Antrittsvorlesung Julia Dratva und Frank Wieber

22. August 2017

Das Departement Gesundheit der ZHAW lädt Sie herzlich zu den Antrittsvorlesungen von Prof. Dr. Julia Dratva und Prof. Dr. Frank Wieber ein.

A Life Course Approach to Health – mehr als eine Aneinanderreihung von Lebensphasen
Wenn es um Gesundheitsdeterminanten und Gesundheitsprobleme geht, wird in der Forschung und Praxis zunehmend der Lebenslauf-Ansatz berücksichtigt. Dabei werden häufig Lebensabschnitte mit typischen Determinanten oder altersgruppenspezifische Krankheiten betrachtet. Für ein Leben in maximaler Gesundheit sind auch die Zusammenhänge und Übergänge der verschiedenen Lebensphasen und deren langfristiger Einfluss auf die Entwicklung von Erkrankungen relevant. Der Lebenslauf-Ansatz befasst sich auch mit generationsübergreifenden Zusammenhängen und bietet somit unterschiedliche Ansatzpunkte für die Prävention. Viele chronische Erkrankungen haben ihren Ursprung in der Schwangerschaft und frühen Kindheit. Ereignisse und Expositionen im Verlauf des Lebens können das Auftreten und das Ausmass dieser Erkrankungen sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. In ihrer Antrittsvorlesung betrachtet Julia Dratva die Relevanz der frühen Kindheit für die kardiovaskuläre und respiratorische Gesundheit sowie das Potenzial des Lebenslauf-Ansatzes für Public Health.

Prof. Dr. med. Julia Dratva ist seit November 2016 Leiterin der Forschungsstelle am Institut für Gesundheitswissenschaften (IGW) der ZHAW. Zuvor war sie von 2009 bis 2016 wissenschaftliche Projektleiterin am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut sowie am Institut für Sozial- und Präventivmedizin in Basel (2002-2009). Von 1996 bis 2000 war Julia Dratva im Kreiskrankenhaus Bad Säckingen in der Inneren Medizin klinisch tätig. Als Fachärztin in Prävention und Gesundheitswesen legt sie Wert auf den Public-Health-Bezug ihrer Forschung und Lehre. Ihre Forschungsschwerpunkte basieren auf dem Lebenslauf-Konzept der Gesundheit. Frühe Lebensfaktoren, Umwelt- und reproduktive Faktoren stehen dabei im Zentrum. Evidenzgewinn mittels epidemiologischer Forschung und Monitoring der Kinder- und Jugendgesundheit sind ihr eine Herzensangelegenheit. Als Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft der Fachärztinnen und Fachärzte in Prävention und Gesundheitswesen (FMH) ist sie Mitglied im Fachrat der Schweizerischen Gesellschaft Public Health.

Muss man es wirklich nur wollen? Meilen- und Stolpersteine bei der Verhaltensänderung

Individuelles Verhalten zu verändern ist ein zentrales Ziel gesundheitswissenschaftlicher Interventionen, um nichtübertragbare und psychische Erkrankungen zu reduzieren. So fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem globalen Handlungsplan die grössten Risikofaktoren – Tabakkonsum, ungesunde Ernährung, geringe physische Aktivität und erhöhter Alkoholkonsum – mit effektiven und kostengünstigen Interventionen zu bekämpfen. In der Praxis erweist sich das Verändern von Verhaltensweisen jedoch als grosse Herausforderung. Beispielsweise reicht das Vermitteln von Wissen über gesundheitsschädliches und -förderliches Verhalten oft nicht aus, um Verhaltensänderungen zu bewirken. In seiner Antrittsvorlesung stellt Frank Wieber aktuelle Konzepte und Befunde aus der Forschung zur Verhaltensänderung vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf motivationalen Strategien, die Personen darin unterstützen, passende Ziele zu finden und ihre Handlungen im Einklang mit ihren Zielen zu steuern.

Prof. Dr. Frank Wieber absolvierte eine kaufmännische Lehre in Kassel, studierte Psychologie an der Friedrich-Schiller Universität in Jena und promovierte an einem internationalen Graduiertenkolleg in Jena, Canterbury und Louvain-la-Neuve. Ab 2006 setzte er seine Arbeit zu motivationalen Interventionsstrategien an der Universität Konstanz als Projektleiter in der interdisziplinären Forschergruppe «Grenzen der Absichtlichkeit», mit regelmässigen Forschungsaufenthalten an der New York University, fort. Von 2010 bis 2015 leitete er den Lehrstuhl «Sozialpsychologie und Motivation» im Rahmen einer jeweils halbjährigen Vertretungsprofessur und habilitierte zur Handlungssteuerung in sozialen Kontexten. Seit Februar 2016 forscht und lehrt er im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention am Institut für Gesundheitswissenschaften der ZHAW. Der Fokus seiner Arbeit liegt dabei auf den Themen (digitale) Verhaltensänderung und mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (mit ADHS).

Hörsaal TN E0.46

Datum

Von: 22. August 2017, 17:30 Uhr
Bis: 22. August 2017, 19:00 Uhr

Ort

ZHAW, Gebäude TN, Technikumstrasse 71, 8400 Winterthur
Technikumstrasse 71
Winterthur

ZHAW, Gebäude TN, Technikumstrasse 71, 8400 Winterthur

Organisator

ZHAW Institut für Gesundheitswissenschaften
Technikumstrasse 71
Winterthur

igw.gesundheit@zhaw.ch

ZHAW Institut für Gesundheitswissenschaften