40 Jahre Prüfungszentrum Goethe-Institut

Das LCC Language Competence Centre hat in den letzten 40 Jahren über 30'000 Goethe-Prüfungen abgenommen. Das Jubiläum wird am 28. Oktober 2017 mit einer feierlichen Fachtagung begangen.

In 40 Jahren über 30'000 Prüfungen, rund 80 engagierte Prüfungsexpertinnen und -experten und fünf Standortwechsel. Das Prüfungszentrum des Goethe-Instituts der ZHAW blickt auf eine bewegte und erfolgreiche Geschichte zurück: Das ist ein guter Grund zum Feiern. Feiern Sie mit uns! Am Samstag, dem 28. Oktober 2017, lädt Sie das Prüfungszentrum des Goethe-Instituts der ZHAW zur Fachtagung im festlichen Rahmen ein.

Programm

Uhrzeit Programmpunkt
ab 9:00 Uhr Eintreffen der Teilnehmenden
9:30 Uhr Tagungseröffnung
Prof. Dr. Daniel Perrin
Direktor Departement Angewandte Linguistik ZHAW
Prof. Dr. Walter Seiler
Leiter LCC Language Competence Centre ZHAW
10:00 Uhr Vortrag «Zur Geschichte des Goethe-Instituts und dessen Prüfungen»
Johannes Gerbes
Bereichsleiter Bereich Prüfungen, Goethe-Institut Zentrale
11:00 Uhr Workshops *
12:00 Uhr Lunch
13:45 Uhr Workshops *
14:45 Uhr Fachvortrag «Schweizerhochdeutsch und die internationalen Zertifikate des Goethe-Instituts:
Ein Blick zurück nach vorn am Beispiel der trinationalen B1-Prüfung»

Prof. Dr. Thomas Studer
Universität Freiburg
15:30 Uhr Erfrischung
16:00 Uhr Debatte
Ernst Maurer, Büro Sprache und Integration, Zürich, und
Johannes Gerbes, Bereichsleiter Bereich Prüfungen, Goethe-Institut Zentrale,
diskutieren über die Zukunft der Standardprüfungen in der Schweiz.
16:30 Uhr Kurzfilm
16:45 Uhr Schlusswort
ab 17:00 Uhr Apéro

* Das Programm umfasst insgesamt neun Workshops, die einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag angeboten werden. Eine ausführliche Beschreibung der Workshops finden Sie unten.

Vorträge

Zur Geschichte des Goethe-Instituts und dessen Prüfungen

Johannes Gerbes
Bereichsleiter Bereich Prüfungen
Goethe-Institut Zentrale

Im Plenarvortrag geben wir Ihnen einen Überblick über das Prüfungsportfolio des Goethe-Instituts, von den Anfängen in den 60er Jahren bis zu den digitalen Prüfungsformaten, die heute immer relevanter werden. Das Goethe-Institut als Gründungsmitglied der Association of Language Testers in Europe (ALTE) bezieht sich mit seinem Qualitäts­management­verfahren auf deren Standards. Seit der Einführung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) ist dieser die Grundlage der Goethe-Zertifikate aller Niveaustufen (A1 - C2). 

Schweizerhochdeutsch und die internationalen Zertifikate des Goethe-Instituts: Ein Blick zurück nach vorn am Beispiel der trinationalen B1-Prüfung

Prof. Dr. Thomas Studer
Professor DaF/DaZ
Universität Freiburg

Das DACH-Prinzip regt «die gleichwertige Einbeziehung der unterschiedlichen sprachlichen und landeskundlichen Dimensionen des deutschsprachigen Raumes» zumal «in der Praxis des Unterrichts» an (vgl. z.B. die IDV-Website). Was bedeutet dieses Prinzip für internationale DaF-Zertifikate wie die Goethe-Diplome? In meinem Beitrag möchte ich unter besonderer Berücksichtigung des Schweizerhochdeutschen aufzeigen, dass sich das, was jeweils unter der sog. Plurizentrik des Deutschen verstanden wird, vom Zertifikat Deutsch als Fremdsprache über das Zertifikat Deutsch hin zur B1-Prüfung, stark verändert hat und dass mit diesen Veränderungen auch unterschiedliche Konsequenzen für die Abnehmerseite einhergehen.

Workshops

Alle Workshops werden jeweils einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag angeboten.

Goethe-Test PRO: Deutsch für den Beruf

Leitung: Katharina Klein
Referentin
Goethe-Institut Zentrale

Nachdem die Kooperation mit dem Cambridge Institute ausgelaufen war, entschied das Goethe-Institut, BULATS unter dem Namen Goethe-Test PRO in aktualisierter Form fortzuführen. Der Goethe-Test PRO richtet sich an Erwachsene und kann sowohl von Einzelkunden abgelegt als auch von Unternehmen im Rahmen von Bewerbungsprozessen oder Fortbildungsmassnahmen erworben werden. Der Goethe-Test PRO ist online, adaptiv und skaliert: Er passt sich dem Niveau der/des Teilnehmenden an und testet die Fertigkeiten Lesen und Hören auf einer Skala zwischen A1 und C2. Das Ergebnis liegt am Ende des Tests vor. Nach einer kurzen Einführung in den Goethe-Test PRO besteht die Möglichkeit, den Test auszuprobieren, um das Format und die Aufgabentypen kennenzulernen.

Die digitale Transformation von Sprachprüfungen

Leitung: Linda Fromme
Referentin
Goethe-Institut Zentrale

Die Digitalisierung macht auch vor Prüfungen nicht halt. Besonders Testanbieter für englische Sprachprüfungen sind auf diesem Gebiet schon weit vorangeschritten. Auch das Goethe-Institut setzt nun darauf, seine Deutschprüfungen digital verfügbar zu machen. Aber was ist der Mehrwert der Digitalisierung? Zum einen trägt sie sicherlich dazu bei, Prozesse zu standardisieren und zu automatisieren. Zum anderen nützt sie der Steigerung von Qualität und Sicherheit bei der Prüfungsdurchführung. Und nicht zuletzt dient die Digitalisierung der Kundenorientierung, die z.B. schneller ihre Testergebnisse erhalten. Den Nutzen von digitalen Sprachprüfungen wollen wir im Workshop gemeinsam diskutieren und uns in diesem Zusammenhang auch kritisch mit der Fragestellung auseinandersetzen, inwiefern der Computer den Menschen unterstützen oder gar ersetzen kann (z.B. bei der automatisierten Auswertung schriftlicher Texte).

Mobiles Lernen – Digitale Angebote des Goethe-Instituts

Leitung: Anna Peterwerth
Referentin
Goethe-Institut Zentrale

Mobiles Lernen sowie digitale Lernangebote gehören seit Jahren zu den Standards guten Sprachunterrichts. Mit einer umfangreichen Palette an webbasierten Angeboten und kostenlosen Apps stellt das Goethe-Institut Deutschlernenden auf der ganzen Welt motivierende und authentische Selbstlernmaterialien zur Verfügung, die zum eigenständigen, aber auch kooperativen Entdecken der deutschen Sprache einladen. Auch für die Spracharbeit der Prüfungszentren ergeben sich interessante Einsatzmöglichkeiten der Übungsangebote, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klassenzimmers. Im Workshop möchten wir Sie einladen, die verschiedenen webbasierten Angebote des Goethe-Instituts kennenzulernen.

Qualitätsmanagement Prüfungen

Leitung: Tanja Olbrich
Referentin
Goethe-Institut Zentrale

Das Qualitätsmanagement im Prüfungsbereich des Goethe-Instituts beruht auf den Standards der Association of Language Testers in Europe (ALTE), die sich mit ihren 31 Mitgliedern, die 26 europäische Sprachen repräsentieren, zum Ziel gesetzt hat, gegenseitige Sprachleistungen anzuerkennen, europaweit einheitliche Niveaustufen zu definieren und internationale Standards bei Prüfungen festzulegen. Im Workshop wollen wir uns mit ausgewählten Qualitätsstandards auseinandersetzen und gemeinsam erarbeiten, wie anhand dieser Arbeitsprozesse bei der Prüfungsentwicklung/-durchführung und Kommunikationsstrukturen in den Prüfungszentren überprüft und standardisiert werden können, um weltweit eine einheitliche Qualität bei den Prüfungen gewährleisten zu können.

Goethe-Zertifikate und das Schulsystem im Kanton Freiburg

Leitung: Eva Fontana
Prüfungsverantwortliche am Prüfungszentrum Goethe-Institut Freiburg
Sprachenzentrum der Universität Freiburg

Goethe-Zertifikate werden an Freiburger Schulen in zunehmendem Masse in das öffentliche Schulsystem integriert und als Zusatzangebot an Gymnasien oder als Äquivalenz (Dispens) zur Abschlussprüfung in Deutsch an Berufsfachschulen angeboten. Wie sind diese Entwicklungen gesellschaftlich und bildungspolitisch einzuordnen? Welche Rolle spielt dabei die bilinguale Sprachensituation in Freiburg / Fribourg? Und vor allem: Welche Chancen und Herausforderungen sind mit diesen Entwicklungen verbunden? Im Workshop werden wir diesen Fragen nachgehen und versuchen, Vergleiche zu den Entwicklungen in anderen Regionen der Schweiz zu ziehen.

Goethe-Zertifikate während der obligatorischen Schulzeit

Leitung: Barbara Fischer-Gautschi
Deutschlehrerin
éorén, Centre du Bas-Lac, Saint-Blaise

In gewissen öffentlichen Schulen des Kantons Neuenburg wird die Vorbereitung zum Goethe-Zertifikat «A2 / Fit in Deutsch, Deutschprüfung für Jugendliche» in den regulären Schulunterricht integriert. Wir arbeiten mit den offiziellen Lehrmitteln. Anfangs des zweiten Semesters führen wir eine Probeprüfung durch und offerieren dann den Schülern und Schülerinnen, die beim Probetest gut abgeschnitten haben und die sich für die Prüfung motivieren können, zehn zusätzliche Vorbereitungsstunden. Die Schule offeriert die Vorbereitung und die Eltern bezahlen die Prüfungskosten. Die Vorbereitung zum «Goethe-Zertifikat A2 / Fit in Deutsch, Deutschprüfung für Jugendliche» ist nicht unumstritten. Es gibt immer wieder Stimmen, die den Sinn einer A2-Prüfung für Jugendliche anzweifeln oder die sich daran stören, dass die Eltern das Prüfungsgeld bezahlen müssen. Andere wiederum mögen es nicht, wenn Aussenstehende die Fähigkeiten ihrer Schüler beurteilen. Wie sieht die Zukunft dieses Projekts angesichts der neuen A2-Prüfung aus? Welchen Einfluss hat die A2-Prüfung auf die Lehrstellensuche? Ist es sinnvoll, Privates in öffentliche Schulen zu tragen?

Deutsch lernen im Spannungsfeld zwischen Standarddeutsch und Schweizer Mundart

Leitung: Aviva Liebeskind
Dozentin DaF/DaZ
LCC, ZHAW

In einem Land eine Sprache lehren und lernen, die von der Mehrheit kaum gesprochen und aus dem öffentlichen Leben zusehends verdrängt wird? Eine Herausforderung für Kursleitende und Deutschlernende in der Schweiz. Wie gehen die DeutschschweizerInnen mit dem Spannungsfeld zwischen Standarddeutsch und Schweizer Mundart um? Wie wird das Spannungsverhältnis auf die Deutschlernenden übertragen? Welchen Einfluss hat es auf die Integration und Identitätsfindung in einer fremden Kultur? Und schliesslich: Wie beeinflusst es das Deutsch lernen? Diesen und ähnlichen Fragen wollen wir im Workshop zum Thema «Deutsch lernen im Spannungsfeld zwischen Standarddeutsch und Schweizer Mundart» nachgehen.

Erfolgreiche Lernerstrategien für die Goethe-Prüfung

Leitung: Sarah Schärli
Multiplikatorin des Goethe-Instituts für die Schweiz, Dozentin DaF/DaZ
LCC, ZHAW

Lernende, die sich auf eine Goethe-Prüfung vorbereiten, können sich mittels Prüfungsvorbereitungsmaterialien mit dem Prüfungsformat vertraut machen und das Lösen von Aufgaben trainieren. Für ein erfolgreiches Absolvieren einer Goethe-Prüfung braucht es aber weitere Kompetenzen, wie z.B. kulturspezifische Kenntnisse und Kommunikationsstrategien. Im Workshop setzen wir uns unter Einbezug von Prüfungsmaterialien verschiedener Stufen mit den Fragen auseinander, welche prüfungsrelevanten Kompetenzen Lernende benötigen und wie Lehrkräfte den Aufbau von wirksamen Lernerstrategien für die Prüfung unterstützen können.

Korpora zur Unterstützung der Qualität in der Lehre

Leitung: Alex Rickert und Dr. Madalina Chitez
Wissenschaftliche Mitarbeitende
LCC, ZHAW

Für Deutsch als Fremd-/Zweitsprache muss die Korpuslinguistik noch die Lücke zur Lehrpraxis schliessen. In diesem Workshop werden einige Aspekte der korpuslinguistischen Methodik und Werkzeuge erklärt und veranschaulicht: Was sind Korpora? Wie werden Korpora gebaut? Und vor allem: Wie können Lehrpersonen Korpora
in ihrem Unterricht nutzen? Wir werden die Ergebnisse einer Fallstudie diskutieren, in der wir Texte, die von Studierenden unter Prüfungsbedingungen geschrieben wurden, mit der Methodik der Korpuslinguistik analysiert haben. Dies mit dem Ziel, den Workshopteilnehmenden einen interessanten Einblick in das Thema Korpuslinguistik zu bieten und gleichzeitig neue Wege zur Sprachnutzung zugunsten von Lehrenden und Lernenden zu eröffnen.

Informationen und Anmeldung

Wir erheben für die Veranstaltung einen Unkostenbeitrag von 40 Franken.

Bitte melden Sie sich bis am 15. September 2017 an und wählen Sie Ihre Workshops für den Vor- und Nachmittag aus. Die Anzahl der Plätze für die Workshops ist beschränkt. Anmeldungen werden deshalb nach deren Eingang berücksichtigt.

Zur Anmeldung (Weiterleitung auf Xing-Events)

Team

Porträt Dr. Virginia Suter Reich

Dr. Virginia Suter Reich
Leitung Prüfungszentrum Goethe-Institut
Tel. +41 (0) 58 934 62 06
virginia.suterreich@zhaw.ch

Porträt Aleksandra Opacic

Aleksandra Opacic
Wissenschaftliche Praktikantin
+41 (0) 58 934 40 47
aleksandra.opacic@zhaw.ch

Porträt Heike Widmer

Heike Widmer
Prüfungsexpertin