IEFE-Solarprojekte an internationaler Photovoltaikkonferenz

IEFE-Angehörige haben an der grössten internationalen Konferenz für Photovoltaik «EU PVSEC» teilgenommen. In sechs Präsentationen stellten sie neueste interessante Erkenntnisse ihrer Solarprojekte vor.

Das Foto zeigt den Portable LED Flasher in Anwendung auf Solarodulen auf einem Dach während den Feldmessungen.
Der Portable LED Flasher bei Feldmessungen

Die 33. Photovoltaikkonferenz «EU PVSEC» hat diese Woche in Amsterdam stattgefunden. Dank ihrer Innovationskraft haben mehrere Forschende des Instituts für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE) einen der renommierten Vortragsplätze erhalten. Prof. Dr. Franz Baumgartner und Dr. Hartmut Nussbaumer waren als Leiter einiger Vortragsrunden anwesend. Sie leiten ebenfalls mehrere an der Konferenz vorgestellte Projekte. «CEVSol» ist eines davon.

Lösungen für Solarstrom im Netz

Das seit Frühling 2016 laufende BFE-Projekt «CEVSol» ermittelt die kostengünstigsten sogenannten «Smart-Grid-Lösungen». Mit diesen soll ein reibungsloses Einspeisen von Solarstrom in Niederspannungsnetze ohne problematischen Spannungsanstieg gelingen. Fabian Carigiet, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IEFE, stellte zusammen mit seinem Team an der «EU PVSEC» folgenden Ansatz vor: Einen neuen Lösungsansatz zur Berechnung der Lastflüsse und Spannungen innerhalb eines Niederspannungsnetzes. Der Ansatz beinhaltet, dass der Spannungsanstieg beim Einspeisen von Solarstrom direkt und automatisch vom dezentralen Photovoltaik-Wechselrichter gesenkt wird. Die beim Wechselrichter entstehende Blindleistung wird für die Senkung verwendet. Die einzuspeisende Blindleistung wird anhand der lokalen Netzspannung geregelt. Für Carigiet war dies bereits die zweite «EU PVSEC», an welcher er eine Präsentation halten durfte. Im Rahmen des «CEVSol» sollen zukünftig verschiedenste Typen von Niederspannungsnetzen mit vielen dezentralen Photovoltaik-Anlagen technisch und ökonomisch evaluiert werden. Ziel dabei ist, die kostengünstigsten «Smart-Grid-Lösungen» vorzuschlagen.

Verbesserte Messungen mit Portabel LED Flasher

Der «Portable LED Flasher» (PLF) ist ein weiteres Projekt, welches an der «EU PVSEC» im Rahmen eines Vortrages präsentiert wurde. Der PLF ist ein mobiles Solarmodulmessgerät: Dieser kann direkt auf der Solaranlage ohne Demontage der Module angewendet werden und misst deren Nennleistung. Raphael Knecht, wissenschaftlicher Assistent am IEFE, und sein Team präsentierten an der Konferenz unter anderem die Erkenntnisse der Feldmessungen: Erfahrungen bei Messungen an drei verschiedenen schweizer Anlagen haben gezeigt, dass bis zu 150 Module pro Tag vermessen werden können. Damit ist der PLF um ein Vielfaches kostengünstiger und effizienter als übliche Tests im Labor. Prof. Dr. Franz Baumgartner, Leiter des Projekts, erklärt: «Durch diese neue, günstigere Messmethode können wir mit dem PLF um Grössenordnungen mehr Solarmodule messen. Die Methode des PLF konnten wir 2015 international einführen.» Bei Bedingungen im Freien beträgt die Unsicherheit der Messungen des PLF lediglich etwa 3 Prozent. Dank Optimierungen im Rahmen der Forschungsarbeiten konnte die Unsicherheit, welche durch schwierige Temperaturmessungen verursacht wurde, nochmals reduziert werden.