissen Grad selber, was er aus einer Ausbildung mitnimmt. Vertrauen in das Gelernte und die eigenen Fähigkeiten ist, in Kombination mit viel Initiative, das Fundament einer erfolgreichen Berufslaufbahn. 

Wartet nicht auf die Herausforderung  - sucht die Herausforderung.“

Patrick Grotz

Facility Manager Portfolio and Systems/Portfolio Manager Real Estate

Flughafen Zürich AG

berufliche Laufbahn

  • 16-jährig Elektromonteur
  • 19-jährig Offiziersausbildung Militär
  • 20-jährig Auslandaufenthalt Kanada
  • 21-jährig Zugführer Zeitmilitär
  • 23-jährig Kompaniekomandant Zeitmilitär
  • 24-jährig Technische Berufsmaturität (berufsbegleitend)
  • 25-jährig Studium Bachelor of Science in Facility Management ZFH
  • 27-jährig Praktikum während FM-Studium beim Zoo Zürich AG
  • 28-jährig Abschluss Studium Bachelor of Science in Facility Management ZFH
  • 28-jährig Facility Manager Portfolio and System Flughafen Zürich AG
  • 30-jährig Portolio Manager Real Estate Flughafen Zürich AG

Aufgaben und Tätigkeiten von Patrick

Ausbildung

  • Warum haben Sie sich für das Bachelorstudium in Facility Management an der ZHAW entschieden? Was war ausschlaggebend?

Mich interessierten damals verschiedene Studienrichtungen, wie BWL, Psychologie oder Sozialpädagogik. Nachdem ich während einem Termin bei der Berufsberatung auf das Facility Management aufmerksam gemacht wurde, recherchierte ich im Internet und besuchte einen Infoabend der ZHAW in Wädenswil. Der breitgefächerte Studiengang hat mir sofort zugesagt. Er beinhaltet eine grosse Anzahl an abwechslungsreichen und interessanten Modulen, wie zum Beispiel Personalführung, Finance, Projektmanagement etc.

Das Berufsfeld des Facility Managers ist nicht branchengebunden und lässt einem bei der Wahl eines geeigneten Arbeitgebers sehr viele Möglichkeiten offen.

Ist einem der Studiengang zu breit gefächert, kann eine Vertiefung in einem spezifischen Fachbereich zu einem späteren Zeitpunkt über einen Masterstudiengang erfolgen (z.B. CUREM).

  • Welche Kompetenzen braucht es Ihrer Ansicht nach, um im Facility Management erfolgreich zu sein?
    1. Sehr gute Kommunikationskompetenz
    2. Sehr gute Sozialkompetenz
    3. Organisationskompetenz
    4. Kompromissbereitschaft
    5. Durchsetzungsvermögen
    6. Bereitschaft sich in ein Thema hineinzudenken
      • Wie würden Sie den Beruf einer Facility Managerin / eines Facility Managers erklären?

      Facility Managerinnen und -Manager sind Generalisten mit einem Flair für Koordination und Organisation. Mit der Fähigkeit das vorhandene Know-how zur richtigen Zeit, am richtigen Ort abzurufen, kann er oder sie massgeblich zur erfolgreichen Erfüllung der Kernaufgaben beitragen.

      Ein Facility Manager muss aber auch bereit sein, sich von Zeit zu Zeit vertieft in ein Thema hineinzudenken und,wo nötig, Kompromisse einzugehen. Denn er oder sie hat ein breites Wissen, ist aber auch immer auf das Wissen und die Erfahrung einzelner Fachspezialisten angewiesen.

      • Welche Situation während des Studiums ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

      An mein Praktikumssemester im Zoo Zürich kann ich mich am besten erinnern. Es war eine super Zeit,mit positiven Eindrücken und einzigartigen Erlebnissen. Wer kann schon mit einem Spaziergang durch den Dschungel (Masoalahalle) in den Arbeitstag starten. Das Praktikum hat einen ersten Kontakt zwischen FM-Praxis und -Theorie ermöglicht und einem gezeigt, was man doch schon alles in so kurzer Zeit gelernt hat.

      beruflicher Werdegang nach dem Studium

      • Wo arbeiten Sie heute? Stellen Sie Ihr Unternehmen bitte in ein paar Sätzen vor.

      Direkt nach dem Studium startete ich mit meiner Stelle als Facility Manager Portfolio & System bei der Flughafen Zürich AG.

      Die Flughafen Zürich AG firmiert als Eigentümerin des Flughafen-Geländes und besitzt einen Grossteil der Immobilien am Flughafen Zürich. Sie unterhält die bauliche Infrastruktur für den Flugbetrieb und stellt den reibungslosen Ablauf sämtlicher Prozesse am Flughafen sicher.

      Die Stelle ist im kaufmännischen Facility Management in der Abteilung Utilities & Portfolio Management angesiedelt. In dieser Funktion stellt mein Pendant und ich den Firstlevel-Support, die Erfassung spezifischer Anwenderanforderungen und die Weiterentwicklung  unserer Systemlandschaft (SAP, ERP und CAFM) sicher. Des Weiteren entwickelten wir ein Immobilien-Cockpit, welches in regelmässigen Abständen ein Update erhält und fortlaufen weiterentwickelt wird.

      Ab Mitte 2016 werde ich eine neue Stelle als Portfolio Manager in der Abteilung Property & Portfolio antreten. In dieser Funktion übernehme ich unter anderem die Verantwortung für die Objektstrategie und das Immobiliencontrolling eines Teilportfolios der FZAG im Bereich Real Estate.

      • Welches sind Ihre heutigen Tätigkeitsgebiete und Ihre Verantwortlichkeiten?

      Meine Aufgaben als Facility Manager Portfolio & System:

      Die Facility Management Systeme (z.B. Byron, SAP-RE-FX) sind zentrale Applikationsgruppen über die ca. 300 Mio. CHF bzw. ca. 1/3 der Erträge der Flughafen Zürich AG generiert werden.

      Als Facility Manager Portfolio & System bin ich verantwortlich für die Betreuung der Systeme und bilde das wichtige Bindeglied zwischen dem Fachbereich und ICT. In dieser Funktion koordiniere ich sämtliche Bedürfnisse der Anwenderseite zusammen mit der ICT, begleite Systemanpassungen und prüfe die Weiterentwicklungen in den Systemen.

      Des Weiteren wirke ich bei der regelmässigen Aktualisierung und Weiterentwicklung des Immobilien-Cockpits mit.

      Auszug aus dem Aufgabenfeld:

      1. Übersicht über alle Facility Management Systeme und Beherrschung sämtlicher Teilapplikationen als „Super-User“, sowohl anwenderseitig wie auch weitgehend systemseitig
      2. Planung und Durchführung der Anwenderschulungen sowie laufende Information über den Entwicklungsstand der Systeme
      3.  Aufnahme neuer Anwenderbedürfnisse, Erarbeitung von Konzepten, Überprüfung deren Nutzen/Machbarkeit und Sicherstellung der Realisierung (z. B. neue Funktionen, Änderungen von Ansichten, neue Reports usw.)
      4.  Leitung bzw. Koordination der komplexen Abläufe in der Medien- und Nebenkostenabrechnung pro Quartal und Durchführung der SAP/RE-seitigen Abrechnung
      5.  Übernahme der Projektleitung bei der Einführung/Ausbau von neuen/bestehenden Systemen
      6.  Unternehmensweiter Ansprechpartner bezüglich komplexer Datenauswertungen
      7.  Mitwirkung bei der regelmässigen Aktualisierung und Weiterentwicklung des Immobilien-Cockpits

      Ab Oktober 2016 werde ich als Portfolio Manager, bei einem Gesamtportfolio von ca. 70 Immobilien, - wobei mein Teilportfolio noch nicht definiert wurde -  folgende Aufgaben übernehmen:

      1. Eigentümer und Bestellerfunktion  in Projekten SIA-Phasen 1 und 2
      2. Mitwirkung bei der Erstellung von strategischen Grundlagen (z.B. Arealstrategien)
      3. Mitwirkung bei der regelmässigen Aktualisierung und Weiterentwicklung des Immobilien-Cockpits
      4. Mitwirkung bei Landgeschäften, Grundstücks- und Objektbewertungen
      5. Unterstützung für das International Business in Real Estate Themen
      • Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf ganz besonders? Was motiviert Sie, diese Arbeit zu tun?

      In meinem Beruf gibt es nur wenige Routinearbeiten. Jedes Projekt bringt neue Herausforderungen mit sich. Auch nach fast drei Jahren bei der FZAG wird es mir nicht langweilig und ich kann mich weiterentwickeln.

      Ich bin bei Projekten, aber auch für allgemeine Aufgaben des Alltagsgeschäftes, das Bindeglied zwischen verschiedenen Abteilungen. Dadurch werden für mich komplizierte Strukturen innerhalb des Unternehmens zunehmend transparent und ich kann Zusammenhänge schnell erkennen. Wir pflegen Schnittstellen zum Controlling, FI, Bau, zu den Immobilien Bewirtschafter und zu den Verantwortlichen für die  CAD-, SAP- und CAFM-Module.

      • Wege und Umwege – Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Tätigkeit gekommen?

      Mir war bekannt, dass die FZAG Praktikumsstellen für Facility Manager anbietet. Ich dachte mir, wenn Praktikumsstellen vergeben werden, besteht vielleicht auch die Chance für eine Festanstellung. Kurzerhand habe ich mich entschieden, eine Blindbewerbung einzureichen.

      Ich hatte Glück, denn der Flughafen suchte jemanden wie mich. Im Speziellen einen nicht vorbelasteten Studienabgänger, der sich aus dem Studienalltag gewöhnt war, vielen neue Informationen aufzunehmen und konzeptionell an eine Aufgabe, wie das Erstellen eines Immobilien-Cockpit, heranzugehen.

      • Welches Wissen und welche Kompetenzen aus dem Studium verwenden Sie heute in Ihrem Berufsalltag?

      Projektmanagement, Immobilienrecht/Vertragsmanagement, Finance, Buchhaltung, technisches Wissen, Prozessmanagement, Kommunikationspsychologie

      • Was kann Facility Management (FM) aus Ihrer Sicht bewegen bzw. bewirken? Zum Beispiel in Ihrem Unternehmen, in der Gesellschaft?

      Das FM-Studium bietet als Ausbildung eine solide Basis und ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Problemstellungen. Strategisches und vernetztes Denken wird gefördert.

      Heutzutage stehen in Unternehmen viele Probleme an, die nicht im direkten Zusammenhang mit dem Kerngeschäft stehen, aber dieses massgeblich negative beeinflussen können. Vielfach sind es Organisations- und Koordinationsprobleme, die oftmals auf einen schnellen Wachstum mit zu statischen Unternehmensstrukturen zurückzuführen sind. 

      Zum Beispiel wird die Abwicklung von Projekten immer komplexer. Umso grösser das Projekt ist, umso mehr braucht es Spezialisten, die den Überblick behalten und sich auf die nicht immer offensichtlichen Probleme konzentrieren. Das können nicht geregelte Verantwortlichkeiten sein, aber auch suboptimale Arbeitsabläufe innerhalb des Projektteams oder ein schlechtes Schnittstellenmanagement (z.B. Verwendung nicht kompatibler IT-Systeme). Manchmal braucht es auch einfach einen Mediator, der die Gemüter wieder beruhigt und den Fokus zurück auf den Auftrag bringt.

      Während dem FM Studium wird man auf solche “neuen" Probleme sensibilisiert.

      Empfehlung

      • Was würden Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?

      Nutzt jede Chance, die Ihr während des Unterrichts erhaltet, um Wissen aus der Praxis abzugreifen. Und glaubt nicht, dass einem alles vorgekaut wird - auch wenn das der bequemste Weg ist - sondern beteiligt Euch aktiv am Unterricht. Erst durch den Dialog zwischen Studenten und Dozenten entsteht vielfach neues Wissen, das auch noch Jahre später aus dem Gedächtnis abgerufen werden kann.

      Privat

      • Was machen Sie in Ihrer Freizeit, neben Ihrem Beruf?

      Boxen

      Marathon

      Zeichnen

      Weiterführende Links und Kontakte

      Über die Flughafen Zürich AG

      Als gemischtwirtschaftliches, börsenkotiertes Unternehmen betreibt die Flughafen Zürich AG im Auftrag des Bundes die bedeutendste Verkehrs- und Begegnungsdrehscheibe der Schweiz – den Flughafen Zürich.

      Die Flughafen Zürich AG beschäftigt rund 1600 Mitarbeitende in vier Geschäftsfeldern. Sie konzentriert sich auf ihre Kernaufgaben als Flughafenbetreiberin im In- und Ausland, als Betreiberin der kommerziellen Zentren auf der Land- und Luftseite sowie der renditeorientierten Bewirtschaftung und Weiterentwicklung der Immobilien am Standort Zürich.